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Ärger für Bergbauern Unterbruch des Swisscom-Anschlusses nicht mehr möglich

telefonierender Bauer
Legende: Weil auf der Alp der Handyempfang oft schlecht ist, sind Bergbauern auf einen Festnetzanschluss angewiesen. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Swisscom bietet seit diesem Jahr die Möglichkeit nicht mehr an, Festnetzanschlüsse zu unterbrechen.
  • Dies ärgert insbesondere Bergbauern, die einen Anschluss auf der Alp jeweils nur für ein halbes Jahr brauchen.
  • Die Swisscom begründet den Entscheid mit den Kosten, die dem Unternehmen trotz Unterbruch entstehen. Dies insbesondere wegen teurer Satellitenverbindungen, die nicht unterbrochen werden können.
  • Bei den Konkurrenten Sunrise und UPC sind Festnetzunterbrüche grundsätzlich noch möglich.

Ueli Luginbühl geht jeweils von Ende April bis Ende Oktober mit seinen Lamas und Alpakas auf die Alp Gorneren im Kiental im Berner Oberland. In dieser Zeit ist er auf einen Festnetz-Anschluss angewiesen, da er mit seinem Mobiltelefon sehr schlechten Empfang hat. Im Winter konnte er bisher den Festnetzanschluss unterbrechen lassen und musste so auch die Gebühren nicht bezahlen.

Fehlende Nachfrage und Kosten für die Swisscom

Dies ist seit diesem Jahr nicht mehr möglich. Swisscom-Sprecherin Annina Merk bestätigt auf Anfrage des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso»: «Wir haben festgestellt, dass es keine grosse Nachfrage nach Festnetz-Unterbrüchen gibt. Ausserdem entstehen uns Kosten, auch wenn der Anschluss sistiert ist.»

Solche Kosten werden unter anderem durch Satellitenverbindungen verursacht. Diese sorgen im Rahmen der Grundversorgung dafür, dass in abgelegenen Gegenden der Anschluss sichergestellt wird. Satellitenverbindungen werden bei externen Anbietern eingekauft und können laut Swisscom nicht unterbrochen werden.

Festnetz-Unterbrüche bei der Konkurrenz möglich

Die Entscheidung der Swisscom betrifft nicht nur Bergbauern. Auch bei Auslandaufenthalten anderer Kunden müssen so die Kosten für den Anschluss und Abonnementskosten für Festnetz und Internet weiterhin bezahlt werden. In neuen InOne-Home-Abonnementen können einzelne Dienste jedoch deaktiviert werden. Auch ein Unterbruch des Mobilfunkvertrags bei der Swisscom ist je nach Abo noch möglich.

Bei den Konkurrenten Sunrise und UPC sind Unterbrüche der Festnetz- und Internetdienste nach wie vor möglich. Sunrise entscheide insbesondere bei längeren Zeiträumen im Einzelfall. UPC schreibt auf Anfrage von «Espresso», Festnetzanschlüsse und -verträge könnten zwischen zwei und fünf Monaten unterbrochen werden. Im Einzelfall sei auch ein Jahr möglich. Voraussetzung für einen Unterbruch ist allerdings, dass keine Rechnung offen ist.

Strom-Investitionen für Bergbauern

Um auch nach der Abschaltung der analogen Anschlüsse mit der Swisscom telefonieren zu können, musste Ueli Luginbühl extra eine teure Stromleitung auf die Alp legen lassen. Für solche Fälle hat die Swisscom einen einmaligen Betrag bereitgestellt, um Landwirte, Alpwirtschaften und SAC-Hütten bei der Umstellung zu unterstützen.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von M. Keller (MK)
    Ich frage mich, was für die Swisscom so ein Problem darstellt. Eine Abschaltung einer Festnetznummer geht heute doch über einen 'Knopf'. Und wenn dies für Anschlüsse auf der Alp, oder aus welchen Gründen auch immer, nicht geht, kann die Nummer gesperrt werden. Anrufe von/zu diesem Anschluss sind dann nicht mehr möglich. Und dies soll ein grosser Aufwand sein? Ich vermute, es ist sogar weniger Admin.-Aufwand als bei einem neuen Handy-Abo. Hier geht es einzig um die Anschlussgebühren.
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    1. Antwort von Peter Zurbuchen (drpesche)
      Sorry, M. Keller, aber wenn Sie den Text lesen, finden Sie die Antwort und Ihr Kommentar erübrigt sich. "Solche Kosten werden unter anderem durch Satellitenverbindungen verursacht. Diese sorgen im Rahmen der Grundversorgung dafür, dass in abgelegenen Gegenden der Anschluss sichergestellt wird. Satellitenverbindungen werden bei externen Anbietern eingekauft und können laut Swisscom nicht unterbrochen werden."
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  • Kommentar von Helmut Meier (Helmi)
    Das Telefonnetz und die Poststellen wurden mit unseren sehr überteuerten Tarifen finanziert, nun sind sie privatisiert worden, lassen alles verlottern und wollen nichts mehr unterhalten. Aber unsere Abos und Briftarife, sind immer noch viel, viel teurer als bei unseren Nachbarn. Neue Anbieter, müssen alles neu aufbauen oder bei ihnen Miete bezahlen, also fast unmöglich eine echte Konkurenz zu bilden. Ich kann nur sagen Swisscom und Post, armsehlig und raffgierig !!
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  • Kommentar von Andrea Esslinger (weiterdenken)
    Zu dem Bericht gibt es drei Punkte zu kommentieren. 1. Statt einer teuren Stromleitung hätte man eine Solaranlage mit Speicherbatterie instalieren können. 2. Wenn Swisscom keinen Unterbruch mehr zulässt, kann man den Anbieter wechseln. 3. Für um die 100.- Franken gibt es Mobilfunkverstärkerantennen. Wenn der Empfang schlecht ist, kann man damit das Signal verstärken.
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    1. Antwort von Helmut Meier (Helmi)
      @weiterdenken: nicht weit gedacht, bitte zeigen Sie mir einen Mobielfunkverstärker für 100 Fr. der genügend Leistung hat um auf ein Alp zu senden. Wenn es so günstig währe, könnte es die Swisscom auch tun :-) Aber Hauptsache Sie können über die Bauern wettern.
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    2. Antwort von Andrea Esslinger (weiterdenken)
      Der Bauer sagt, der Empfang sei sehr schlecht, nicht nicht vorhanden. Einen schlechten Empfang kann man mit solchen Verstärkern verbessern. Tja, vielleicht doch weitergedacht. Abgesehen davon spielt es keine Rolle, ob es ein Bauer, ein Hüttenwart oder eine Aussteigerin ist.
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    3. Antwort von Helmut Meier (Helmi)
      Wissen Sie was für einen Bergler schlechter Empfang ist ? 1000 m von der Hütte nach oben kragseln, dann hat man eventuell, wenn das Weter gut ist Empfang. Aber wenn man es nicht selber erlebt hat ..... Ist ja kein Problem, wir vom Unterland wissen wie es geht :-)
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