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AHV-Debatte im Nationalrat Rentenalter 65 für Frauen: Ihre Fragen – unsere Antworten

Auch Frauen sollen künftig arbeiten, bis sie 65 Jahre alt sind. Nach dem Ständerat hat auch der Nationalrat der Reformvorlage der AHV zugestimmt. Zur Erhöhung des Rentenalters bei Frauen erreichten uns aus der SRF-Community viele Fragen. Wir liefern hier die Antworten.

Wann tritt die Reform in Kraft?

Die Vorlage ist noch lange nicht im Trockenen: Zuerst müssen die grossen Differenzen zwischen den Räten bereinigt werden, dann muss die Vorlage noch eine Volksabstimmung überstehen, weil die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer eine Änderung der Bundesverfassung erfordert. Erst danach könnte der Bundesrat die Vorlage in Kraft setzen. Das dürfte frühestens im Jahr 2023 der Fall sein – wohl eher 2024. Im Parlament ist die Vorlage aber auch noch nicht durch. Das Geschäft geht nun zurück an den Ständerat, da es noch Differenzen zwischen den Räten gibt. Eine weitere Behandlung ist aber nicht mehr an der Sommersession vorgesehen.

Für Frauen der Übergangsgeneration sind Kompensationen vorgesehen, wer ist damit gemeint?

Zur Übergangsgeneration gehören gemäss heutigem Beschluss des Nationalrates die ersten sechs Frauen-Jahrgänge, die nach Inkrafttreten der Vorlage pensioniert werden. Der Ständerat wollte für die ersten neun Jahrgänge Kompensationsmassnahmen vorsehen. Die Delegierten des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes – er bekämpft eine Erhöhung des Frauen-Rentenalters – haben auch deshalb bereits ein Referendum beschlossen. Die Ratslinke im Parlament drohte während der Nationalratsdebatte ebenfalls mit dem Referendum.

Entscheidet am Ende das Volk?

Die Vorlage erfordert wegen der geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer ohnehin eine Volksabstimmung, weil dafür die Bundesverfassung geändert werden muss. Die Frage eines Referendums würde sich nur dann stellen, wenn das Parlament entscheiden sollte, die Mehrwertsteuererhöhung vom Rest der Vorlage zu trennen.

Sollte man nicht zuerst für Lohngleichheit zwischen Frauen und Männer sorgen, bevor das Rentenalter der Frauen erhöht wird?

In der Debatte im Nationalrat wurde auch immer wieder – vor allem, aber nicht nur – von linker Seite gesagt: Bevor Frauen länger arbeiten müssen, müsste die Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau behoben werden und bräuchte es eine Besserstellung der Frauen vor allem auch in der 2. Säule. Weil viele Frauen nur Teilzeit arbeiten und weil sie auch im allgemeinen Durchschnitt immer noch weniger verdienen als Männer, sind viele Frauen vor allem in der 2. Säule bedeutend schlechter gestellt als Männer. Auch deshalb ist vor allem für das links-grüne Lager nicht verständlich, warum ausgerechnet mit der Erhöhung des Rentenalters der Frauen der Hauptbeitrag der aktuellen AHV-Reform geleistet werden soll.

Ist die Idee, generell länger als 65 zu arbeiten, begraben – etwa als Alternative zur Erhöhung der Mehrwertsteuer?

Die aktuelle AHV-Reform zielt darauf ab, die AHV bis 2030 zu stabilisieren. Die Diskussion dauert also an – und wenn diese Reform durch ist, steht auch schon die nächste an. Jetzt geht es um die Jahrgänge Ende 1950er/Anfang 1960er bei Frauen. Was jüngere Jahrgänge dereinst erwartet – und wie lange sie arbeiten müssen – wird zu gegebener Zeit politisch entschieden. «Vom Tisch» ist ein höheres Rentenalter als 65 also nicht. In dieser Reform ist das aber kein Thema. Es gibt aber eine Initiative der jungen FDP, die das Rentenalter 66 fordert – mit folgender Bindung an die Lebenserwartung.

Was halten Sie von Rentenalter 65 für Frauen? Teilen Sie Ihre Meinung mit uns in den Kommentaren.

Video
Aus dem Archiv: Parlament beschliesst Rentenalter 65 für Frauen
Aus Tagesschau vom 09.06.2021.
abspielen

Tagesschau, 10.06.2021, 18:00 Uhr;

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36 Kommentare

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  • Kommentar von marcel sigg  (Fideli)
    Und was geschieht mit den Lehrabgänger-innen die dann keinen Hob haben, weil er von 64 jährigen besetzt ist ?
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    AHV21: Höheres Rentenalter ist kontraproduktiv und für die Frauen zudem ungerecht.
    Gute Alternativen sind: Flexibilisierung des Renteneintrittsalters; Beitragserhöhungen, ev. auf Kosten von Lohnerhöhungen; neue Finanzierungsquellen (SNB-Gewinne, Umlagerung des Bundesbudgets zugunsten der AHV, Mehrwertsteuererhöhung, Finanztransaktionssteuer, Kapitalgewinnsteuer).
  • Kommentar von Martin Stäheli  (Marsus)
    Die Menschen leben Dank den guten Lebensbedingungen in der Schweiz länger und länger Gesund als vor 50 Jahren. (Kapitalismus sei dank).

    Wenn man noch gesund ist warum soll man dann nicht auch länger arbeiten statt sich von der Jungen Generation aushalten zu lassen? Falls mir niemand mehr Arbeit gibt, ich würde mich selbständig machen z. B. als Taxifahrer.

    Lasst die Jungen nicht nur noch für uns Alte schuften. Zeigt Solidarität!
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Die Leute werden dank besserer Medizin und gesunder Lebensweise immer älter, was aber nicht heißt dass sich der Alterungsprozess verzögern würde. Viele Werktätige sind mit 65 ausgelaugt und vor allem bei Berufen mit starker physischer Belastung können sie nicht mehr mithalten.