Fonds für Nationalstrassen Zustimmung geht bis ins links-grüne Lager

Der Nationalstrassenfonds stösst derzeit auf wenig Opposition. Allerdings ist die Meinungsbildung noch nicht gefestigt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Zurzeit befürworten 62 Prozent die Vorlage zur Schaffung eines Strassenfonds. Das zeigt die aktuelle SRG-Umfrage von gfs.bern.
  • Die SP-Wähler stimmen als einzige gegen die Parole ihrer Partei.

Am 12. Februar entscheiden die Stimmberechtigten über den «Bundesbeschluss über die Schaffung eines Fonds für die Nationalstrassen und den Agglomerationsverkehr (NAF)». Mit diesem sollen künftig die Finanzierung von Betrieb, Unterhalt und Ausbau des Nationalstrassennetzes sowie Beiträge an Agglomerationsverkehrsprojekte gesichert werden.

Würde derzeit über die Vorlage abgestimmt, würden 62 Prozent der Stimmberechtigten die Vorlage annehmen, 28 Prozent würden ein Nein in die Urne legen. Das zeigt die aktuelle SRG-Trendumfrage von gfs.bern. Allerdings ist die Meinungsbildung noch nicht gefestigt.

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Lukas Golder: Annahme der Vorlage ist wahrscheinlich

0:15 min, vom 1.2.2017

«Alles spricht für ein Ja»

«Bestätigen sich die Trends, so spricht alles für ein Ja zum NAF», schreiben die Politologen von gfs. bern. Es sei wahrscheinlich, dass sich die Vorteile einer ausgebauten Verkehrsinfrastruktur und damit Nutzenerwägungen bei den Stimmbürgern durchsetzten. «Damit dürften sich selbst Unentschiedene noch verbreitert für die Ja-Seite entscheiden», so gfs.bern.

Bei einzelnen Gruppen könne sich zwar eine «gewisse Verunsicherung» bis zum Schluss auf die Vorlage auswirken. «Es gibt aufgrund der Argumente aber keinen Hinweis darauf, dass die Verunsicherung über umwelt-affine Kreise hinaus wirken könnte.»

Allianz von Autofahrern und Umweltfreunden unwahrscheinlich

Denn das gegnerische Argument, die Autofahrer würden durch den Bundesbeschluss geschröpft, ist und bleibt nicht mehrheitsfähig. Nur noch 44 Prozent stimmen hier zu, zwei Prozentpunkte weniger als bei der letzten Umfrage. Zudem nahm auch die Zustimmung zum populärsten gegnerischen Argument deutlich ab. Nur noch 49 Prozent glauben, dass ein Ausbau des Strassennetzes zu Mehrverkehr und neuen Engpässen führt. Bei der letzten Umfrage war dieses Argument noch mehrheitsfähig (54 Prozent stimmten zu).

Deshalb: «Die Gefahr einer Allianz aus verärgerten Autofahrern sowie den von links-grün geäusserten umweltpolitischen Vorbehalten, scheint es im Kontext der Vorlage kaum zu geben», analysiert gfs.bern.

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Lukas Golder: Auch Linke stehen hinter der Vorlage

0:20 min, vom 1.2.2017

Bei CVP-Wählern nimmt Ja ab

Die zuvor genannte Verunsicherung zeigt sich am deutlichsten bei den Wählern der CVP. Sprachen sich bei der letzten Umfrage noch 79 Prozent für die Vorlage aus, liegt die Zustimmung nun bei 52 Prozent. Im Gegensatz dazu legten die Ja-Anteile bei der FDP- und SVP-Basis zu. Bei den Parteiungebundenen ist die Verunsicherung seit der letzten Umfrage deutlich gesunken. 63 Prozent wollen den Strassenfonds nun annehmen, zuvor lag die Zustimmung noch bei 41 Prozent.

Auch die SP-Wähler sagen mehrheitlich Ja – und stellen sich damit gegen die von der Partei ausgegebene Parole. Die Zustimmung stieg seit der letzten Umfrage von 49 auf 52 Prozent. Selbst die Basis der Grünen, wo Umweltthemen traditionell den stärksten Widerhall finden, spricht sich derzeit relativ-merheitlich für die Vorlage aus. 46 Prozent sagen Ja, 43 Prozent Nein. Zwar könne es sein, dass umweltpolitische Fragen bei den linken Wählern bis zur Abstimmung noch etwas in den Vordergrund rücken, sagt Lukas Golder von gfs.bern, «aber der NAF überzeugt selbst linke Kreise recht deutlich.»

Eckwerte der SRG-Umfrage

Die Umfrage wurde im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 18. und 25. Januar 2017 durchgeführt. Befragt wurden 1423 Personen. Mehr

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Naf und Einbürgerung 3. Generation

    Aus Tagesschau vom 1.2.2017

    Deutlich im Ja liegt die Vorlage über den Fonds zur Finanzierung des Strassen- und Agglomerationsverkehrs, 62 Prozent sagen ja. Ebenso werden mit grosser Wahrscheinlichkeit Ausländer der dritten Generation von einer erleichterten Einbürgerung profitieren.

  • Plakat mit der Botschaft «Steuerreform JA» für die Volksabstimmung vom 12. Februar 2017.

    Kopf-an-Kopf-Rennen bei Unternehmenssteuerreform

    Aus Rendez-vous vom 1.2.2017

    Bei der Abstimmung zur Unternehmenssteuerreform III liefern sich die Befürworter und Gegner ein Kopf an Kopf-Rennen. 45 Prozent sind dafür, 44 Prozent dagegen. Das zeigt die zweite Umfrage des GfS-Forschungsinstituts Bern.

    Doch die nackten Zahlen trügen, denn die Gegner haben seit der ersten Vorlage deutlich Rückenwind.

    Lukas Schmutz