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Schweiz Arbeit um jeden Preis

4000 Spanier machten sich im vergangen Jahr auf den Weg in die Schweiz, um Arbeit zu finden. Sie setzten alles auf eine Karte, um einen Job zu ergattern – doch die Chancen sind klein. Die «Rundschau» zeigt das Schicksal von Ximena und Ivan Cordova aus Barcelona.

Legende: Video Dringend gesucht: Arbeit abspielen. Laufzeit 12:00 Minuten.
Aus Rundschau vom 06.02.2013.

Mit den letzten 800 Euro sind sie vor einem Monat per Bus von Barcelona nach Zürich gereist. Ximena und Ivan Cordova besitzen den spanischen Pass. Ursprünglich kommen sie aus Ecuador. Lateinamerikaner wie sie waren in Spanien gefragt als die Wirtschaft boomte, heute gehören sie zu den grossen Verlierern in der Wirtschaftskrise mit rekordhohen Arbeitslosenzahlen. Das Migrantenpaar musste ihre Kinder zur Grossmutter nach Ecuador schicken.

Ohne ihre Kinder, ohne Geld und ohne Arbeit

Das Geld von Ximena und Ivan Cordova ist aufgebraucht. Die erhoffte Arbeit ist nicht in Sicht. Ohne Deutschkenntnisse sind die Chancen äusserst schlecht. «Als wir in Spanien die Stelle verloren, ging die Eigentumswohnung an die Bank, weil wir die Hypothek nicht mehr bezahlen konnten», sagt Ximena Cordova. «Plötzlich waren wir auf der Strasse, deshalb haben wir beschlossen in der Schweiz eine Stelle zu suchen.»

Warmes Essen bei der Hilfsorganisation

Jeden Mittag sind die beiden im Zürcher «Chrischtehüsli» anzutreffen, einer christlichen  Hilfsorganisation für drogensüchtige Menschen. Seit vergangenem Herbst sind immer mehr Arbeitssuchende aus Spanien dort, um einmal im Tag etwas Warmes zu essen. Die Hilfsorganisation unterstützt die Migranten beim Schreiben eines Lebenslaufes und bietet Deutschkurse an. Ein Unterstützung, die das Sozialdepartement der Stadt Zürich nicht gerne sieht. Man befürchtet eine Sogwirkung.

Ein kalter Raum im Keller für 1300 Franken

Gelegentlich kann Ximena Cordova für eine oder zwei Stunden als Putzfrau etwas verdienen. Damit sie sich aber in Zürich eine Wohnung leisten können, braucht das Paar eine Festanstellung.

Der «Rundschau» zeigen sie, wo sie in Zürich Unterschlupf gefunden haben: in einem unterkühlten Raum im Keller eines Mietshauses – dafür müssen sie 1300 Franken bezahlen. «Es ist zu teuer. Der Vermieter weiss, dass wir in einer Notlage sind», sagt Ivan Cordova. «Wir haben nichts anderes gefunden. Deshalb sind wir hier.»

Zurückkehren heisst scheitern

Trotz der verzweifelten Lage kommt für die beiden eine Rückkehr nach Spanien nicht in Frage. «Das würde ja heissen, dass wir uns umsonst von unseren Kindern getrennt haben», sagt Ximena Cordova. «Wir brauchen eine Arbeit in der Schweiz. Um jeden Preis.»

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23 Kommentare

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  • Kommentar von grudvro, Adliswil
    So schwierig die Lage in Spanien auch sein mag, es kann nicht sein, dass jetzt wieder alle Wirtschaftsflüchtlinge bei uns landen. Das Pärchen kam vor drei Wochen mit 800 E in die Schweiz, ohne Job und Wohnung? Das Kellerloch soll 1300 Fr. kosten, wie kann man das bezahlen mit ein bis zwei schwarz Putzstunden? Diese Reportage war alles andere als seriös recherchiert.
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  • Kommentar von Rainer Fauser, Augsburg
    Wer's im eigenen Land nicht schafft: im andern auch nicht. Es braucht halt auch eine gewisse Qualifikation. Vielen Dank für den Tränendrüsenbericht. Krise hin oder her: 1. kann die CH nicht für sämtliche Wirtschaftsflüchtlinge der Welt die Haftung übernehmen, 2. genau solche Sklaven will doch die Wirtschaft. 3.ist die Immigration aus verarmten EU (-Süd)Ländern zukünftig Treiber von Lohnsenkungen bis zum Dumping, Arbeitslosigkeit hierzulande, Ausbeutung hiesiger Sozialwerke usw... .
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  • Kommentar von Andreas Meister, Zürich
    Wer in ein anderes Land reist ohne dessen Sprache zu kennen, ohne Geld und ohne die Gepflogenheiten der anderen Nation ist naiv. Die Schweiz wurde bewusst ausgesucht um als Wirtschaftsflüchtling am meisten profitieren zu können. Natürlich ist jedes Schicksal bedauernswert, aber in Lateinamerika ist die Wirtschaft seit Jahren am boomen. Es gibt zig tausende von Spaniern die jedes Jahr nach Lateinamerika auswandern und auch erfolgreich sein. Der Report widerspiegelt nicht die Wahrheit.
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