Zum Inhalt springen

Schweiz Abt Werlen twittert seinen Rücktritt

«Good news ;-)», schreibt der Abt des Kloster Einsiedelns auf Twitter – und verkündet damit seinen Rücktritt. Ende 2013 soll Schluss sein mit dem Amt als Vorsteher der Klöster Einsiedeln und Fahr.

Nach zwölf Jahren Amtszeit hört der twitternde Abt Martin Werlen auf. Er wird seine Aufgabe einem Mitbruder weitergeben, wie das Kloster bekannt gibt.

Amtszeit begrenzt

Der Rückzug kommt nicht überraschend. Am Tag vor Werlens Wahl hat die Klostergemeinschaft Einsiedeln die Amtszeit des Vorstehers auf zwölf Jahre begrenzt.

In der Mitteilung heisst es weiter: «Abt Martin Werlen schaut dankbar auf die bisherige spannende Amtszeit zurück.»

Hoher Anspruch an sich und die Kirche

Angetreten war Werlen mit dem Anspruch, Tradition und Moderne in der Kirche zu verbinden und den Dialog mit den Gläubigen zu suchen.  Ist ihm das gelungen? So etwas könne nicht gelingen, sagt Werlen rückblickend: «Aber ich habe mich darum bemüht.» Die Kirche müsse weiter diesen Anspruch verfolgen.

Werlen hat das Gespräch mit Andersdenkenden nicht gescheut: Er empfing kürzlich die kirchenkritischen Initianten der Pfarreiinitiative. Sie kämpfen für die Zulassung von Laienpredigten und die Kommunion an wiederverheiratete Geschiedene und Protestanten.

Der konservative Twitterer

Diese Bereitschaft zum Dialog zeichnete Werlen als Abt aus. Auch sein spielerischer Umgang mit neuen Medien machten ihn schweizweit bekannt. Er kommunizierte über Facebook und Twitter. Doch ein Rebell ist der 50jährige nicht, er hat durchaus konservative Seiten. So setzte Werlen auf vorsichtige Reformen und mied Auseinandersetzungen mit dem Vatikan.

Er wolle sich in Zukunft in der Klostergemeinschaft engagieren, wo der neue Abt ihm Aufgaben anvertrauen wird. Das Rücktrittsgesuch bedarf nun noch der Annahme von Papst Benedikt in Rom. In der zweiten Novemberhälfte wird Werlen es beim ihm einreichen. Erst nach der Genehmigung durch den Papst kann der Nachfolger bestimmt werden.

Für das Amt des Abts in Frage kommen Priester des Klosters, die mindestens 35 Jahre alt und nicht älter als 70 sind. Nach dem Rücktritt des Abts bis zur Wahl des Nachfolgers leitet der Dekan das Kloster.

Legende: Video «Wie Abt Werlen zum Twittern kam («10vor10», 22.12.2009)» abspielen. Laufzeit 4:10 Minuten.
Vom 22.01.2013.

4 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Gommer Baschi, Galen
    Lassen Sie doch den Abt weiterhin zwittern, wenn er nichts Gescheiteres zu tun hat! Mir graut vor selbstherrlichen und selbstgefälligenPropehten! Vielleicht wären unter seiner "Asche" noch andere Werte und Haltungen zu entdecken und zu propagieren?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kevin Emmenegger, Hasle
    Der erzwungene Rücktitt eines fortschrittlichen Denkers. Ist diese Kirche unfähig sich zu erneuern?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Schneider, Zürich
    Herrgottnochmal, was ist denn das für ein Verein? Wenn die Amtszeit auf 12 Jahre beschränkt ist - warum erklärt der Abt denn noch den Rücktritt, wo dieser doch reglemtarisch sowieso auf diesen Zeitpunkt festgelegt ist (einfach wieder ein Grund um was twittern zu können, sich wichtig machen zu können?) - warum muss der Papst den Rücktritt annehmen, wenn der Abt doch sowieso nur 12 Jahre sein Amt ausüben darf? Kirchensteuerbezahlte Bürokratie in Reinkultur.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Remo Feuerbacher, Allschwil
      Herrgottnochmal Herr Schneider, lassen Sie doch den Herr Abt weiterhin twittern. Der Papst macht dies bekanntlich auch. Herzliche Grüsse Remo Feuerbacher
      Ablehnen den Kommentar ablehnen