Arbeitgeberverband plädiert für Frühfranzösisch an Primarschulen

Frühfranzösisch in der Primarschule – damit tun sich einige Kantone schwer. Bundesrat Alain Berset droht einzugreifen. Er schickte eine Änderung des Sprachengesetzes in die Vernehmlassung. Die Verankerung des Unterrichts in einer zweiten Landessprache wird von Teilen der Wirtschaft unterstützt.

valentin vogt

Bildlegende: Arbeitgeber-Präsident Vogt: Notfalls muss der Bundesrat eingreifen, wenn die Kantone sich nicht einigen können. Reuters

Meetings statt Sitzungen, Businesslunch statt Geschäftsessen, Sales Manager statt Verkäufer – Englisch dominiert in der Wirtschaft.

Keine Bevormundung der Kantone

«Ja, schon», sagt Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes. Aber er ergänzt in gleichem Atemzug: «Die Schweiz ist ein Land der KMU – sehr viele Betriebe sind regional tätig und haben zu einem grossen Teil auch französischsprachige Kunden. Hier hilft es sicher, wenn man diese Landessprache versteht. Man muss sich vielleicht nicht aktiv ausdrücken können. Aber letztlich die Sprache des anderen verstehen.»

Dem Arbeitgeberverband gehe es in erster Linie um die bildungspolitische Frage und nicht darum, die Kantone bevormunden zu wollen.

«Wir haben Leute, die auch mobil sein müssen. Deshalb sollten wir die Harmonisierung der Ausbildung in der Schweiz vorwärts treiben. Wenn Familien nicht umziehen können, weil die Schulsysteme nicht harmonisiert sind, dann ist das ein Problem», fügt Vogt hinzu.

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Sprachenstreit aus welscher Sicht

2:12 min, aus Tagesschau vom 13.10.2016

Economiesuisse anderer Meinung

Deshalb befürwortet der Arbeitgeberverband, dass notfalls der Bundesrat eingreift, wenn sich die Kantone nicht einigen können.

Keine Unterstützung bekommt der Bundesrat hingegen von Economiesuisse. Auch die Mehrheit der Kantone stemmt sich vehement gegen ein Eingreifen in ihre Bildungshoheit.

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