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Schweiz Anstieg der Asylgesuche an Schweizer Ostgrenze

Immer mehr Migranten erreichen Westeuropa über den Balkan und die Länder Osteuropas. Das zeigt sich auch in der Schweiz. Im letzten Monat sind die Asylgesuche in der Ostschweiz angestiegen – und das dürfte sich so rasch nicht ändern.

Legende:
Zunahme an rechtswidrigen Aufenthaltern in der Ostschweiz Die Zollverwaltung stellt in den ersten sieben Monaten des Jahres 2015 eine Zunahme an rechtswidrigen Aufenthaltern fest. Der Grossteil der rechtswidrigen Aufenthalter findet sich jedoch nach wie vor an der Südgrenze. Eidgenössische Zollverwaltung

Neue Flüchtlinge kommen in die Ostschweiz. Sie kommen aus dem Nahen und Mittleren Osten über den Balkan und Österreich zu uns. Lea Wertheimer vom Staatssekretariat für Migration (SEM): «Wir stellen fest, dass im vergangenen Monat mehr Asylsuchende in der Ostschweiz angekommen sind. Es sind höhere Zahlen von Afghanen und Syrern, die über die Balkanroute in die Schweiz reisen.»

In Altstätten seien im Juli mehr als doppelt so viele Asylgesuche gestellt worden – 350. In Kreuzlingen seien die Gesuche um vierzig Prozent auf 700 angestiegen. Auch das Grenzwachtkorps beobachtet, dass diese Route wichtiger geworden ist.

Mehrheitlich Afrikaner an Tessiner Grenze

Es zählt in dieser Region fast dreimal mehr Menschen ohne Papiere oder Visa – so genannte «rechtswidrige Aufenthalter». Diese Migranten kommen zusätzlich zu jenen, die nach der Mittelmeer-Passage über Italien im Tessin in die Schweiz gelangen. Deshalb sind im Tessin die Asylgesuche nicht zurückgegangen. Dort stellen nun mehrheitlich Menschen aus den afrikanischen Ländern Asylgesuche.

Ein Blick in die Statistik zeigt jeweils deutlich mehr Asylgesuche während der warmen Jahreszeit – dann, wenn das Mittelmeer ruhig ist und die Flüchtlings-Boote den Seeweg besser passieren können als in der kühlen stürmischen Jahreszeit.

Ob mit der vermehrt genutzten Landroute die Zahl der Asylgesuche im Winter weniger zurückgeht, dazu will sich das SEM derzeit nicht äussern. Lea Wertheimer sagt nur so viel: «Wie sich das in Zukunft verändern wird, ist schwierig zu sagen. Man muss davon ausgehen, dass diese Tendenz bleibt.»

Balkan nun gleich wichtig wie Mittelmeer

Einer der Gründe, warum etwa die syrischen Flüchtlinge nicht mehr via die Türkei und Libyen über das Mittelmeer nach Europa kommen, hat damit zu tun, dass sie seit letztem Winter ein Visum brauchen. Somit bietet sich der Landweg an.

Die Route über den Balkan nach Europa ist inzwischen gleich wichtig wie die Route über das Mittelmeer. Das gibt Frontex an – die europäische Grenzschutz-Agentur.

Für die Schweiz gilt das trotz der neuen Flüchtlinge in der Ostschweiz nicht. Die Zahlen zeigen: Im Tessin stellen nach wie vor mehr Migranten ihr Asylgesuch als in den Kantonen St. Gallen und Thurgau. Das Staatssekretariat für Migration sagt denn auch: Wer auf der Balkan-Route migriert, steuert nicht in erster Linie in die Schweiz.

79 Kommentare

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  • Kommentar von P. Fürst., Winterthur
    Hinter dem ganzen tragischen Dilemma stehen nicht zuletzt ökonomische Ursachen. Werden diese nicht demokratisch repolitisiert, wird sich auch die jetzige Migrationssituation nicht ändern.
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  • Kommentar von Esther Baumann, Zürich
    Europa mit moslemischen Flüchtlingen, echte und unechte, zu fluten, war schon eine Drohung Ghaddafis, die nun vom IS usw. ausgeführt wird. Dass ausgerechnet Schutz bei den "Ungläubigen" gesucht wird, derweil in gewissen islamischen Ländern die Christen Diskriminierungen und Gewalt ausgesetzt sind, macht mich stutzig. Das Davonlaufen all der jungen Männer hilft dem Gewaltsystem in den Herkunftsländern nicht. Darum gehört das Asylwesen in der Schweiz in die Hände der SVP. WIR haben es in der Hand.
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    1. Antwort von U. Müller, Bern
      Ja, Frau Baumann, so wie Sie das sehen, würde es mich auch stutzig machen. Weiss man aber, dass der Ex-Srategieminister von Donald Rumsfeld seine Strategie gar in einem Buch veröffentlicht hat, sieht die Sache logischer aus: Denn es war sein Plan, in den sog. "Schurkenstaaten" erst für Chaos und Krieg zu sorgen, dann alle Flüchtlinge gezielt nach Europa zu treiben, damit Europa geschwächt wird. Geht super auf, bis jetzt! Und wozu soll das gut sein? Die USA will die Weltherrschaft (...)
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    2. Antwort von Maria Fechter, Zürich
      @U. Müller: Ich sehe vielmehr,dass die USA gar nichts mehr unter Kontrolle haben, nicht mal mehr in den USA selbst (illegale Einwanderung, Rassenunruhen,Staatsverschuldung). Auch sehe ich keine Logik hinter einer angeblich gewollten Destabilisierung Europas. 1.ist Europa wichtiger Absatzmarkt 2.sind die USA mit halb Europa in einer NATO-Partnerschaft (schwächelt Europa, schwächelt die NATO) 3.Europa ist wichtig für die G7(wird angesichts der stärker werdenden BRICS-Staaten wohl noch wichtiger).
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    3. Antwort von m.mitulla, wil
      Uups..M.Fechter, da überschätzen Sie den Einfluss Europas auf die Nato gewaltig. Die USA führen v.a. die Finanzströme aus Europa ab - im Gegensatz dazu exportieren sie Kredite, also Schulden. Die USA sind die absolute Weltmacht, auch ohne Europa. Lesen Sie die Aussagen des US-Strategen (u.a.v. Rumsfeld) Thomas P. M. Barnett o.a. wie Paul Wolfowitz, George Friedman oder Zbigniew Brzezinski. Im Wesentlichen sagen alle dasselbe aus. Die grösste Konkurrenz für die USA wäre eine Zusmmanarbeit D - RF.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Jeder der hier um die Schweiz Besorgten hat es in der Hand, dem BR eine Nachricht per https://www.admin.ch/gov/de/start.html zu senden um seiner Sorgen Ausdruck zu geben.. das ist in einer Demokratie meglich und ein BR muss wissen wie das Volk tickt.. also sagt es ihm! Aber seid hoeflich und logisch... hilft mehr als Hasstiraden!
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