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Alarmierende Werte 53 Tonnen Mikroplastik in Schweizer Böden

Legende: Video Mikroplastik in Schweizer Böden abspielen. Laufzeit 01:34 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.04.2018.
  • Böden in Schweizer Naturschutzgebieten enthalten beträchtliche Mengen an Kleinstteilchen aus Kunststoff (Mikroplastik).
  • Die Universität Bern hat erstmals 29 Auenböden von Genf bis Graubünden untersucht.
  • Die Forscher schätzen, dass dort rund 53 Tonnen Mikroplastik liegen.
Moor mit Pflanzen und Wasser.
Legende: In vielen Schweizer Naturschutzgebieten wurden Mikroplastik-Teile im Boden gefunden. Keystone / Symbolbild

«Obwohl die Standorte in Naturschutzgebieten liegen, wurden in 90 Prozent der Böden Mikroplastik gefunden», wird Moritz Bigalke, einer der Autoren der Studie des Geographischen Instituts der Universität Bern, in einer Mitteilung zitiert. Selbst in vielen abgelegenen Berggebieten wurden kleinste Kunststoffteilchen gefunden.

Teilchen können Regenwürmer töten

Die grössten Mikroplastik-Konzentrationen fanden sich dort, wo auch grösserer Plastikabfall im Boden gefunden wurde. Allerdings fanden die Forscher auch in vielen Böden Mikroplastik, in denen keine grösseren Mengen von Plastikmüll lagen.

Weiter konnten die Forscher einen Zusammenhang zwischen der Bevölkerung im Einzugsgebiet des Flusses, der durch eine Aue fliesst, und der Verunreinigung durch Mikroplastik aufzeigen. Je mehr Personen in dem Gebiet leben, desto stärker kontaminiert sind die Böden.

Die Folgen von Mikroplastik im Boden

Metallsieb mit Mikroplastik.
Legende:1-5 mm grosser Mikroplastik aus einem Auenboden an der Maggia (TI).Geographisches Institut der Universität Bern

Der Mikroplastik im Boden kann Regenwürmer töten. Weil Regenwürmer im Boden eine sehr wichtige Funktion erfüllen, kann dadurch auch die Fruchtbarkeit der Böden beeinträchtigt werden.

Wie sich Mikroplastik auf Pflanzen und Bodenfruchtbarkeit auswirkt, ist noch weitgehend unerforscht. Ebenso wenig weiss man im Detail, wie der Transport der Teilchen über Nutzpflanzen in die menschliche Nahrungskette erfolgt.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Rainer Fauser (Rainer Fauser)
    Es gibt genügend Alternativen zum Kunststoff. Lobbyismus und Korruption hindern die Politik, das Gift zu verbieten. Wie wäre eine Volksinitiative und -abstimmung in allen Ländern zum Kunststoffverbot?
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Ich nehme an, Mikroplastik ist nicht dasselbe wie Nano-Teilchen, die noch schlimmer sind. Kunststoff sollte biologisch abbaubar sein, denn darauf ganz verzichten können wir nicht.
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  • Kommentar von Salome Schneider (Detzujiikl)
    Ich glaube nicht, dass Gebühren das Problem lösen würden. Helfen würde nur ein prominenter Hinweis auf schädliche Inhaltsstoffe auf der Verpackung oder noch besser ein Verbot entsprechender Produkte. Wirklich ökologisch unbedenklich einzukaufen ist schwierig, wenn man sich nicht die Zeit nimmt, genau zu recherchieren, was ein Produkt effektiv enthält, wie es hergestellt wurde usw., denn bedenkliche Inhaltsstoffe tauchen auch dort auf, wo man sie als Otto-Normalverbraucher gar nicht erwartet.
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