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Lohnverhandlungen Arbeitnehmende mit mittlerem Lohn gehen leer aus

Legende: Audio Nicht alle profitieren von Lohnerhöhungen abspielen. Laufzeit 1:53 Minuten.
1:53 min, aus HeuteMorgen vom 19.12.2016.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Gewerkschaften informieren heute, wie die Verhandlungen über die Löhne im nächsten Jahr laufen.
  • Es ist damit zu rechnen, dass es in einigen Branchen Nullrunden gibt.
  • Von den Lohnerhöhungen profitieren Top-Verdienende und Arbeitnehmende mit tiefen Löhnen.
  • Arbeitnehmende im mittleren Lohnsegment gehen leer aus.

Im Durchschnitt haben Schweizer Arbeitnehmende in den letzten Jahren trotz angespannter Wirtschaftslage stets Lohnerhöhungen bekommen. Doch in den Betrieben profitieren längst nicht alle Angestellten gleich stark von den Lohnerhöhungen. Laut Michael Siegenthaler, Konjunktur- und Arbeitsmarktforscher an der ETH Zürich, sind vor allem die hohen und tiefen Löhne in den letzten Jahren gewachsen. Die mittleren Löhne gingen leer aus.

Computerisierung bringt Arbeitnehmende in Bedrängnis

Der Lohnanstieg bei den tiefen Löhnen erklärt sich mit der Einführung von Mindestlöhnen. Bei den mittleren Löhnen kamen viele Arbeitnehmende unter Druck, weil ein Teil ihrer Arbeit neu von Computern übernommen werden kann. Zum Beispiel bei Sekretariatsjobs oder beim Bedienen von Maschinen ist dies laut Siegenthaler der Fall.

Generelle statt individuelle Lohnerhöhungen

Daniel Lampart, Chefökonom beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund, stellt fest, dass Arbeitnehmende mit einer Lehre schlechter gestellt sind als jene mit einem Studium. Die Lohnschere zwischen Teppichetage und den Arbeitnehmenden mit einer Lehre müsse sich weiter schliessen, meint Lampart. Entsprechend wehren sich die Gewerkschaften gegen den Trend, dass Unternehmen vor allem individuelle statt generelle Lohnerhöhungen gewähren.

Legende:
Lohnquoten seit 1990 Arbeitnehmerentgelt in % vom BIP kof

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Ist das etwas neues? Seit Jahrzehnten öffnen sich doch die Lohn- und Vermögensschere sowie neue Steuerlöcher für die Reichen und Superreichen und kaum einer schaut hin bzw. bei fast jeder Abstimmung, die Gegensteuer geben will, pflegen viele Betroffene Stimmabstinenz oder noch schlimmer, stimmen gegen ihre eigenen Interessen. Erbschaftssteuer, lohnabhänge KK Prämien, massive Steuerprivilegien für Villenbesitzer (kl. Hüslibsitzer profitieren mässig aber mehr als Mieter) etc. lassen grüssen ....
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  • Kommentar von Kurt Wirz (kw)
    Ich habe immer gedacht, dass das traditionelle Familienmodell quasi Mittelstand bedeutet, dass der Mann arbeiten geht und mit seinem Lohn Miete, Haushalt, Versicherungen, Ferien und alles andere auch finanziert. So etwas funktioniert heute mit einem Durchschnittseinkommen nicht mehr. Es sei denn, das Durchschnittseinkommen beträgt über 100'000.- p.a. Das kann doch aber auch nicht sein, oder? Also, definiert mir mal jemand den Begriff "Mittelstand", bitte?
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Noch vor ca. 20 Jahren gehörte zum Mittelstand, wer ein Jahreseinkommen von 50'000 bis 60'000 Franken hatte. Heute müssen es zwischen 100'000 bis 200'000 Franken sein. Da darf es nicht wundern, wenn die Schere zwischen Arm & Reich immer weiter aufgeht. Und daran ist zu sehen, dass dieser Wachstum, den die Wirtschaft immer weiter treibt, eben mehr Verlierer als Gewinner macht.
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  • Kommentar von Frank Maurer (Frank Maurer)
    Ich behaupte jetzt einfach mal ohne grosse Recherche und Statistik, dass die mittleren Einkommen leer ausgehen weil der grosse Haufen der "Normalverdiener" in KMU's beschäftigt ist. Dort gibt es keine Lohnklassen wie z.B. beim Bund/Kanton oder Grossunternehmen, wo man nach Dienstjahren mehr verdient. Die KMU's sind halt viel härter dem rauen Wind der globalisierten Marktwirtschaft ausgesetzt und dementsprechend wird dort jeder Rappen zweimal umgedreht bevor ausgegeben.
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (Brücken- statt Mauerbau!)
      Da liegen sie etwas daneben. Die meisten KMU haben sich Gesamtabeitsvertragsregelungen ihrer Verbände unterworfen /angegliedert und sind demnach nicht ganz frei in der Lohngestaltung.
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    2. Antwort von Frank Maurer (Frank Maurer)
      Gilt aber nur für Mindestlohn, nach oben gibt es keine Regelung.
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