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Pisa-Studie An Pisa scheiden sich die Geister

Vor 16 Jahren erschien die erste Pisa-Studie. Die Ergebnisse waren auch für die Schweiz ernüchternd – und sie lösten diverse Reformen aus.

Ein Anfang mit Schrecken: Der Pisa-Schock erschütterte vor sechzehn Jahren Westeuropa. Im ersten grossen internationalen Schülervergleich schnitten Länder wie Deutschland, Frankreich, aber auch die Schweiz weniger gut ab, als dort gedacht wurde. Im Fernen Osten, in Australien und Neuseeland, aber auch in Finnland konnten laut Pisa-Studie die 15-jährigen Schülerinnen und Schüler besser lesen, rechnen und sie hatten auch ein besseres Verständnis von Naturwissenschaften.

Reformen und Reformvorschläge: Dem Schock folgte hektische Aktivität. Heerscharen von Erziehungswissenschaftlern und Bildungspolitikerinnen pilgerten zum Beispiel nach Finnland und brachten Reformvorschläge zurück. Zahlreiche Reformen in Schweizer Schulen waren die Folge, die grösste: Der Übergang zur geleiteten Schule. Statt nebenamtlichen Rektoren führen heute meist vollamtliche Schulleiter die Schulen.

Der Reiz des Vergleichens: Vergleichstests kamen gross in Mode und werden heute auch innerhalb der Schweiz gemacht. Die Nordwestschweizer Kantone z.B. führen eigene Checks durch, vergleichen Schulen und Schüler in den beiden Basel, im Aargau und im Kanton Solothurn. Ausserdem gab die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) eine sogenannte «Überprufung des Erreichens der Grundkompetenzen» (UeGK) in Auftrag. Diesen Frühling wurden erstmals in der ganzen Schweiz Querschnittvergleiche im Fachbereich Mathematik durchgeführt.

Die umstrittenen Folgen von Pisa: Die Professionalisierung der Schulleitungen und bessere Vergleichsmöglichkeiten von verschiedenen Schulen und Schulsystemen sind wohl die wichtigsten Folgen von Pisa – und sie werden kontrovers beurteilt. Während die einen die Anpassung der Schulen an gesellschaftliche Entwicklungen begrüssen, kritisieren andere die «Reformitis» und beklagen, dass Schulen nur noch als Lieferanten von künftigen Arbeitskräften betrachtet werden.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von John Johnson (Kelten)
    In Anbetracht der vielen eingewanderten Kinder-Wirtschaftsflüchtlinge, welche ohne Deutschkenntnisse eingeschult wurden und werden; und die Tatsache, dass in der Schweiz aktuell mehr ausländische Kinder geboren werden als Schweizer Kinder, finde ich das Ergebnis (492) des Lesens erstaunlich gut. Anderseits beobachte ich im Berufsleben bei den Auszubildenden tendenziell, dass sie grundsätzlich schnell aber umsomehr oberflächlich mit eingeschränkter Konzentration fehlerhaft lesen bzw. arbeiten.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Bei nahezu einer Million Analphabeten in der CH eine unlösbare Sache -selbst einfache Grundschulabgänger Null Chancen alle 11 Aufgaben richtig zu lösen. Doch diese Fragen entscheiden nicht alleine über Intelligenz -das Spektrum der Klugheit ist viel breiter gestreut. Dazu gehört auch die emotionale Intelligenz, die körperliche Reaktionsfähigkeit ( Motorik ), die Kreativität und der Charakter einer Person. Also vergesst diesen Test aber rasch -er sagt nahezu Nichts aus über einen Menschen.
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    1. Antwort von John Johnson (Kelten)
      @Kaiser. Zum Teil bin ich mit Ihnen einverstanden. Intelligenz und schulische Leistungsfähigkeit sind für mich ebenfalls weitgehendst zwei unterschiedliche Eigenschaften und Kriterien. Die beste Zukunftbasis haben aber diejenigen, bei denen die Intelligenz UND gleichzeitig die gute schulische Leistungsfähigkeit vorhanden ist. Ich kenne z.B. viele äusserst intelligente Menschen welche aber zwei linke Hände haben; oder solche, welche grosse Mühe haben sich verständlich zu artikulieren...
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  • Kommentar von Roland Brechbühl (RoBre)
    Viele (Hirn)Forscher und Psychologen haben oft darauf hingewiesen, dass Musik und Kunst, also grundsätzlich Kreativität, aber auch Sport, Entspannung zwischendurch, bessere Ergonomie an den Pulten und Anlagen sowie die Wissensvermittlung draussen und mit praktischen Dingen zum Erfolg führt. Aber genau da wird gespart. Seit Pisa: Mehr Mathematik-Stunden, mehr Stoff büffeln auf die althergebrachte Tour. ...
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    1. Antwort von Lutz Bernhardt (lb)
      Echtes Mathematik-Verständnis hat sehr viel mit Gefühl, Musik, Kunst und Kreativität zu tun. Woher weiss ich sonst, dass eine gefundene Formel "schön" ist? Musik und Kunst sind ganz wichtig für mathematisches Verständnis.
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