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Abstimmungen Die #DSI dominiert die Debatte

Der 28. Februar wird als Abstimmungssonntag mit einer aussergewöhnlich hohen Stimmbeteiligung in die Geschichte eingehen. In den sozialen Medien sieht man, dass vor allem stark gegen die Durchsetzungsinitiative der SVP mobilisiert wird.

Legende: Video DSI – Die grosse Mobilmachung abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.02.2016.

Wer in diesen Tagen Facebook oder Twitter besucht, wird an einem Thema nicht vorbeikommen: Der Durchsetzungsinitiative. Die Stichprobe zeigt: Wenige Tage vor der Abstimmung ist sie auf Twitter Gesprächsthema Nummer eins.

Legende:
Vorlagen vom 28. Februar auf Twitter Welche Vorlage wird drei Tage vor der Abstimmung am fleissigsten diskutiert? http://curator.twitter.com

Wer sich die Tweets inhaltlich ansieht, erkennt rasch: Die Gegner der Vorlage haben in den sozialen Medien die Nase vorn. Fürsprecher melden sich nur selten zu Wort. Der Hashtag #DSINein erscheint in weit mehr als der Hälfte aller Tweets zur Durchsetzungsinitiative. So kommt auch der meistgeteilte Beitrag des ganzen Abstimmungskampfes auf Twitter von einem Gegner.

Meistgeteilter Tweet

Bei den anderen Vorlagen ist die Stimmungslage weniger eindeutig. Diese gehen in der Debatte allgemein fast unter.

Am ehesten noch der Gotthard

Die Vorlage, die es am ehesten noch mit der Durchsetzungsinitiative aufnehmen kann, ist die zweite Röhre am Gotthard. Dies zeigt sich auch, wenn man die Google-Suchabfragen der Schweiz analysiert.

Google Suchabfragen

Hierbei muss berücksichtigt werden, dass «Gotthard» ein Suchbegriff ist, nach dem auch unabhängig von der Abstimmung gesucht wird. Das Bild ist also auch hier ähnlich: Die Durchsetzungsinitiative wird weit häufiger gegoogelt als die anderen.

Wenig Beachtung für Familien- und Spekulationsstopp-Initiative

Die Familien-Initiative der CVP gegen die Heiratsstrafe und vor allem die Initiative der Jungsozialisten gegen die Spekulation von Nahrungsmitteln gehen in den sozialen Medien fast schon unter. Der Juso ist es offenbar nicht gelungen, über ihr eigenes Wählerpotential hinaus zu mobilisieren. Bei der 1:12 Vorlage war dies noch anders.

Der CVP fällt es traditionell ebenfalls schwer, die Aufmerksamkeit auf ihre Anliegen zu lenken. Dass die SVP und ihre Vorlagen für den meisten Gesprächsstoff sorgen, ist kein neues Phänomen. Bereits vor den Wahlen hat eine Analyse gezeigt, dass die Volkspartei die Meistdiskutierte ist.

Sie dürfte deshalb auch dafür verantwortlich sein, dass sich für den 28. Februar eine rekordhohe Stimmbeteiligung abzeichnet. Wie sich dies auf das Abstimmungsergebnis auswirkt, ist aber schwer vorherzusehen. Die letzten Umfragen sagten auf ein knappes Ergebnis voraus. Dass die Gegner der Durchsetzungsinitiative die fleissigeren Twitterer sind, bedeutet schliesslich nicht, dass sie auch automatisch die fleissigeren Urnengänger sind.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Christine Gubser (Gubser)
    Ich bin zwar unendlich glücklich, dass sich die Vernunft durchgesetzt hat. Die Schweiz soll ein Rechtsstaat bleiben, der diesen Namen verdient. Dennoch lässt die DSInitiative einen schalen Geschmack zurück, weil sie überhaupt zustande kommen konnte. Ich danke allen, die an einer fairen, offenen Schweiz mitarbeiten und sich nicht einfach hinter Parolen verstecken!
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  • Kommentar von Kurt E. Müller (KEM)
    Ich hoffe auf ein klares JA, damit die linken Eiferer endlich mal in die Schranken gewiesen werden. In ihrem blinden Wahn, aus Prinzip alle Menschen zu schützen und mit unseren Steuergeldern zu verhätscheln, brauchen jetzt offenbar sogar kriminelle Ausländer Schutz. Das ist doch einfach grotesk. Das ist nichts anderes als eine Verhöhnung der Opfer einer Straftat. Wer kriminell ist, soll verschwinden. Dahin, wo er hergekommen ist. Basta.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    In keinem Rechtsstaat der Welt gibt ein "Recht auf Kriminalität". Aber es gibt ein Recht auf Frieden und Unversehrtheit. Und der Staat muss diejenigen, die anderen diese Recht nehmen, bestrafen. Von daher ist es völlig legitim, Kriminelle anderer Länder des Landes zu verweisen.
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