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Abstimmungen 3.3.2013 Darbellay: «Es schmerzt»

Alleinherrschaft adé. Die Walliser haben die CVP und CSP abgestraft. Die christlichen Parteien verlieren ihre seit 150 Jahren währende Vormachtstellung. CVP-Präsident Christophe Darbellay nennt die Gründe für den Einbruch seiner Partei.

CVP-Präsident Christophe Darbellay.
Legende: «Der Kuchen der Bürgerlichen wird anders aufgeteilt», CVP-Präsident Christophe Darbellay. Keystone

Zum ersten Mal seit 150 Jahren haben die katholischen Parteien nicht mehr das Sagen im Kanton Wallis. Schmerzt das?

Christophe Darbellay: Das schmerzt. Wir haben das absolute Mehr verloren. Aber wir haben 47 Prozent der Mandate. Das ist mit Abstand mehr als die Zweit- und Drittplatzierten haben.

Warum kam es zum Einbruch?

Der Einbruch hat mit dem Freysinger-Effekt und der Raumplanungsgesetz-Revision zu tun. Die Positionierung der CVP Schweiz bei der Revision hat geschmerzt im Wallis. Die dritte Sache: Wir haben in gewissen Bezirken eine sehr konservative Strategie gehabt. Das war falsch. Das haben wir seit Anfang an moniert. Man hat geschlossene Listen gemacht. Wenn man in der letzten Legislatur fünf Sitze im Grossrat hatte, dann hat man nur fünf Personen auf die Liste gestellt. Das haben andere Parteien anders gemacht. Sie sind mit Kampflisten angetreten. Das war für uns verheerend.

War die Unterstützung des Raumplanungsgesetzes ein Fehler?

Es war sicher ein Fehler aus Walliser Sicht. Aus Schweizer Sicht musste man sich damit auseinandersetzen und fragen: Was macht man mit der Landschaftsinitiative? Jetzt hat das Volk gesprochen. Wir müssen die Geschichte jetzt nicht wiederholen.

Oskar Freysinger von der SVP.
Legende: Der strahlende Stern der SVP: Oskar Freysinger. Keystone

Sie sagen, es habe einen Freysinger-Effekt gegeben. Die SVP wird als frische Kraft willkommen geheissen.

Die SVP ist noch recht jung im Wallis. Die Parteien ist erst seit zehn Jahren vorhanden. Früher gab es für bürgerliche Wähler nur die CVP und die FDP. Der Kuchen der Bürgerlichen wird nicht grösser. Er wird nun anders verteilt. Die SVP basiert auf Oskar Freysinger. Er wird als Star angesehen.

Wurde die CVP für ihren Alleinherrschaftsanspruch abgestraft? Und dafür, dass sie mit Vetternwirtschaft in Verbindung gebracht wurde?

Die Vetternwirtschaft ist schon lange vorbei. Ich arbeite jeden Tag in der ganzen Schweiz. Ich komme mit sehr vielen Kreisen in Berührung. Ich stelle fest: Das Wallis ist kein Sonderfall. Die UBS-Krise ist nicht im Wallis entstanden. Es tut mir leid.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz Balmer, Winznau
    Ja Herr Darbellay,Ihre CVP ist eine Hüscht Hott Partei geworden!ie CVP ist schon lange keine Partei mehr für die Kleinen und die Mittleren!Bei der Familien initiatieve ein Ja,aber auch für die Besteuerung der Reichen ein Ja!Nein damuss ich ganz klar sagen eine Pauschalbeseuerung ist keine Steuergerechtigkeit !
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  • Kommentar von T.Hofer, Rosshäusern
    Mit der ersten Antwort sagt Darbellay eigentlich schon alles wichtige über den Niedergang der CVP. Wer für die Sache kämpft, findet es bedenklich, wenn die Zustimmung sinkt und überdenkt sein Handeln, wenn er das Sagen verliert. Darbellays CVP schmerzt ein ungewohnt tiefer Punktestand und tröstet die Tatsache dass wenigstens die Andern noch weiter zurückliegen. Das " Wer hat die meisten Sitzli Spiel" ist für Wähler mit ernsthaften Anliegen nun mal uninteressant.
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  • Kommentar von Hans Berger, Bern
    Christoph Darbellay geht in die Geschichte ein als Totengräber der CVP!
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    1. Antwort von Marlene Zelger, 6370 stans
      Einst durfte sich die CVP mit Fug und Recht als C-hristliche V-olks P-artei.bezeichnen. Siese Zeiten sind endgäültig vorbei, samt dem C.
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