Thun vor den Wahlen: Manchmal drückt es auch in bequemen Schuhen

Kein Fundamentalstreit um brisante politische Geschäfte stört die Thuner Gemeindewahlen vom 30. November 2014. Auf die neue Crew im Gemeinderat und im Parlament warten trotzdem viele Forderungen und Hoffnungen für die nächsten vier Jahre. Die Ortsplanungsrevision 2015 ist ein heisses Eisen.

Das Schloss Thun, dahinter die Agglomeration und im Hintergrund die Stockhornkette.

Bildlegende: Thun wählt am 30. November. Auf den neuen Gemeinderat und das Parlament warten ein paar Baustellen. SRF

Thun hat ziemlich aufgeräumt mit alten und gewichtigen Polit-Geschäften und bei Vorhaben, die in der Bevölkerung viel Widerspruch produzierten, hat der amtierende Gemeinderat jeweils zu reagieren vermocht. So stehen die Alleebäume im Schadaupark noch, die Schadaugärtnerei wird nicht überbaut, das Parkhaus Schlossberg ist beschlossene Sache.

Die Gemeindewahlen vom 30. November stehen denn auch nicht unter dem Eindruck grosser Kontroversen wie früher beim Stadionbau oder beim Verkauf des regionalen Energieunternehmens.

Kein Krach heisst nicht keine Ansprüche

Heisst allerdings nicht, dass keine Forderungen, Erwartungen und Hoffnungen auf die neuen Behörden warten.

«Mehr Mut zur Lücke» fordert zum Beispiel die Thuner Garagen-Unternehmerin Agnes Bettschen. «Bei der Kultur und deren Finanzierung muss man jetzt vorwärtsmachen. Nach dem Nein zu einer regionalen Lösung steht viel kantonales Geld auf dem Spiel», findet der ehemalige Gross- und Stadtrat Christoph Müller von der SP.

Cécile Meier, die Präsidentin des grossen Neufeld-Quartierleists, will dafür sorgen, dass die Argumente der Quartiere bei Bau- und Strassenbauprojekten auch künftig gehört werden. Raymond Blaser vom Seniorenrat erwartet von der Stadt, dass sie in der nächsten Legislatur auf klare Ansprüche der älteren Generation reagiert - in Thun ist immerhin rund ein Viertel der Bevölkerung älter als 60 Jahre.

Ortsplanungsrevision ist ein heisses Eisen

Für Raphael Lanz, mit grosser Wahrscheinlichkeit auch nach den Wahlen der Thuner Stadtpräsident, ist Thun durchaus ein wohnliches Pflaster. «Aber wir wollen ja eigentlich gar nie zufrieden sein. Vieles ist gut, aber wir können noch besser werden.»

So erwartet Raphael Lanz, dass die Ortsplanungsrevision 2015 das zentrale, prägende Geschäft der kommenden vierjährigen Amtszeit wird. «Damit sind sehr viele Lebensbereiche direkt betroffen. Wohnen, Verkehr, Arbeit. Planung geht eben alle an, auch wenn es trockene Materie ist.»

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