Zum Inhalt springen

Patientendossier Alle Gesundheitsdaten auf einen Blick

Karteikarten in einer Arztpraxis.
Legende: Künftig können alle Gesundheitsdaten in einem elektronischen Dossiers gesammelt werden. Keystone
  • Mit dem elektronischen Patientendossier (EPD) können ab Mitte 2018 alle relevanten medizinischen Daten abgelegt und unabhängig von Ort und Zeit von berechtigten Gesundheitsfachpersonen eingesehen werden.
  • Jeder Patient entscheidet freiwillig, ob er ein solches Patientendossier eröffnen will.
  • Ziel ist es, die Sicherheit, Qualität und Effizienz von medizinischen Behandlungen zu verbessern.

Das Patientendossier ist Teil der Gesundheitsstrategie 2020. Die Verordnungen, die der Bundesrat verabschiedet hat, regeln Technisches und Organisatorisches. Dazu gehört das Format der sogenannten Patientenidentifikationsnummer. In einem ersten Entwurf des Bundesgesetzes zu den Patientendossiers hatte der Bundesrat die AHV-Nummer zur Identifikation vorgeschlagen. Aus Datenschutzgründen fiel die Idee jedoch durch.

Freiwillig

Patientinnen und Patienten entscheiden freiwillig über die Eröffnung eines elektronischen Patientendossiers. Es besteht kein Zwang. Datenschutz und -sicherheit haben gemäss Mitteilung des Bundesamtes für Gesundheit höchste Priorität. Gemäss Gesetz kann das Personal öffentlich-rechtlicher und kantonaler Einrichtungen die Daten bearbeiten, wenn ein Patient dem EPD zugestimmt hat. Keinen Einblick haben Krankenkassen und Arbeitgeber.

Spitäler und Heime haben nun drei Jahre Zeit, das EPD einzuführen. Pflegeheimen und Geburtshäusern gibt der Bundesrat fünf Jahre Zeit. Wegen Widerstands der Ärzteschaft besteht für ambulante Leistungserbringer wie Apotheker, Hebammen, Chiropraktiker und eben Ärzte derzeit keine Pflicht zur Einführung des EPD.

Um die Einführung des elektronischen Patientendossiers voranzutreiben, kann der Bund finanzielle Anreize setzen. Das Gesetz sieht eine Finanzhilfe von 30 Millionen Franken über drei Jahre vor. Voraussetzung für die Zahlung des Bundes ist, dass die Kantone einen Beitrag in gleicher Höhe leisten.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Martin Steffen (ms_1)
    Im personalisierten Gesundheitswesen werden die Kunden gezielt mit „wissenschaftlichen“ Erkenntnissen eingeschüchtert. "Aufgrund der Datenanalyse verfügen Sie über ein erhöhtes Risiko für xyz. Deshalb sollten Sie in Ihrem Interesse präventiv diese und jene Therapie, Medikation etc. in Anspruch nehmen". Die Gesundheitsindustrie lässt so die Kosten im Gesundheitswesen weiter explodieren und kann mit der Auswertung dieser Daten quasi selber ganz gezielt ihre Umsatzdefizite ausbügeln. Fortschritt?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Noch mehr Daten der Schweizer Bevölkerung offenlegen, damit noch mehr Manipultaion vorgenommen werden kann, vom gesamten, ausbeuterischen "Gesundheits-Unwesen"?? Über allen die allmächtige, skrupellose Pharmalobby und ihre profitgierigen "Lakaien" von: dem BAG, der Forschung/Wissenschaft, der Ärzteschaft, der Spital- Klinik-Heim-"Managements", der Versicherer, der ParlamentarierInnnen mit lukrativen VR-Mandaten, ja, sogar Krebs-und Rheuma-und Co-Ligen, kassieren ebenfalls....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kurt Meier (Kurt3)
    In Portugal , dass ja von Schweizern als Entwicklungsland gesehen wird , funktioniert das seit 2016 ähnlich . Meine Daten sind zwischen Spitälern , Ärtzten , vernetzt . Wenn mein Arzt ein Rezept via PC ausstellt , bekomme ich 10 min. Später eine SMS, dass ich das Medikament in der Apotheke abholen kann . Datenschutz interressiert mich in diesem Zusammenhang nicht , der ist in der Schweiz durch die KK auch nicht gegeben .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen