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Schweiz Arbeitsmarkt stabil – trotz Frankenschock

In der Schweiz waren Ende Februar fast 150'000 Personen als arbeitslos registriert. Damit bleibt die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat unverändert – bei 3,5 Prozent. Im Februar haben jedoch mehr Unternehmen Kurzarbeit beantragt.

Der Schweizer Arbeitsmarkt ist in einer robusten Verfassung – vom Frankenschock ist noch nichts zu spüren. Im Februar ist die Zahl der Arbeitslosen sogar leicht zurückgegangen. Die Quote bleibt unverändert bei 3,5 Prozent.

Porträt von Oliver Schärli. (seco)
Legende: Oliver Schärli: «Heute gibt es keine Anzeichen für einen massiven Einbruch auf dem Arbeitsmarkt.» seco

«Der Arbeitsmarkt funktioniert gut»

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat nichts anderes erwartet. Oliver Schärli, Leiter Arbeitsmarkt beim Seco, sagt: «Wenn man die saisonbereinigte Arbeitslosenquote anschaut bewegen wir uns seit Januar 2013 zwischen 3,1 und 3,2 Prozent der Arbeitslosigkeit.»

Das sei schon fast eine historische Seitwärtsbewegung im Arbeitsmarkt seit Januar 2013. Der Schweizer Arbeitsmarkt sei sehr flexibel, die Stellensuchenden würden gut aufgenommen und auch die Wirtschaftslage habe sich seit der Finanzkrise gut stabilisiert, so Schärli. «Insofern funktioniert der Arbeitsmarkt sehr gut.»

Seco erwartet minime Veränderung

Bezüglich der Aufhebung des Euro-Mindestkurses erwartet das Seco in drei bis sechs Monaten Veränderungen in der Statistik. Es sei üblich, dass der Arbeitsmarkt etwas verzögert reagiere.

Schärli geht – mit Blick auf die Voranmeldungen zur Kurzarbeitsentschädigungen – von minimen Veränderungen aus. «Heute haben wir keine Anzeichen dafür, dass der Arbeitsmarkt vor einem massiven Einbruch steht», so Schärli im Gespräch mit SRF.

Die Zahlen, die das Seco präsentierte, können in der Tat als sehr solid bezeichnet werden. Im Vergleich zum Januar waren sogar 1025 Personen weniger arbeitslos. Gleichzeitig erhöhte sich die bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldeten offen Stellen um 617 auf 10'289. Bei den Jugendlichen und im Bauwesen ist gemäss Schärli eine saisonbedingte Erholung erkennbar.

«Unsicherheit bei Firmen ist gross»

Die Schlagzeilen von Unternehmen vermitteln derzeit ein anderes Bild. Fast Woche für Woche wird vermeldet, eine Schweizer Firma wolle Stellen abbauen oder die Produktion ins Ausland verlagern. Das passt mit der heutigen Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht zusammen.

Schärli antwortet denn auch auf die Frage von SRF, man müsse vorsichtig sein mit der Interpretation dieser Zahlen. Derzeit sei die Unsicherheit (der Firmen) sehr gross, weil nach wie vor nicht klar sei, wie sich der Euro-Franken-Kurs entwickeln werde. «Möglicherweise sind diese Schlagzeilen eher der Unsicherheit geschuldet als faktisch grösseren Krisen.»

Bund korrigiert Prognose nicht

Trotzdem: Nach dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank haben verschiedene Institute ihre Prognosen angepasst. Der Bund noch nicht. Wann zieht das Seco nach? «Es gab einige – ich nenne sie Ad-hoc-Prognose-Anpassungen – die sehr unterschiedlich waren. Sie pendeln zwischen minus 0,5 Prozent bis zu plus 0,8 Prozent BIP-Wachstum für dieses Jahr – ein heterogenes Bild.

Die Expertengruppe des Bundes habe entschieden keine solchen Prognosen vorzunehmen. Die neusten Prognosen würden am 19. März präsentiert – es sei zu erwarten, dass sie sich möglicherweise leicht nach unten korrigieren würden.

Tatsächlich präsentiert sich die Lage zurzeit weit weniger schlimm als vor sechs Jahren, als die Schweiz unter den Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise litt. Damals, im Februar 2009, waren 1505 Betriebe auf Kurzarbeit, also zweieinhalb Mal so viele wie heute.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Gurzeler, Winterthur
    Es ist seit einiger Zeit so, das die Langzeitarbeitslosigkeit verzögert zwischen 5 - 9 monate verschoben auswirkungen hat auf den Arbeitsmarkt. Jeder Schub pro Monat wird sich um die 5-9 Monate später auswirken. Fazit: Ende des Jahres werden wir wieder mehr Leute + Asylanten in der Sozialhilfe haben. Alles andere ist die Bevölkerung belogen nach Strich und Faden.
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  • Kommentar von S. Köhler, TG
    Könnt ihr bitte mal das Wort "Frankenshock" weglassen!!! Für mich schon jetzt das Unwort des Jahres. Reine Panikmacherei...
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  • Kommentar von V. Humbert, Carouge
    Wenn denn alles halb so wild ist, frage ich mich, wieso die SNB mit (wieviel?) Hunderten von Milliarden eine künstliche Obergrenze von 1.20 festgesetzt hat. Zudem hat der € in den letzten Monaten gegenüber allen Hauptwährungen stark an Wert verloren. Trotzdem steht der Kurs bei 1.08. man darf also davon ausgehen, dass über die letzten Jahre der effektive Kurs klar über 1.10 gelegen hätte. Der Bürger wurde also wieder mal von der Wirtschaft und ihre parlamentarischen Handlanger betrogen!
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