10 Kandidaturen für den Oltner Stadtrat

Der Oltner Souverän wählt am 3. März eine neue Stadtregierung: Zehn Kandidierende buhlen um die fünf Sitze. Davon sind vier Kandidaten bereits heute in der Regierung vertreten, nur der Sitz des abtretenden Stadtpräsidenten Ernst Zingg wird wirklich frei. Überraschungen sind trotzdem möglich.

Ein ICN-Zug steht am Bahnhof Olten, im Vordergrund das blaue SBB-Ortsschild

Bildlegende: Die Eisenbahner-Stadt Olten hat vielleicht schon bald einen Eishockey-Präsidenten in der Regierung. Keystone

Die Ausgangslage klingt eher langweilig: Vier Bisherige treten an in der ersten Runde der Oltner Stadtratswahlen, nur der Sitz des abtretenden Stadtpräsidenten Ernst Zingg (FDP) wird damit wirklich frei. Denn auch in Olten gilt: Bisherige haben es tendenziell einfach.

Peter Schafer (SP) und Martin Wey (CVP) sitzen seit zwölf Jahren in der Regierung, Mario Clematide (FDP) und Iris Schelbert (Grüne) seit vier Jahren. Aber auch sie dürften ein relativ leichtes Spiel haben am 3. März. Zwar gibt es mit dem Städtebauprojekt «Olten SüdWest» und der gescheiterten Fusion «Olten plus» durchaus Kritikpunkte, aber die Erfahrung zeigt: In Olten können auch nicht durchwegs erfolgreiche Politiker mit einer Wiederwahl rechnen.

Aussenseiter mit reellen Chancen

Trotz dieser eigentlich klaren Ausgangslage versuchen nicht weniger als sechs «Neulinge» den Sprung in die Stadtregierung. Daniel Probst (FDP) und Thomas Marbet (SP) gehören als langjährige Vertreter im Stadtparlament zu den «bekannteren Gesichtern». Yabgu Ramazan Balkaç (SP) und Doris Känzig (SVP) sind hingegen echte Neulinge - sie rutschten erst vor zwei bzw. einem Jahr ins Parlament nach.

Als Aussenseiter kann man Hugo Ruf bezeichnen. Der parteilose Neuzuzüger bewirbt sich aktuell auch für einen Sitz in der Solothurner Kantonsregierung und strebt in Olten ganz offiziell das Stadtpräsidium an. Ob ihm diese offenen Ambitionen aber helfen, ist fraglich. Eine Aussenseiter-Bewerbung mit guten Chancen allerdings liegt ebenfalls auf dem Tisch: Benvenuto Savoldelli (FDP).

Savoldelli ist Verwaltungsratspräsident des EHC Olten, führt damit einen aktuell sehr erfolgreichen und wichtigen Sportclub. Er hat den Club in der Vergangenheit durch einige Talfahrten geführt, ihm haftet laut Beobachtern ein «Macher-Image» an. Die FDP könnte also mit dieser Kandidatur einen echten Coup gelandet haben.

Savoldelli als möglicher Stadtpräsident?

Damit verschaffen sich die Freisinnigen in Olten eine echte Chance, den Sitz des langjährigen Stadtpräsidenten Ernst Zingg verteidigen zu können. Und wer weiss: Vielleicht schaffen sie mit Savoldelli sogar die Grundlage dafür, dass sie auch bei den Wahlen zum Stadtpräsidenten im Juni dieses Amt verteidigen können. Bisher haben nur Hugo Ruf und Vize-Stadtpräsident Martin Wey offen ihre Ambitionen auf das höchste Amt in der Eisenbahnerstadt deklariert.

Die Grundlage für die spannende Entscheidung in Olten wird nun aber eben am 3. März gelegt: Nur wer den Sprung in die Stadtregierung schafft, kann anschliessend auch für das Amt als Stadtpräsident kandidieren.

Rücktritt Ernst Zingg

Der Oltner «Stapi» Ernst Zingg hat vor etwa einem Jahr seinen Rücktritt angekündigt. Der 62-jährige FDP-Politiker leitet die Geschicke der Stadt seit 12 Jahren. Durch seinen Rücktritt wird ein Sitz im Stadtrat frei, die Ersatzwahl zum Stadtpräsidenten findet erst im Juni statt. Ernst Zingg will weiterhin im Solothurner Kantonsrat tätig sein.