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Schweiz Altern in den eigenen vier Wänden – auch eine Kostenfrage

Die überwältigende Mehrheit der Menschen lebt auch im hohen Alter noch zu Hause, viele sind auf Hilfe angewiesen. Ihre Betreuung kostet jährlich Milliarden. Wer soll dafür aufkommen? Pro Senectute nimmt die Politik in die Pflicht, Lösungen zu finden.

Legende: Video Zu Hause alt werden – wer bezahlt die Pflege? abspielen. Laufzeit 01:15 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.10.2015.

Neun von zehn Menschen in der Schweiz leben auch im hohen Alter noch zu Hause. Das ist so und das bleibt auch in Zukunft so, sagt die Schweizer Altersstiftung Pro Senectute. Sie liefert zum heutigen Tag des Alters neue Zahlen, Link öffnet in einem neuen Fenster. Sie warnt vor hohen Kosten und einem Mangel beim Pflegepersonal.

Eine Lösung hat Pro Senectute nicht parat. Doch es sei wichtig, jetzt schon eine politische und gesellschaftliche Diskussion über diese Entwicklung zu führen. Denn gemäss der Studie leben heute von den Senioren über 85 noch fast 60 Prozent zu Hause und sind unabhängig. Dieser Anteil werde konstant bleiben und das habe einschneidende Folgen für die künftigen Kosten.

Pro Senectute fordert politische Lösungen

Heute kostet die Betreuung für Senioren in ihren eigenen vier Wänden jedes Jahr rund 7,2 Miliarden Franken. Im Jahr 2030 sind es schon zehneinhalb Milliarden. Tendenz steigend. Das Gleiche gilt für den Bedarf an Pflegepersonal. Und weil wir alle immer älter werden, stehe die Schweiz da vor einer grossen Herausforderung, sagt Pro Senectute.

Zum Beispiel stellt sich die Frage, wer die Pflege bezahlt. Die medizinische Pflege wird gegenwärtig zu einem grossen Teil von der Krankenversicherung übernommen. Doch was ist, wenn die Senioren auch nicht mehr selber kochen, Wäsche waschen oder ihre Steuererklärung ausfüllen können?

Natürlich gibt es dafür Hilfsangebote, aber die müssen aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Oder Angehörige und Nachbarn helfen aus. Ob dieses Konzept auch in Zukunft noch funktionieren wird, ist für Pro Senecute fraglich. Deshalb fordert die Organisation eine politische Lösung. Es müsse gesetzlich geregelt werden, welche Leistungen die Betreuung tatsächlich umfassen soll.

Die Mühlen der Politik

In der schweizerischen Gesetzgebung ist noch nicht geregelt, welche Leistungen die Betreuung umfasst und wie der Zugang zu dieser Hilfe für alle gewährleistet werden soll. «Eine Lösung auf Gesetzesebene ist möglich, aber das ist ein langsamer Prozess», so Judith Bucher von Pro Senectute. In erster Linie brauche es direkte Unterstützung.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Wahrscheinlich ist es billiger, wenn die alten Menschen mit Unterstützung länger zu Hause bleiben können - anstatt in Altersheimen zu leben. DAS wäre doch mal eine Studie wert? Ganz abgesehen davon, haben die alten Menschen in den eigenen vier Wänden eine viel höhere Lebensqualität - und sie finden sich besser zurecht. NB die Unterstützung im Haushalt bezahlen sie selber.
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  • Kommentar von S. Meier (SM)
    Durch und mit einem BGE könnte der grösste Teil der Betreuungsarbeit wieder durch Familienangehörige übernommen werden, was dann wiederum die stark steigenden Gesundheitskosten etwas runterbringen könnte.
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  • Kommentar von Verena Eberhard (Verena Eberhard)
    Alte Leute lieben die Gewohnheit und warum sollen sie nicht zu Hause leben dürfen? Ich weiss wirklich nicht was dieses Geschnatter der Pro Senectute soll. Pflegeheme kosten das doppelte und zudem werden viele alte Menschen von den Angehörigen betreut was den Staat gar nichts kostet. Aber wieder einmal will sich eine Institution eine goldene Nase verdienen. Das Abzocken in der Schweiz nimmt absurde Normen an.
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    1. Antwort von Heinz imBoden (Berggeist)
      Altern in Heimen sind leider veraltete Institutionen die kaum mehr bezahlbar sind! Wie allgemein im Gesundheitswesen liegt das Problem eindeutig bei den Strukturen im Pflegebereich welche zu wenig flach sind, d.h. es hat zu viele gut ausgebildete Fachleute in der Administration und Verwaltung oder anders ausgedrückt zu viele "Hauptleute und zu wenig Indianer" die an der Basis bei den effektiv wichtigen praktischen Tätigkeiten eingesetzt werden und bei der Pflege mithelfen?
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