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Schweiz Affäre Mörgeli: Staatsanwaltschaft klagt gegen Iris Ritzmann

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat gegen Iris Ritzmann Anklage wegen mehrfacher Verletzung des Amtsgeheimnisses erhoben. Die im Zusammenhang mit der Affäre Mörgeli entlassene Titularprofessorin soll zwei vertrauliche Berichte einem Journalisten weiter gegeben haben. Ritzmann bestreitet dies.

Nahaufnahme Ritzmann
Legende: Der Fall Mörgeli zieht weitere Kreise. Nun wird Ritzmann der Prozess gemacht. Keystone

Eine der grossen Fragen im vertrackten Hick-Hack rund um die Entlassung von Christoph Mörgeli an der Universität Zürich ist: Wie sind die vertraulichen Berichte über Mörgelis Leistungen aus dem Medizinhistorischen Institut an den «Tages-Anzeiger» durchgesickert?

Für die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich ist klar: Es war Iris Ritzmann. Konkret wird ihr laut Mitteilung vorgeworfen, sie habe einem Journalisten des Tages-Anzeigers einen vertraulichen Bericht über die Objekt-Sammlung des MHIZ-Museums sowie einen nicht freigegebenen Akademischen Bericht von 2011 weitergegeben.

Ritzmann soll ihm zudem ihre persönlichen Zugangsdaten für diverse geschützte Uni-Datenbanken verraten haben. Und sie hat ihm gemäss Staatsanwalt erst noch interne Informationen über Sitzungen zum Thema Mörgeli sowie Informationen über weitere interne Vorgänge per E-Mail zugespielt.

Endlich Unschuld bewesein

Iris Ritzmann wehrt sich gegen die Vorwürfe. Sie habe nie das Amtsgeheimnis verletzt, sagt sie gegenüber Radio SRF. Dass gegen Sie Anklage erhoben wird erstaunt sie nicht, sie zeigt sich erleichtert: «Endlich, endlich ist es soweit, ich kann vor einem Richter die ganze Sache ausbreiten und meine Unschuld beweisen.»

Sie hätte auch die Möglichkeit gehabt, das Verfahren leise und vor allem schnell zu erledigen, per Strafbefehl. Das bestätigt die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft auf Anfrage des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Dazu hätte sie aber die gegen sie erhobenen Vorwürfe eingestehen müssen. Das habe sie abgelehnt, sagt Iris Ritzmann: «Ich konnte mich einfach nicht dazu durchringen, mit einer Lüge den Abschluss des Verfahrens zu erzwingen.»

Weitere Verfahren eingestellt

Das Verfahren gegen einen zweiten Mitarbeiter des Medizinhistorischen Instituts, Ritzmanns Ehemann, stellte die Staatswaltschaft ein. Es gebe nicht genügend Belege für eine Amtsgeheimnisverletzung, heisst es in der Mitteilung. Ritzmanns Partner kann damit seine Arbeit an der Universität Zürich wieder aufnehmen. Die Uni hatte ihn freigestellt, so lange die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt hatte.

Eingestellt wurde auch ein Verfahren gegen die beiden im Zusammenhang mit einem Artikel in der Zeitung «Der Sonntag». Die Staatsaawaltschaft ermittelt in dieser Sache aber weiter gegen Unbekannt.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Zitat Ritzmann: Endlich, endlich ist es soweit, ich kann vor einem Richter die ganze Sache ausbreiten und meine Unschuld beweisen... Wenn man diesen Satz analysiert ist alles klar. Frau Ritzmann, nun müssen Sie gerade stehen. Den der Richter entscheidet nicht, sonder der Staatsanwalt der dieses Verfahren an das Gericht weiter gibt, sonst würde dieser eine Einstellung beantragen. Sie werden noch auf die Welt kommen.
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  • Kommentar von Curdin Nau, Chur
    Wo sind hier alle Links/Grünen Proleten? Sonst schreiben sie wie wild, dass die Chefs gehen müssen. siehe UBS, CS usw. Immer ist doch der Chef schuld, oder? Ach so, die bösen sind ja SP-Anhänger/Mitglieder. Dann kann ja der Chef, Condrau, untertauchen! Da sieht man wieder, Wasser predigen und Wein saufen! Kapitalismus abschaffen, aber wenn ins eigene Portemonnaie geht, ist das ok ... ex BR SP Leuenberger...!
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    1. Antwort von H. Frühling, Bern / Zürich
      Dümmer geht's nimmer! Sie setzen vorsorglich schon einmal eine Klage mit einer Verurteilung gleich. Weiter haben Sie zum Thema keinen Beitrag und benützen einfach die Gelegenheit, gegen Professor Condrau zu lästern. Der hat aber nicht minderwertig gearbeitet, das war Prof. Mörgeli! schon vergessen?
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    2. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Bezüglich Prolet lassen die Zeilen eher an den Absender dieser Zeilen aus Chur denken. Wundere mich, dass so etwas überhaupt durch die Nettiquette hindurch kam.
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    3. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      "So sind hier alle Links/Grünen Proleten?" .... Ähm, meinen Sie nicht, dass das gewisse eben solche Rückschlüsse auf den Absender dieser Zeilen schliessen lässt?
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  • Kommentar von Sebastian Demlgruber, Bad Dürrheim
    Man kann nur hoffen, dass Ritzmann endlich Gerechtigkeit widerfährt. Und dann sollte sich die CH-Justiz dem Gebahren jenes SVP-Staatsanwalts zuwenden, der das Ehepaar Ritzmann/Wolff in der Affäre seines SVP-Parteifreunds so derart rabiat zu verfolgen scheint, dass selbst CH-Experte Mohler das Wort "Amtsmissbrauch" in den Mund nimmt. Sollte Wolff noch seinen D-Pass besitzen, wäre auch eine Strafanzeige in D gegen den CH-Staatsanwalt wg. Freiheitsberaubung und Nötigung denkbar.
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