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Anhaltende Niederschläge Nun steigt die Hochwasser-Gefahr im Flachland

  • Die Gefahr von Erdrutschen, Murgängen und Hochwasser nimmt weiter zu, weil mit den milderen Temperaturen die Schneefallgrenze vor allem nördlich der Alpen ansteigt.
  • Wegen des grossflächigen Niederschlags gilt am Rhein unterhalb der Aare-Mündung Hochwassergefahr der Stufe 3, wie das Bundesamt für Umwelt mitteilt.
  • In Basel wurde daher das Jugendbücherschiff in Sicherheit gebracht. Das Linienschiff wurde vom Anlegeplatz an der Schifflände weggefahren und am Dreiländereck beim Rheinhafen in Kleinhüningen sicher vertäut.
Legende: Video Regen sorgt für Hochwasser und Erdrutsche abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus SRF News vom 22.01.2018.

Die Niederschläge der letzten 48 Stunden hätten in Kombination mit Schneeschmelze zu einem verbreiteten Ansteigen der Wasserstände in den Gewässern auf der Alpennordseite geführt, teilte der Kantonale Führungsstab (KFS) mit.

Am Hochrhein ist das Abflussniveau weiterhin überdurchschnittlich hoch. Vielerorts herrscht eine starke Bodenfeuchte, was zu einer hohen Abflussbereitschaft führt. Es sei nicht auszuschliessen, dass die Pegelstände stärker ansteigen werden als derzeit erwartet, warnt der KFS.

Der Führungsstab beschloss auf Antrag der regionalen Führungsorganisation Unteres Fricktal, in den gefährdeten Uferzonen am Rhein der Gemeinde Wallbach sowie bei Brugg an Aare und Reuss mobile Hochwasserschutzelemente aufzustellen.

Der Pegel steigt und steigt

Der Pegel stand am Montag kurz nach 11:00 Uhr in Basel-Rheinhalle bei 770 Zentimetern und stieg weiter an. Steigt der Pegel über 820 Zentimeter, wird die Schifffahrt zwischen dem nächsten unterhalb von Basel gelegenen Stauwehr von Kembs (F) bis nach Rheinfelden AG gesperrt. Je nach Prognosemodell könnte diese Marke gemäss Bundesdaten noch am Montagabend oder in der Nacht auf Dienstag erreicht werden.

Regen und Schnee halten gemäss SRF Meteo weiter an – der Wetterdienst rechnet mit 20 bis 50 Millimeter Niederschlag. Fällt nach viel Schnee warmer Regen, schwellen die Bäche an. Das tun sie derzeit rasch.

Die Schifflände als zentralste Basler Anlegestelle liegt an der Aussenseite einer Krümmung des Rheins, einem so genannten «Prallhang», und ist so der Kraft der Strömung voll ausgesetzt. Der Rheinhafen hingegen liegt am Gleithang am anderen Ufer und ist weniger exponiert.

Entwarnung am Mittwoch?

Auch andere Stege und tiefere Uferwege in Basel sind derzeit unsicheres Terrain: Die Polizei rät, manche Stellen am Ufer von Rhein, Birs und Wiese zu meiden. Zwar besteht keine direkte Gefahr, doch bei einem Fehltritt wäre eine Rettung aus den Fluten laut einem Polizeisprecher wegen der starken Strömung unmöglich – Retter müssten ihr eigenes Leben in Gefahr bringen.

Schon vorab hatten die Behörden wegen der angekündigten Wassermassen im Rhein angekündigt, dass wohl am Montagnachmittag die Schifffahrt eingestellt werden müsse. Die Limite für die Sperrung der Stadtstrecke Basel-Birsfelden BL liegt bei 790 Zentimeter; nach elf Uhr stand der massgebliche Pegel Basel-Rheinhalle bei 770 Zentimetern und stieg weiter.

Spätestens am Mittwoch soll die Flut jedoch so rheinabwärts geflossen sein, dass die Schiffe in Basel wieder ablegen können. Solche Hochwasserlagen sind am Rheinknie nicht aussergewöhnlich. Sie treten vor allem im Frühjahr bei der Schneeschmelze auf. Dass man in Basel an tieferen Uferpartien im Kleinbasel Sandsäcke legen muss, ist hingegen recht selten. Angesichts der aktuellen Prognosen rechnen die Behörden nicht mit einer solchen Entwicklung.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Also das Einfamilienhaus dort am Bach... Wer so an ein Gewässer baut? Ich weis nicht. Da solte mal die Gebäudeversicherung nachschauen. Und mit der Kamera auf der Rheinoberfläche kann ich selbst bei Niedrigwasser eine Flut Filmen... Infogehalt: Minimal
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