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Ein zähneknirschendes Ja Gewerkschaften stellen sich hinter die Rentenreform

Die Entscheide waren bei den Delegierten der Gewerkschaften Unia und VPOD umstritten – vor allem wegen der Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65.

Legende: Video Unia und VPOD unterstützen Rentenreform 2020 abspielen. Laufzeit 2:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.03.2017.
  • Rückenwind für die kommende Abstimmung: Die Delegierten der Gewerkschaften Unia und VPOD unterstützen die vom Parlament beschlossene Reform Altersvorsorge 2020.
  • Das Paket bringe grundsätzlich eine Stärkung der AHV, so der Grundtenor.
  • Die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 bleibe aber «eine bittere Pille» und ein «riesiger Makel», teilte die Unia mit.
Legende: Video Die Eckwerte der Rentenreform abspielen. Laufzeit 0:32 Minuten.
Vom 17.03.2017.

Entsprechend knapp sprachen sich die Delegierten an den Versammlungen für die Ja-Parolen aus. Beim VPOD fiel der Entscheid mit 22 zu 19 Stimmen, bei der Unia mit 55 zu 47 Stimmen. Beide Gewerkschaften beantragen nun der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) vom kommenden Donnerstag die Unterstützung der Rentenreform.

Zurück in die schwarzen Zahlen

Hauptargument für die Reform ist für Unia und VPOD die Verbesserung der AHV-Renten. «Die zusätzlichen 70 Franken pro Monat machen eine Verbesserung um 3 bis 6 Prozent aus», schreibt die Unia in einer Mitteilung. Zudem würde der Plafond für die Ehepaarrenten angehoben.Trotzdem habe man eine grosse Kröte schlucken müssen, sagt Unia-Präsidentin Vanja Alleva im Interview mit SRF. Denn dass Frauen bis 65 arbeiten müssten, war für die Gewerkschaften bisher unverhandelbar. Doch das Gesamtpaket habe gezählt.

Zudem werde die AHV in schwarze Zahlen zurückgeführt, schreibt der VPOD, damit sei die Diskussion über Rentenalter 67 beendet. Verschiedene Elemente der Reform seien gerade für viele Frauen mit bescheidenen Einkommen ganz wichtig, schreibt der VPOD weiter. Die Besitzstandsgarantie bei der Senkung des Umwandlungssatzes komme vor allem Frauen im Tieflohnbereich zu Gute, ebenso die bessere Abdeckung der zweiten Säule bei Teilzeitbeschäftigung und die Einführung des Rechtes, bei Arbeitslosigkeit ab 58 Jahren in der Pensionskasse zu bleiben.

Initiative gefordert

Mit der Unterstützung der beiden Gewerkschaften nimmt die Rentenreform eine weitere Hürde. Insbesondere von der Frauenkommission der Unia war Kritik am Reformpaket des Parlaments laut geworden.

Trotz allem bezahlen die Frauen gemäss der Unia den höchsten Preis für die Reform. Die Unia-Delegierten möchten daher, dass der SGB eine Volksinitiative prüft, die «schnell wirksame Instrumente zur Durchsetzung der Lohngleichheit in der Verfassung verankern soll».

24 Kommentare

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  • Kommentar von E. R. Röthlisberger (sodeli)
    Warum unterstützen? Die Räte haben über die Renten-Pflästerli entschieden. Wo sind die Reformen? Gewerkschaften knirschen mit kaputtem Gebiss. Wo ist die Alternative, die ältere Arbeitnehmer und Familien schützt und die Lebenserwartung finanziert? Zuerst den Arbeitnehmerschutz neu festlegen (z.B DE) dann eine echte Rentenreform vorlegen. Keine Halbheiten unterstützen!
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    W.Starnberger, 18.3./18:19 "Frauen leben durchschnittlich 4J länger als Männer. Wieso sollten sie also nicht im gleichen Alter pensioniert werden?" Gesünderes und weniger riskantes Leben, lässt die Chancen, länger zu leben eben heben. Und wenn dann Frauen endlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit kriegen, Männer ihren grundlosen Erzeugungsstolz ablegen, stattdessen 50%-Anteil an Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit, Haushalt+Kinderbetreuung leisten, dann wird es Zeit für Dienstpflicht für Frauen.
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    1. Antwort von Walter Starnberger (Walter Starnberger)
      Frau Herrmann, Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit, Haushalt+Kinderbetreuung müssen Frauen mit ihrem jeweiligen Partner regeln, das geht den Staat nichts an, zumindest besteht da kein Interesse solange wir Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung haben. Im übrigen bezahlen auch Singles Familienzulagen und Steuern für Schulen, Kindergarten und andere soziale Einrichtungen, die Familien zugute kommen.
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Aber Männer weder schwanger werden, also auch nicht gebären & stillen können, kann ihr Anteil auch nie 50% sein. Die Natur hat es nun mal so vorgesehen, dass Frauen die Kinder kriegen. Und in heutigen jungen Familien ist die Aufteilung an Haushalt & Kinderbetreuung schon eine Selbstverständlichkeit. Und Frauen, welche das Privileg haben, sich für eine Weile "nur" um die Kinder & Haushalt kümmern zu dürfen, sollten sich doch glücklich schätzen, weil es viele Frauen gibt die arbeiten müssen.
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  • Kommentar von Walter Schmid (W. Schmid)
    Unser Stände- und Nationalrat (inkl. Bundesrat und Angestellte) haben für die AHV-Reform sicherlich je über 100 "Arbeitsstunden" geplaudert und dabei zirka 70 Millionen Sitzungsgelder verblödet. Denn für diese AHV Reform, 70 Fränkli für Neurentner, Erhöhung des AHV-Alters für die Frauen, Senkung des PK Umwandlungssatzes hätte einen Tag plaudern vollauf genügt. Habe nur Kopfschütteln für die Reform übrig. Die AHV der Teuerung anpassen, dafür 5% Mehrwertsteuer für Luxusartikel (Auto 30000.00 + etc
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    1. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Das kann man noch damit ergänzen: Ergibt sich bei der AHV ein Fehlbetrag so sind im übernächsten Jahr die Beiträge und Zuschüsse aus der MWSt entsprechend zu erhöhen. Der AHV-Fonds ist jährlich auf Betrag der jährlichen Rentenauszahlungen zu äufnen. Rentenzahlungen ins Ausland sind dem dortigen Geldwert anzupassen.
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