Umstrittenes «Hotel Suff» in der Stadt Zürich

Die Zentrale Ausnüchterungsstelle in der Nähe des Hauptbahnhofes startete vor viereinhalb Jahren als Pilotbetrieb. Nun stimmen die Stadtzürcher Stimmberechtigten über die definitive Einführung des «Hotels Suff», wie die Stelle im Volksmund genannt wird, ab.

Mit der städtischen Vorlage soll die Zentrale Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle (ZAB) definitiv eingerichtet werden. Diese wurde 2010 in der Stadt Zürich provisorisch eingeführt. In diesen speziellen Zellen schlafen randalierende Komatrinker ihren Rausch aus und können im Notfall auch medizinisch betreut werden.

Wer eingeliefert wird, zahlt bis zu 600 Franken. Die effektiven Kosten pro Fall belaufen sich jedoch auf rund 1700 Franken. Die Kostendeckung liegt also bei weniger als 50 Prozent. Die meisten Aufgegriffenen sind männlich und zwischen 18 und 44 Jahre alt; jeder zweite ist älter als 35 Jahre.

Zu teuer, oder Entlastung der Spitäler?

Eine Person steht vor einer Zelle.

Bildlegende: Aus dem «Hotel Suff» soll eine definitive Einrichtung werden. Keystone / Symbolbild

Bürgerliche Parteien monieren die hohen Kosten für den Steuerzahler und lehnen die Vorlage deshalb ab. Die Grünen sind dagegen, weil sie die Kosten für die Betrunkenen zu hoch finden. AL und Juso lehnen die ZAB ab, weil sie befürchten, dass es zu ungerechtfertigten Freiheitseingriffen kommt.

Die Befürworter sind hingegen überzeugt, dass es sich beim «Hotel Suff», wie die ZAB allgemein genannt wird, um einen gutschweizerischen Kompromiss handelt, der vor allem das Gesundheitspersonal entlastet.

Parolen

JA: SP, GLP, EVP

NEIN: GP, AL, SVP, FDP, CVP, Juso