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Streit um Ärztetarife Ärzte stellen sich gegen den Bundesrat

Die FMH will nichts wissen von einem staatlichen Eingriff ins Tarifsystem Tarmed. Dieser schwäche die ambulante Medizin.

Arzt misst Blutdruck bei Patient
Legende: Die Ärzte befürchten eine Schwächung der ambulanten Medizin. Keystone

Der geplante Eingriff des Bundesrats in die Tarifstruktur Tarmed kommt nicht gut an: Nach dem Spitalverband H+ lehnt auch die Ärzteverbindung FMH das Ansinnen ab.

Der Bundesrat schwäche damit die kostengünstigere ambulante Medizin anstatt diese zu stärken, sind die Ärztinnen und Ärzte überzeugt. Der Eingriff enthalte keinerlei Anreize, Patienten ambulant und damit kostengünstig zu behandeln. Im Gegenteil: sie ziele auf eine einseitige Kostensenkung bei der ambulanten Medizin ab.

FMH will eigenen Vorschlag präsentieren

Die FMH spricht von einem «Kahlschlag von 700 Millionen Franken». Deshalb will die Ärzteschaft dem Bundesrat einen eigenen Vorschlag zur Kostensenkung vorlegen. Dabei soll die Tarifautonomie aber gewährleistet bleiben.

Das gilt beim Tarmed

Grundsätzlich liegt die Hoheit über Tarife für medizinische Leistungen bei Ärzten, Spitälern und Krankenkassen. Der Bundesrat darf nur eingreifen, wenn der Tarmed nicht mehr sachgerecht ist und zwischen den Tarifpartnern keine Einigung zustande kommt. Letzmals war dies im Sommer 2016 der Fall.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Noah Neumann (Neumann)
    Die Ärzteschaft in aller Ehre, aber als zahlender Bürger ist es schon schwer begreiffbar, warum sich diese gegen den Grundsatz der Kostenneutralität bei der Tarmedrevision sträubt. Es wäre sehr wünschenswert, wenn bzgl. Ärztegehälter endlich Transparenz hergestellt würde. Es ist davon auszugehen, dass es bei den Löhnen zw. den Fachrichtungen erhebliche und nicht gerechtfertigte Unterschiede gibt. Eine kostenneutrale Umverteilung wäre daher mehr als vernünftig, anstatt den Geldtopf zu plündern.
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    1. Antwort von Walter Starnberger (Walter Starnberger)
      Wenn wir die Ärztegehälter offenlegen, können wir das gleich bei allen selbständig Erwerbenden in der Schweiz tun. Es gilt nämlich der verfassungsmässige Grundsatz der Gleichbehandlung. Und als Nächstes dann die Löhne aller Erwebstätigen. Und dann auch noch die Steuerrechnung. Diese Büchse der Pandora würde ich nicht öffnen wollen.
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  • Kommentar von Jana Vilim (Jana Vilim)
    Auch Kinderspital kritisiert den Bundesrat. Mit dem geplantem Tarif könnten Kinder nicht mehr «sachgerecht» behandelt werden, kritisiert das Basler Unikinderspital. Berset will die Anzahl ärztlicher Konsultationen auf drei pro Quartal deckeln. Die Eltern dürften also mit ihrem Kind nur noch dreimal pro Quartal zum Arzt. Zudem darf ein Arztbesuch nicht länger als 20 Minuten dauern. Vorschlag Herr Berset – Erwachsene nur 2x pro Jahr zum Arzt, inklusive Migranten.
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  • Kommentar von Tobi Hartmann (Tobias Hartmann)
    Im Ausland (i.g. Deutschland) hatte man damals solche Tarife eingeführt. Man hat es hierzulande kopiert, doch bis dahin hatte man es im Ausland schon wieder fallen gelassen weil man gemerkt hat dass das nicht zu Einsparungen führt sondern im Gegenteil nicht nur zu teurerer Medizin sondern auch zu schlechterer Versorgung. Aber das hat man in der Schweiz bis heute nicht kapiert, oder exakter gesagt: Die Profiteure des schlechten Systems nutzen ihren Einfluss damit es dabei bleibt. Pandoras Box.
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    1. Antwort von Verena Casagrande (Verena Casagrande)
      Bei uns werden einfach die Medikamente viel zu teuer verkauft aber dagegen unternimmt der Bundesrat komischerweise gar nichts. Denn wenn man Schweizer Medikamente im Ausland günstiger kauft als in der Schweiz dann kann und will ich dieses nicht verstehen.
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