Ärzte fordern schwarze Liste

Unter den ausländischen Ärzten, die in die Schweiz kommen, gibt es immer ein paar Hochstapler. Die Ärztevereinigung FMH will solche Betrüger künftig auf einer schwarzen Liste erfassen.

Chirurgen im Operationssaal

Bildlegende: Die Ärztevereinigung will die Diplome der ausländischen Ärzte besser kontrollieren. Keystone

Wer neue Hausärztinnen oder Hausärzte sucht, kann in einem zentralen Register nachschauen, ob sie ein entsprechendes Diplom besitzen. Das Medizinalberufe-Register erfasst die Praxisdaten von selbständig tätigen Ärzten, Zahnärzten oder auch Apothekern.

Allerdings hat das Register grosse Lücken, denn es erfasst nur Ärzte mit Schweizer Diplom sowie EU-Ärzte, die ihr Diplom in der Schweiz anerkennen liessen. Nicht drin sind zum Beispiel Ärzte aus den USA oder Kanada. Es gebe aber auch Lücken bei Ärzten aus der EU, betont Hans-Peter Kuhn gegenüber Radio SRF. Er leitet den Rechtsdienstes beim Ärzteverband FMH. Laut Kuhn gibt es Ärzte aus Deutschland, aus Österreich und aus Tschechien, die nur einige Jahre in der Schweiz arbeiteten. Sie bräuchten die Anerkennung oft nicht, weil sie in einem Spital angestellt sind.

Also wird das Register umso lückenhafter, je mehr ausländische Spitalärzte in der Schweiz arbeiten. Gleichzeitig erschwert es die Kontrolle. Für den Ärzteverband ist daher klar, «dass insbesondere das Medizinalberufe-Register sämtliche berufstätigen Ärztinnen und Ärzte erfassen sollte.» Das entsprechende Gesetz wird derzeit revidiert.

Patienten über Hochstapler informieren

Der FMH möchte aber noch mehr: In einer Liste sollen auch die schwarzen Schafe unter den Ärzten erfasst werden. Kuhn ist überzeugt, dass es der Patientensicherheit dienen würde, «wenn das Medizinalberufe-Register auch eine Schublade bereit hätte, wo Hochstapler melden könnte.»

Allerdings hätte eine solche schwarze Liste gerade bei der Hochstaplerin, die als falsche Ärztin von Klinik zu Klinik gezogen war, nichts gebracht. Sie wurde gar nie als Schwindlerin enttarnt. Auch mit einem umfangreicheren Ärzteregister als heute kommen etwa die Spitäler nicht darum herum, einen stellensuchenden Arzt genau zu überprüfen. (aebn;)