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Holpriger Start Ärger über Verspätungen und Ausfälle am Gotthard

Seit zwei Monaten ist die neue SBB-Strecke in Betrieb. Die Züge fahren zwar schneller, aber die Bilanz ist durchzogen.

Legende: Audio SBB-Gotthard-Basistunnel – erste Erfahrungen abspielen. Laufzeit 02:31 Minuten.
02:31 min, aus Info 3 vom 06.02.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Laut SBB und Pro Bahn verkehren Züge aus dem Süden oft mit Verspätung.
  • Gespräche mit Trenitalia sollen eine weitere Verbesserung der Pünktlichkeit bringen.
  • Auf der Gotthard-Basistunnel-Strecke fällt zudem fast jeden Tag ein Zug aus.
  • Bei grossem Andrang empfiehlt die SBB, rechtzeitig Sitzplätze zu reservieren.

Allzu oft kommen Züge aus Italien zu spät. Das schreibt die SBB in ihrer ersten Zwischenbilanz. Trotz dem schnellen neuen Gotthard-Basistunnel gelingt es bis Arth-Goldau nicht immer, die Verspätung von durchschnittlich acht Minuten wieder aufzuholen. Die SBB sieht Handlungsbedarf.

Das bestätigt Sprecher Oliver Dischoe: «Wir sind laufend im Gespräch mit unseren Partnern im Süden und schauen, woraus diese Verspätungen, die meist schon an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz zusammenkommen, resultieren.» Die SBB spielt den Ball also der Trenitalia zu. Insgesamt hat sich die Pünktlichkeit am Gotthard jedoch verbessert.

Pünktlichkeit um 7 Prozentpunkte verbessert

Seit dem Fahrplanwechsel kommen nur noch 13 Prozent aller Passagiere verspätet an – zuvor waren es rund 20 Prozent gewesen.

Kurt Schreiber von der Bahnkundenvereinigung Pro Bahn reicht diese Steigerung nicht: «Ich erfahre immer wieder von Leuten, die sich über Verspätungen beklagen, und zwar nicht geringe, sondern in der Grössenordnung von mehr als zehn Minuten.» Das führe dazu, dass Anschlüsse gebrochen werden, so Schreiber.

Ein noch immer akutes Problem sind die Zugausfälle: 43 Züge waren es seit Anfang Dezember, meist wegen Fahrzeugstörungen. Das ist fast ein Zug täglich. Im Tessin steht darum stets ein Ersatzzug bereit, auf den die SBB zur Not rasch ausweichen kann. Eine Verbesserung beim Rollmaterial ist wohl erst in drei Jahren zu erwarten, wenn neue Züge auf der Strecke verkehren.

Empfehlung: Schon jetzt einen Platz reservieren

Der neue Tunnel führt dazu, dass die Passagierzahl zunimmt. Über die Weihnachtstage waren es ein Drittel mehr Passagiere als noch vor einem Jahr. Einige Züge waren so voll, dass sich die Leute auf den Füssen herumstanden.

Das bestätigt auch Dischoe von der SBB: «Wir hatten über die Feiertage eine erfreulich hohe Nachfrage. Wir haben aber auch festgestellt, dass es punktuell etwas eng wurde, etwa bei der Anzahl Sitzplätze.»

Dies solle sich über die Ostertage nicht wiederholen. Ob deshalb zusätzliche Züge verkehren werden, ist offen. Die SBB empfiehlt jedoch schon jetzt für Ostern eine Sitzplatzreservation.

57 Kilometer in 57 Sekunden

Blick aus dem Führerstand in den Gotthard.
Legende: Keystone

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16 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Liebes SRF! Lieber Herr Burri! Immer wieder die gleichen Meldungen. Verspätungen im Schienenverkehr!, Verspätungen der Bahn! ….Für mich 0-Info! Wann darf ich endlich einmal eine Statistik als Relation Schiene z. Strasse erfahren? Denn es kommen auch unabhängig Meldungen v. Strassenverkehr: Staustunden/Jahr, volkswirtschaftliche Kosten/Jahr, etc. Macht doch endlich eine Gesamtanalyse Schiene-Strasse bez. Stauzeit/Verpätungszeit deren Kosten, Zeit, beförderte Personenzahl/Güter, usw.
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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Wie oft wurden doch schon auf höchster Ebene mit Italiens Regierung und mit seiner Bahn Besprechungen durchgeführt, mit dem Resultat, alles werde nun besser.
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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Schon vor 40J kamen die Züge aus Italien mit Verspätung an. Einmal das habe ich selber erlebt; Abf. Milano ca 22h, und da stand nicht dass der Zug ab Lugano ohne Halt bis Basel fuhr, ich musste aber in Olten umsteigen, also musste ich den Zug in Lugano verlassen. Es war Mitternacht. Der nächste Zug der in Olten hielt fuhr FP mässig um 03h, er kam aber erst mit einer Stunde Verspätung an, und dann musste ich noch bis Olten im Zug stehen. Also wegen 10 Min. so ein Theater machen.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Sie haben insofern recht, wenn es in der Tat bloss 10 min sind, dann sind sicher die wenigsten Anschlüsse betroffen. Und um die geht es ja letztlich meinstens, wie Ihr Beispiel sehr plakativ zeigt.
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