Maurer nach Olympia-Nein: «Zug für Grossanlässe abgefahren»

Nach dem Olympia-Nein der Bündner sieht Sportminister Ueli Maurer in absehbarer Zeit keine Chance für ein ähnliches Ereignis in der Schweiz. «Wir sind offenbar nicht für wirklich grössere Projekte zu haben», sagte Maurer gegenüber Schweizer Radio und Fernsehen. Er finde das beklemmend.

Bundespräsident Ueli Maurer

Bildlegende: Glaubt vorerst nicht mehr an Grossanlässe wie Olympia in der Schweiz: Bundespräsident Ueli Maurer. Keystone

Nach dem Nein der Bündner Bevölkerung zur Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022 rechnet Bundespräsident Ueli Maurer nicht damit, dass es in absehbarer Zeit nochmals eine Chance für ein ähnliches Grossereignis gibt. «Ich bin im Moment eher der Meinung, dass der Zug abgefahren ist für solche Anlässe», sagte Maurer gegenüber Radio SRF 4 News.

«Wir sind offenbar nicht mehr für wirklich grössere Projekte zu haben», sagte der Sportminister weiter. Das sei etwas beklemmend.

«Aber die Demokratie hat entschieden – und die Demokratie hat eigentlich immer Recht», so Maurer. «Vor allem hat sie das letzte Wort.»

Maurer sagte weiter, er glaube nicht daran, dass die Bewerbung eines anderen Kantons Erfolg haben könnte. «Wenn es im Bündnerland nicht geht, geht es wahrscheinlich an anderen Orten noch weniger.» Das Bündnerland hätte immerhin bereits über die Infrastruktur und die Erfahrung verfügt.

Maurer hatte sich im Vorfeld der Abstimmung für eine Bündner Bewerbung stark gemacht. Er war insgesamt vier Mal aufgetreten – jedes Mal sei die Stimmung euphorisch gewesen. Der Bund hätte 30 Millionen Franken für die Bewerbung und eine Milliarde Franken für die Ausrichtung zur Verfügung gestellt. Eine Defizitgarantie des Bundes war im Vorfeld hingegen hoch umstritten.

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Ueli Maurer zur gescheiterten Kandidatur

0:27 min, aus Tagesschau vom 4.3.2013