Altersreform 2020 Reform der Altersvorsorge spaltet die Gewerkschaften

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Tauziehen bei den Gewerkschaften

1:08 min, aus Tagesschau vom 24.3.2017

  • Die Genfer Gewerkschafts-Dachorganisation CGAS, spricht sich gegen die Reform aus und hat ein Referendumskomitee gegründet.
  • Im Referendumskomitee vertreten sind derzeit neben der CGAS und dem Gewerkschaftsbund Waadt die VPOD-Sektionen Waadt und Genf, die Organisation solidaritéS, das Mouvement Populaire des Familles, die Partei der Arbeit oder die Rentnerorganisation AVIVO.
  • Die Delegierten des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) hingegen haben die Ja-Parole zur Reform der Altersvorsorge beschlossen. Der Entscheid fiel mit 98 zu 21 Stimmen. Widerstand kommt hier ebenfalls aus der Romandie.

Die Rentenreform ist nicht nur im Parlament umstritten, sondern auch bei den Gewerkschaften. Die Trennlinie entspricht dem Röstigraben. Während der SGB die Reform unterstützt, formiert sich in der Westschweiz Widerstand.

«Die Reform, die vom Parlament beschlossen wurde, ist keine gute Reform, weder für die Rentner, noch für die Frauen oder für die Arbeitnehmenden», erklärte Manuela Cattani, Präsidentin der Genfer Gewerkschafts-Dachorganisation CGAS.

Zerreissprobe für Arbeitnehmervertreter

Für sie steht die Angleichung des Frauenrentenalters nicht zur Debatte, so lange die Lohngleichheit nicht umgesetzt ist.

Valérie Borloz vom Gewerkschaftsbund Waadt bezeichnete die Reform der Altersvorsorge als «Operation zur Rettung der zweiten Säule». Bei der AHV hätten sich bisher alle Katastrophenszenarien als falsch erwiesen.

Mit dem Referendumskomitee bekommen die Gegner der Reform von SVP und FDP unerwartete Unterstützung.

Anders sieht es in der Deutschschweiz aus. Hier haben die Gewerkschaften Unia und VPOD am letzten Wochenende die Ja-Parole beschlossen. Am Freitag sprachen sich auch die Delegierten des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds mit grosser Mehrheit dafür aus. Für die Reform haben sich zuvor SP, CVP und Grüne ausgesprochen.

Die Eckpunkte der Altersreform

  • Die AHV-Renten werden für Neurentner um 70 Franken aufgestockt. Für SP, CVP und Grüne macht dieser Zuschlag die Reform erträglich.
  • Frauen müssen künftig wie Männer bis 65 Jahre arbeiten.
  • Zudem wird der Mindestumwandlungssatz in der obligatorischen beruflichen Vorsorge gesenkt, was zu 12 Prozent tieferen Renten führt.
  • Bekämpft wird die Reform von SVP, FDP und Wirtschaftsverbänden.