«Wir hoffen, dass wir mittelfristig weniger Polizei brauchen»

Die Stadt Zürich freut sich mit dem Kanton über das klare Ja zum Hooligan-Konkordat. Die Befürworter sprechen von einem emotionalen Entscheid gegen die Gewalt. Die Gegner sind enttäuscht, plädieren aber dafür, dem Kanton bei der Umsetzung auf die Finger zu schauen.

Grüner Rauch über einer Menge Fussballfans.

Bildlegende: Szenen wie diese am Skandal-Derby zwischen FCZ und GC im Oktober 2011 soll es nicht mehr geben. Keystone

Deutlich mit 85,4 Prozent haben die Zürcherinnen und Zürcher den Verschärfungen beim Hooligan-Konkordat zugestimmt. «Das ist ein klares Bekenntnis der Zürcher Bevölkerung für den gewaltfreien Sport», sagt der zuständige Regierungsrat Mario Fehr gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

«Das hätte ich nicht erwartet», freut sich BDP-Kantonsrat Rico Brazerol vom Ja-Komitee. Seine Erklärung für die grosse Zustimmung: «Am Schluss war es wohl bei den meisten Leuten ein emotionaler Entscheid gegen die Gewalt.»

Gegner fordern Augenmass

Genau das sei auch das Problem gewesen, findet Luca Maggi, Co-Präsident der Jungen Grünen und Mitglied des Nein-Komitees. «Im Abstimmungskampf wurde vor allem mit Emotionen gearbeitet. Es ging immer um die Frage, ob man für oder gegen Gewalt sei. Dabei geht es um Grundrechte.»

Und diese müssten auch in Zukunft eingehalten werden. AL-Kantonsrat Markus Bischoff plädiert deshalb: «Die Fans müssen auch in Zukunft wachsam sein, damit das Konkordat mit Augenmass ausgeführt wird und nicht mit dem Rammbock eingefahren wird.»

Künftig weniger Polizei in Zürich?

Umgesetzt werden die neuen Massnahmen vor allem von den Städten. Der Zürcher Stadtrat begrüsst das klare Ja. «Das ist kein Allerweltsheilmittel, es ist eine Massnahme in einem Paket, zu dem auch Prävention und Gespräche mit den Clubs gehören», sagt Reto Casanova vom Polizeidepartement. Wie die Massnahmen konkret umgesetzt werden, müsse sich erst noch zeigen. Doch Casanova ist zuversichtlich: «Wir hoffen, dass die Polizeieinsätze mittelfristig zurückgefahren werden können.»

Der Kanton wird nun eine konkrete Verordnung verabschieden und hofft, dass diese bereits ab August zum Einsatz kommt.