Ansturm auf Pädagogische Hochschulen

Die Pädagogischen Hochschulen in der Schweiz verzeichnen Rekordzahlen. Der Run auf die Ausbildungsplätze für künftige Lehrer stellt die Hochschulen vor neue Herausforderungen.

Menschen laufen durch einen grossen Saal

Bildlegende: Der rege Betrieb in den nationalen PHs (wie hier in Bern) ist Erfolg und Problem zugleich. Keystone

In den letzten Jahren haben sich mehr und mehr Studierende an den PHs – den Pädagogischen Hochschulen – eingeschrieben. Im Schnitt waren es zehn Prozent mehr pro Jahr.

«Der Trend hält weiterhin an. Besonders ausgeprägt ist das an den grossen Pädagogischen Hochschulen, zum Beispiel Zürich, Nordwestschweiz, Bern und Zentralschweiz», sagt Madeleine Salzmann von der Konferenz der kantonalen Erziehungs-Direktoren.

Platznöte

Blicken wir zuerst auf die PH Zürich: Da sie erst kürzlich neue Räumlichkeiten bezogen habe, kämpfe sie trotz steigender Studierendenzahlen nicht mit Platznot – sagt Rektor Walter Bircher: «Wir haben aber ein Problem mit diesen Studierendenzahlen, weil wir Mühe haben, genügende Ausbildungsplätze in den Schulen, also in der Praxis zu finden. Wir suchen ständig Praxislehrpersonen.»

Dieses Problem kennen weitere PHs – etwa die PH Luzern. Dazu werde es hin und wieder eng, sagt Rektor Hans-Rudolf Schärer: «Wir haben in einzelnen Bereichen Platzprobleme, also wenn es um Spezialräume geht. Beispielsweise für den Bereich des Werkens», oder beim Musik-Unterricht. Hier miete sich die PH jeweils andernorts ein – und komme so über die Runden.

Wartelisten am Horizont

Die Gründe für den Boom bei den PHs sind vielfältig. Unter anderem braucht die Schweiz mehr Lehrkräfte: Es werden starke Jahrgänge eingeschult, und in den Lehrerzimmern steht ein Generationenwechsel an.

Vor kurzem haben die Pädagogischen Hochschulen noch um mehr Studierende geworben, erfolgreich, wie die Zahlen zeigen. Kleinere PHs denken daher bereits über Wartelisten oder Zulassungsbeschränkungen nach.