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Stipendien-Initiative 50 Prozent sind derzeit gegen die Stipendien-Initiative

Waren Ende April noch 50 Prozent für die Stipendien-Initiative und 37 Prozent dagegen, ist laut der zweiten SRG-Trend-Umfrage zwei Wochen vor der Abstimmung ein Meinungsumschwung eingetreten. Ende Mai hätten demnach 50 Prozent der Befragten Nein gestimmt und nur noch 38 Prozent Ja.

Gemäss der zweiten SRG-Trend-Umfrage von Ende Mai hätten 50 Prozent der Befragten Nein gegen die Stipendien-Initiative eingelegt. Bei der ersten Befragung vor einem Monat waren 50 Prozent noch dafür, das Stipendienwesen in der Schweiz national und nicht mehr kantonal zu regeln. Nur 38 Prozent der teilnahmewilligen Stimmberechtigten hätten für die Initiative gestimmt und mit 50 Prozent führt damit unter Berücksichtigung des Stichprobenfehlers die Nein-Seite.

Die Initiative der Schweizer Studierendenschaften (VSS) steht im Schatten der Abstimmungsvorlagen vom 14. Juni. Das spiegelt sich auch im Stand der Meinungsbildung wieder. Sie ist im Vergleich zu den anderen drei Abstimmungsthemen am geringsten ausgeprägt.

Laut dem Forschungsinstitut gfs.bern beträgt der Meinungsumschwung vom Ja zum Nein im Durchschnitt 12 Prozentpunkte, was als Wert für die Entwicklung der Meinungsbildung leicht überdurchschnittlich ist. Trotzdem äusserten sich Ende Mai noch 12 Prozent unentschlossen zur die Vorlage.

Auch der Anteil der Befragten, die eher dagegen (18 Prozent) oder eher dafür (16 Prozent) stimmen würden, zeigt, dass die Stimmabsichten noch nicht sehr gefestigt sind.

Stipendien-Initiative polarisiert links-rechts-Spektrum

Zwischen den politischen Polen liegt die Grundhaltung zur Vorlage nach wie vor weit auseinander. Die Positionen haben sich aber von der ersten zur zweiten Umfragewellen etwas an- bzw. ausgeglichen.

Am deutlichsten hätten Wähler der Grünen Partei Ende Mai mit 72 Prozent (-16 Prozentpunkte), und SP-Wähler mit 65 Prozent (-1 Prozentpunkt) für die Initiative gestimmt. Demgegenüber lehnen Sympathisanten der SVP die Vorlage ab mit 69 Prozent (+27 Prozentpunkte), und FPD-Wähler mit 64 Prozent (+11 Prozentpunkte).

In der politischen Mitte, bei den CVP-Wählern, hat die Zustimmung von 51 Prozent Ja Ende April nun umgeschlagen auf 56 Prozent Ablehnung. Auch Parteiunabhängige hätten mit 45 Prozent Nein (+5 Prozentpunkte) stärker Nein gesagt.

Mehr Einkommen – weniger Stipendien (nötig)

Ob junge Erwachsene Stipendien benötigen, hängt auch vom vorhandenen Haushaltseinkommen ab. Als Faktor für die Stimmabsicht für oder gegen die Stipendien-Initiative wirkt dies aber nur beschränkt. Wer weniger als 5000 Franken Einkommen hat würde zu 54 Prozent für die Initiative stimmen. Je höher aber das Haushaltseinkommen steigt, desto geringer wächst die Zustimmung und bewegt sich nur noch zwischen 33 und 37 Prozent Ja-Anteil. Die Rate der Ablehnung steigt dem entsprechend.

Meinungsumschwung ausser in der Romandie

Interessant ist noch der Blick auf die Sprachregionen. In der Romandie blieben die Befürworter seit der ersten Befragung bei 51 Prozent Ja (-1 Prozentpunkt). In der italienischsprachigen Schweiz sank die Zustimmung auf 40 Prozent (-4) und in der Deutschschweiz gar auf 34 Prozent (-14 Punkte).

Vermutlich wird sich der Trend des Meinungsumschwungs seit der ersten Befragungswelle Ende April weiter fortsetzen. Auch unter Berücksichtigung des Stichprobenfehlers in der Umfrage von +/-2,7 Prozent wird die Ablehnung voraussichtlich bis zur Abstimmung auf über 50 Prozent steigen.

Eckwerte der SRG-Umfrage

Ein Türschild mit dem Logo von gfs.bern vor einem Büro.
Legende: Keystone

Die Umfrage wurde im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 5. und 13. Februar 2016 durchgeführt. Befragt wurden 1411 Personen. Mehr

Stimmabsicht

Gemäss der zweiten SRG-Trend-Umfrage Ende Mai würden 44 Prozent der Stimmberechtigten am 14. Juni abstimmen; ein mittlerer Wert. Der Abstimmungskampf zu den vier Vorlagen hat die Stimmberechtigten bislang kaum mobilisiert.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von S. Brun, Bern
    Herr Muster, viele Schweizer Studenten profitieren von Austauschjahren im Ausland. Von denen verlangt auch niemand, dass sie mehr bezahlen sollen als die einheimischen Studenten. Bildung ist die Grundlage unserer Zukunft! Die kann gar nicht genug gefördert werden! Und was tut man? Die Lehrer dürfen mit dem Staatspersonal sämtliche Sparpakete der Kantone ausbaden, die Löhne sinken und das bei ständig steigenden Anforderungen!
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  • Kommentar von S. Brun, Bern
    Dass eine Partei wie die SVP gegen diese Initiative ist, ist einfach nur noch peinlich und zeigt, wie sehr die alles, was nicht Landwirtschaft ist, nur bremsen wollen. In der Landwirtschaft liegt wohl kaum die Zukunft der Schweiz, die kostet nur. Und die Subventionen kosten uns Jahr für Jahr mehr pro Betrieb, die Anzahl der Betriebe sinkt nämlich ständig. Da sollte es doch möglich sein, auch einmal etwas in die Bildung zu investieren, die unser wichtigster Rohstoff ist. Bei den Wahlen: SVP ade!
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    1. Antwort von J.Baltensperger, Zürich
      Gebildete Menschen wählen tendenziell weniger SVP (was irgendwie logisch ist)... deshalb ist man dagegen. Mal abgesehen bedeuten mehr qualifizierte Arbeitskräfte in der Schweiz weniger Zuwanderung - und das ist Gift für die Oppositionspolitik der SVP welche von einer hohen Zuwanderung abhängig ist soll das Thema weiter erfolgreich bewirtschaftet werden. Deshalb auch diese nicht umsetzbaren Initiativen. Lösungen sollen nicht gefunden sondern die Schweiz gespalten werden. Politisches Kalkül.
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  • Kommentar von J.Baltensperger, Zürich
    Wer ernsthaft die Zuwanderung bremsen möchte und nicht nur das Problem bewirtschaften will baut auf 3 Säulen: Integration ins Berufsleben von Frauen mit Kindern, von Arbeitnehmern im Alter 50+ und Förderung der Ausbildung von Inländern. Völlig unverständlich dass sich hier die SVP quer stellt. ...wohl doch eher Problem bewirtschaften anstatt lösen.
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