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Schweiz Arbeitslosigkeit steigt im Januar leicht an

Die Schweiz hat wieder mehr Arbeitslose: Insgesamt waren im Januar 148'258 Personen arbeitslos, 13'841 mehr als noch vor einem Jahr. Das entspricht einem Anstieg von 10,3 Prozent innert eines Jahres. Gross sind die Unterschiede in den Landesteilen.

Die Arbeitslosenquote ist von 3,3 Prozent im Dezember auf 3,4 Prozent im Januar angestiegen. Im Vergleich zum Dezember waren damit 5849 Personen mehr bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt eine Arbeitslosenrate von 3,4 Prozent prognostiziert.

Vor allem saisonale Gründe

Das Seco begründet den Anstieg vor allem mit jahreszeitlichen Gründen: Drei Viertel der Zunahme seien saisonal verursacht, ein Viertel habe konjunkturelle Gründe, sagte Dominique Babey vom Seco gegenüber SRF. «Wir merken eine kleine Verschlechterung bei der Konjunktur.» Eine wichtige Rolle spiele im Winter jeweils das Baugewerbe. Hier habe die Arbeitslosigkeit um 8 Prozent zugenommen.

Gegenüber Januar 2012 ist die Arbeitslosigkeit um 10 Prozent gestiegen. Laut Babey sind hierfür vor allem die Banken, die Informatik-Branche, der Gross- und Autohandel sowie das Transportwesen verantwortlich. Hier seinen überdurchschnittliche Zuwachsraten bei der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.

Jugendarbeitslosigkeit leicht gestiegen

Nach wie vor gross sind die Unterschiede zwischen den Landesteilen: Während die Quote in der Deutschschweiz bei 2,8 Prozent liegt, beträgt sie in der Westschweiz und im Tessin 5 Prozent.

Auch die Jugendarbeitslosigkeit hat im Januar im Vergleich zum Vormonat zugenommen. Schweizweit waren 857 mehr 15- bis 24Jährige auf der Suche nach einer Arbeitsstelle. Dies entspricht einem Plus von 4,2 Prozent. Insgesamt waren im Januar 21'207 Jugendliche ohne Arbeit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Anstieg um 1790 Personen (+9,2 Prozent). 

Im Januar waren gemäss Seco-Angaben 201'776 Stellensuchende registriert, 4878 mehr als im Dezember 2012. Ihnen gegenüber standen 14'559 offene Stellen (+837).

Kurzarbeit auf tiefem Niveau trotz Anstieg

Wie das Seco weiter festhält, war gegen Ende 2012 auch ein Anstieg bei der Kurzarbeit zu verzeichnen. Im November 2012 – die Zahlen zur Kurzarbeit erscheinen jeweils mit einer einmonatigen Verspätung – waren es insgesamt 9671 Personen (+19,2 Prozent), die betroffen waren. Allerdings betont Dominique Babey vom Seco, die Kurzarbeit liege auf sehr tiefem Niveau. Er erinnert in diesem Zusammenhang an die Situation Ende 2009, als 60'000 Personen von Kurzarbeit betroffen gewesen seien.

Legende: Video «Stellungnahme des Seco zur Arbeitslosigkeit» abspielen. Laufzeit 0:32 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 08.02.2013.

Gemäss vorläufigen Angaben der Arbeitslosenversicherungskassen verloren im Verlauf des Monats November 2012 zudem 2625 Personen ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Frei, Uri
    Alle die gemeldet sind werden aufgeführt , aber es gibt einen riesigen Graubereich, die sich nicht melden . Wer nur Teilzeit oder temporär Arbeitet , der ist nicht Arbeitslos ,aber trotzdem hat er auch 6 - 8 Wochen keine Arbeit . Diese Person melden sich sicher nicht oder nur selten. Diese Zahlen stimmen also nur teilweise .
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 sSans
    Dominique Babey, Seco bermerkt eine kleine Verschlechterung der Konjunktur». Wenn das in unserem Land so weiter geht, könnte diese „kleine“ Verschlechterung bald wachsen. Der Trend scheint in diese Richtung zu gehen. Die Gründe sind nicht nur konjunktureller oder saisonaler Natur. Es darf nicht verschwiegen werden, dass wir irgendwie bereits vom EU-Virus infiziert. sind. Wie sähen die Arbeitslosenzahlen wohl aus, wären wir schon längere Zeit in der "Krisenunion"?
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  • Kommentar von Marlene Zelhger, 6370 stans
    Logisch steigt die Arbeitslosenzahl. Es kommen ja immer mehr Einwanderer in die Schweiz, die ebenfalls in die Falle der Arbeitslosigkeit geraten können. Diese Tatsache belastet folglich unsere Sozialwerke. Die PFZ sollte endlich hinterfragt, statt trotz aller Misere hochgejubelt und verteidigt werden. Ferner MUSS die Ventilklausel ohne Wenn und Aber ohne lange Diskussion in Kraft gesetzt werden, und zwar so lange, bis sich die Lage entspannt hat. .
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