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Ringen um Altersvorsorge 2020 Gewichtige Wirtschaftsverbände wechseln ins Nein-Lager

Vor der Abstimmung im Parlament noch für die Reform, wenden sich nun gleich mehrere Verbände gegen den Kompromiss.

Legende: Video Hotelleriesuisse: «70-Franken-Zuschlag nicht finanzierbar» abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.05.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am 24. September entscheiden die Stimmbürger über die vom Parlament vorgeschlagene Rentenreform.
  • Bereits zu Beginn der Woche hatte Economiesuisse die Nein-Parole beschlossen.
  • Nun zeigen Recherchen der «Tagesschau»: Auch Swissmem, und neuerdings Hotelleriesuisse und Gastrosuisse wollen die Reform bekämpfen. Weitere Verbände dürften folgen.
  • Reform-Befürworter und CVP-Präsident Gerhard Pfister verweist auf die Unterstützung anderer wirtschaftsfreundlicher Kreise und gibt sich weiter zuversichtlich.

Es sind gewichtige Wirtschaftsverbände, die das Lager wechseln. Andreas Züllig, Präsident des Schweizer Hotelier-Verbandes Hotelleriesuisse, hat den Kompromiss des Parlaments zur Altersvorsorge 2020 ursprünglich unterstützt. Unterdessen lehnt er ihn ab: «Das war meine persönlichen Einschätzung. Wir haben die Lage dann in unseren Gremien diskutiert und sind zur Auffassung gekommen, dass die 70 Franken AHV-Zuschlag für die Wirtschaft nicht finanzierbar sind.»

Sehr ähnlich tönt es bei Gastrosuisse und deren Präsidenten Casimir Platzer. Damit sind beide Gastro-Verbändie, die kurz vor der Abstimmung ins Boot der Befürworter geholt wurden, jetzt wieder gekippt.

Der Kompromiss war das beste, was im Parlament auf dem Tisch lag. Aber nach vorsichtiger Prüfung muss ich sagen, dass die Nachteile ganz eindeutig überwiegen.
Autor: Casimir PlatzerPräsident Gastrosuisse

Auch kürzlich die Nein-Parole beschlossen hat die Swissmem. Einstimmig, wie der Verband auf Anfrage bestätigt. Wohl noch ins Nein-Lager folgen werden Sciencindustries und der Baumeisterverband.

Befürworter weiter zuversichtlich

Steigt damit die Unruhe im Lager der Befürworter? Dass sich die Wirtschaft vom Kompromiss abwende, mag CVP-Präsident Gerhard Pfister nicht gelten lassen: «Wir haben schon wirtschaftsfreundliche Kreise, die uns unterstützen. Das geht von Arbeitnehmerverbänden in der Westschweiz bis zu Versicherungen.»

Es sei genügend Geld und Unterstützung vorhanden, sagt Pfister, dessen Partei im September die Pro-Kampagne anführen wird. Er gehe daher auch zuversichtlich in den Abstimmungskampf.

So positionieren sich Parteien und Verbände zur Altersvorsorge 2020

Stand 12. Mai 2017
SVP
Nein
SPJa
FDPNein
CVPJa
GrüneJa
BDPJa
GLPJa
EconomiesuisseNein
GewerbeverbandNein
HotelleriesuisseNein
GastrosuisseNein
ArbeitgeberverbandNein
SwissmemNein
Schweizerische Gewerbekammer
Nein
Centre Patronale
Ja
BauernverbandJa
SGBJa
Travail-SuisseJa
Alliance F
Ja
Schweizerischer Versicherungsverband
neutral

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Die Altersvorsorge 2020 ist ein Kompromiss und wer dazu Nein sagt ein egoistischer Querulant. Einige Wirtschaftsverbände sind wieder im Schützengraben zurück um ihren peinlichen Stellungskrieg mit dem Motto: allen gleichviel, nur mir ein bisschen mehr, fortzuführen.
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    1. Antwort von Willy Brauen (Willy Brauen)
      Frau Müller: Wenn Sie dereinst auf Ergänzungsleistungen angewiesen sein sollten, werden Ihnen die Fr. 70.00 nichts bringen, wenn das Existenzminimum nicht um Fr. 70.00 angehoben wird! Es ist leider so! Das hat mit Egoismus nichts zu tun. Somit profitieren nur jene, denen es ohnehin schon besser geht, mit AHV, BVG, 3. Säule.
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  • Kommentar von Dani Queren (Queren)
    Die Illusionen die durch diese Energiestrategie gefördert werden sind sehr gefährlich. Aber man hatte schon bei den Bilateralen den gesunden Menschenverstand durch Phantastereien ersetzt.
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  • Kommentar von Willy Brauen (Willy Brauen)
    Giesskannen-Prinzip ist keine gute Lösung, weil diejenigen, die es am Nötigsten hätten, nicht begünstigt werden! Alle, die in den Genuss einer höheren Rente kommen, die auch mehr Kapital ( BVG-Kapital) auf der Seite haben, würden am meisten profitieren! Bei vielen Wenigverdiener mit kleinen Renten würden unter Umständen die EL gekürzt oder wegfallen, was für die Wenighabenden ein Nullsummenspiel wäre! Man müsste das Existenzminimum um 70 Franken anheben, wenn diese Reform Nutzen bringen soll!
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