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Gewalt in Spitälern Aggressive Patienten machen Pflegepersonal das Leben schwer

Schlagen, würgen, beleidigen: Das Pflegepersonal des Inselspitals in Bern muss sich immer häufiger gegen seine Patienten wehren.

Legende: Video Gewalt in Spitälern abspielen. Laufzeit 4:23 Minuten.
Aus 10vor10 vom 31.01.2017.

Sie wollen helfen und werden dafür bespuckt, bedroht oder sogar tätlich angegriffen. Aggressives Verhalten gegenüber dem Spitalpersonal hat deutlich zugenommen, bestätigt der Chef der Notfallstation im Berner Inselspital, Aris Exadaktylos, gegenüber «10vor10».

«Nicht nur bei uns auf dem Notfall sondern auch auf anderen Notfallstationen sehen wir in den letzten Jahren eine Zunahme von Gewalt jeglicher Art. Betroffen ist vor allem das Pflegepersonal».

Alkohol und Drogen im Spiel

Die Notfallstation des Inselspitals wird rund um die Uhr von Mitarbeitern der Securitas bewacht. Mussten sie vor zwei Jahren noch 372 Mal eingreifen, waren es im letzten Jahr schon 642 Mal. Eine bisher unveröffentlichte Studie zeigt, dass aggressive Patienten oft unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen.

Vor allem für junges und weibliches Personal sind solche Angriffe oft traumatisierend.
Autor: Aris ExadaktylosChef Notfallstation Inselspital

Im Durchschnitt sind die Täter 33 Jahre alt. 57 Prozent sind Schweizer. In den letzten 36 Monaten wurden 63 Gewaltdelikte festgestellt. Das ist eine Zunahme von über 50 Prozent.

Selbstverteidigungskurse und Umbau

«Wir haben es mit Angriffen mit Reizgas zu tun oder mit Schlägen und Würgattacken. Vor allem für junges und weibliches Personal sind solche Angriffe oft traumatisierend», so Exadaktylos.

Das Inselspital hat auf die zunehmende Gewaltbereitschaft ihre Patienten reagiert. Ärzten und Pflegefachpersonen wird in Selbstverteidigungskursen gezeigt, wie sie sich gegen Angriffe wehren können.

Zudem sind auch bauliche Massnahmen geplant: Der Warteraum und die Behandlungszimmer auf der Notfallstation sollen demnächst umgestaltet werden. Das Spital erhofft sich eine stressfreiere und aggressionshemmende Wirkung.

Das Spital will Angriffe gegenüber dem Personal in Zukunft auch konsequenter ahnden. Bisher wurde in rund 20 Prozent der Fälle Strafanzeige eingereicht.

35 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Leute die nicht mehr Herr ihres Geistes sind erfordern eine vorsorgliche Verwahrung die dennoch nicht unmenschlich sein muss. Im Gegenteil zu ihrem eigenen Schutz dient.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Wenn schon: Nicht mehr Herr ihrer Sinne....
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Es ist leider verbreitet, dass "Gutmenschen" und "Linke" lieber nichts gegen Ausländer aussagen, da sie nicht wollen dass ihnen etwas schlechtes nachgesagt wird. Zu einem grossen Teil, fürchten sich Schweizer etwas gegen Ausländer auszusagen und als Zeugen zu wirken. Wenn wir dieser Entwicklung nicht konsequent engegenwirken, werden wir von den Ausländern noch ganz überrollt. Es muss wieder die Wahrheit zur Gerechtigkeit führen und nicht eine Kuschel-Behandlung zu noch mehr Gewalt führen.
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    1. Antwort von Jeanôt Cohen (Jeanot)
      Arbeite selber auf eine Notfall Station. Stelle dadurch klar fest, daß dies nichts mit Ausländer oder Eingeborenen zu tun hat. Es hat nur mit dem zunehmende Verhalten von gewissen Leute, auch mit CH Pass, zu tun. Also ist ihre Aussage überflüssig.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    "57 % der Täter waren Schweizer, 50 % standen unter Alkoholeinfluss". Welch verwässerte Statistik. Es ist nur von "Schweizern" die Rede. Aber wir wissen, dass unter den 57 % auch eingebürgerte "Schweizer" kursieren. Und unter den Alkoholisierten sind sicher auch Ausländer darunter. Bitte um sachliche Statistiken. Mit der erleichterten Einbürgerung wird die Zahl der "Schweizer" wohl nach oben korrigiert werden. Denn es ist fakt, dass die Hemmschwelle der Gewalt in gewissen Ländern sehr tief ist
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