Der Kanton Schaffhausen bleibt bei den Stipendien knauserig

Nur ein Kanton in der Schweiz bezahlt pro Kopf weniger Ausbildungsbeiträge als der Kanton Schaffhausen. Dies wollte die SP mit einem Vorstoss im Kantonsrat ändern. Sie ist damit im Rat aber gescheitert.

Studierende schreiten die Freitreppe der Universität Zürich hinab, im Vordergrund ein Sockel mit dem Schriftzug der Universität

Bildlegende: Ob an der Universität Zürich oder anderswo: Studieren wird für wenig Betuchte aus Schaffhausen nicht billiger. Keystone

Nur gerade 19 Franken pro Kopf der Bevölkerung – soviel gibt der Kanton Schaffhausen im Jahr für Stipendien aus. Das ist weit unter dem schweizerischen Durchschnitt von 38 Franken pro Kopf. Martina Munz (SP) wollte dies ändern und verlangte, dass der Kantons Schaffhausen dem interkantonalen Stipendienkonkordat beitritt. In den Konkordats-Kantonen werden die Stipendien nach einheitlichen Grundsätzen vergeben.

Den eigenen Spielraum nicht einschränken

Der Schaffhauser Kantonsrat will davon aber nichts wissen. Die bürgerlichen Vertreter im Kantonsrat äusserten grundsätzliche Bedenken gegen den Beitritt zu irgendwelchen Konkordaten: «Die Konkordate nehmen den kantonalen Parlamenten jegliche Entscheidungsbefugnisse weg», gab SVP-Vertreter Hans Schwaninger zu bedenken.

Und auch der Erziehungsdirektor Christian Amsler betont: «Es gibt niemanden im Kanton Schaffhausen, der aufgrund der finanziellen Situation nicht studieren kann.» Wenn man die einzelnen Stipendien anschaue, dann sei der Kanton Schaffhausen «sehr wohl bei den Leuten». Der Rat folgte diesen Argumenten und lehnte den Beitritt zum interkantonalen Stipendienkonkordat mit 33 zu 23 Stimmen ab.