Zum Inhalt springen

Volkswahl Bundesrat Alt Bundesräte weibeln für ein Nein zur Volkswahl

Das gab es in der Schweiz noch nie: Nicht weniger als zehn ehemalige Bundesräte engagieren sich aktiv im Abstimmungskampf gegen die Volkswahl des Bundesrates.

Legende: Video «Alt Bundesräte schalten sich ein» abspielen. Laufzeit 3:44 Minuten.
Aus 10vor10 vom 02.05.2013.

Matthias Leitner, Kampagnen-Leiter des Nein-Komitees bestätigt gegenüber «10vor10»: «Wir haben alle ehemaligen Bundesräte – abgesehen von Christoph Blocher – angefragt, ob sie im Nein-Komitee mitmachen würden».

Zehn ehemalige Bundesräte haben bereits zugesagt. Unter ihnen sind Samuel Schmid, Pascal Couchepin, Elisabeth Kopp, Rudolf Friedrich, Kaspar Villiger, Hans-Rudolf Merz, Arnold Koller, Ruth Metzler, Flavio Cotti sowie Joseph Deiss. Sie alle wollen sich aktiv in den Abstimmungskampf einbringen, unter anderem bei öffentlichen Veranstaltungen, in Werbevideos oder allenfalls auf Plakaten.

In der Schweiz ist es unüblich, dass sich Ex-Magistraten zu aktuellen politischen Ereignissen äussern, insbesondere im Vorfeld von Abstimmungen.

Brunner irritiert

Entsprechend irritiert zeigt sich SVP-Präsident Toni Brunner gegenüber «10vor10»: «Ehemalige Bundesräte sind unglaubwürdige Absender, da sie ja vom heutigen System profitiert haben. Sie sollten die Grösse haben, das Volk über diese Frage entscheiden zu lassen, ohne sich einzumischen.»

Doch nicht alle Bundesräte lassen sich für den Kampf gegen die SVP-Initiative einspannen. Sämtliche ehemaligen SP-Bundesräte wollen sich nicht engagieren. Nicht dabei sind auch Ruth Dreifuss, Pierre Aubert, Moritz Leuenberger, René Felber und Micheline Calmy-Rey. Noch offen ist, ob sich der ehemalige SVP-Bundesrat Adolf Ogi gegen die eigene Partei stellt und im Nein-Komitee mitmacht.

37 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von André Dünner, Lima
    Als Auslandschweizer, wohl immer sehr an der "alten" Heimat interessiert, finde ich dieses Vorhaben ausgezeichnet. Und denke, das Volk weiss sehr genau was es von seiner Regierung erwartet. Wenn schon der Begriff "Direkte Demokratie" seinem Ausdruck gerecht werden möchte, dann schon dann, wenn bis in die höchsten Regierungsebenen mit entschieden wird wer im Bundeshaus seine Arbeit tut. Danke diesen offenen Ex- und Noch-Bundesräten welche einer solchen Idee positiv gegenüberstehen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    Die SVP verhält sich wie ein starrköpfiges Kind ..... Wirklich ZWINGENDE Argumente für die Volkswahl des BR fehlen einfach noch. Warum sollen wir Altbewährtes verändern ?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von A.Käser, Bellinzona
      @Waldeck/Nein die Argumente fehlen nicht.Es geht um Machtabflachung und mehr Demokratie.Es geht um weniger"Säu Häfeli/Säu Dekeli" um mehr Transparenz,weniger Intrigen und Seilschaften."Da chönt ja jede cho!Es isch doch immer scho so gsi!"Alte Sprüche die uns nicht weiterbringen.Neben anderem Altbewährtem das bereits verändert wurde schadet es nicht,wenn man auch die scheinbar altbewährte BR-Wahl erneuert.Wahl des Bundesrates durch das Volk,eine Chance die es zu packen gilt.(Abwahlmöglichkeit)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Beppie Hermann, Bellinzona
      Bin ganz mit A.Käser einverstanden. Kommt hinzu, dass auch der Ausgleich re Mi li zwischen den Parteien sich völlig verändert hat, dementsprechend auch das Gewicht des BR. Der gesamte Parteienhaufen ist weitgehend nach li abgerutscht, was die SVP in eine unangenehme Situation drängt. Sie kann eigentlich nur noch in Form von Initiativen reagieren und aufs Volk zählen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von ilg e., gattikon
    Die "alten Bundesräte" sollten ihre Pension geniessen,und dem Herr Gott danken,wenn Sie jeden Morgen gesund aufstehen. Natürlich ist es Ihr gutes Recht ,sich pol. zu betätigen. Aber bitte nicht mehr in der vorderen Reihe!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von David Rothen, gattikon
      Gilt das auch für Herrn Blocher oder nur für alle anderen?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von T.Hofer, gattikon
      Da muss man differenzieren: Es gilt, ebenso wie bei den anderen, sicher auch für Alt Bundesrat Christoph Blocher. Hingegen für, den zur aktuellen Legislatur frisch gewählten, Nationalrat Christoph Blocher gehört es zur amtlichen Pflicht, sich in der vorderen Reihe politisch zu betätigen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen