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Schweiz «Arena» feiert 20 wechselvolle Jahre

Die «Arena» hat in 20 Jahren ihre «Leuchtturmfunktion» etwas verloren, bleibt aber vor Abstimmungen sehr bedeutsam. Dies sagt Politologe Michael Hermann. Laut dem Medienexperten Edzard Schade hilft der Blick auf das Verhalten der Akteure heute oft mehr bei der Meinungsbildung als die Inhalte.

Legende: Video Jubiläumssendung der Arena abspielen. Laufzeit 97:00 Minuten.
Aus Arena vom 23.08.2013.

Turbulente Zeiten hat die Diskussionssendung «Arena» in den letzten zwei Jahrzehnten erlebt. In bester Erinnerung sind die Auftritte der grossen Kontrahenten Peter Bodenmann und Christoph Blocher. Ebenso die Interventionen von «Dompteur» Filippo Leutenegger, der die Talkshow 1993 gegründet und über viele Jahre hinweg geleitet hatte.

Die Sendung habe heute zweifellos nicht mehr die «Leuchtturmfunktion» wie in den 1990er Jahren, stellt Politologe Michael Hermann gegenüber SRF fest. Damals sei die alte Politlandschaft der Schweiz und des Kalten Kriegs aufgebrochen und habe sich neu formiert. Hermann erinnert an die grossen epischen Kämpfe zwischen EU-Befürworten und -Gegnern, an das Aufkommen der starken Figuren Christoph Blocher und Peter Bodenmann. Dies spezielle Konstellation gebe es heute nicht mehr.

Politologe Hermann: Alles ein bisschen harmloser

Die Sendung bietet nach den Worten von Hermann auch heute lebendige und spannende Diskussionen aus, doch haben sie nicht mehr dieselbe Bedeutung. Die Akteure wie auch deren Argumente seien mit den Jahren eingeschliffener und professioneller geworden. Es sei nicht mehr so einfach, zu provozieren und zu schockieren. «Das macht auch alles ein bisschen harmloser», betont Hermann.

Als typisch schweizerisch an der «Arena» bezeichnet Hermann den Einbezug des Publikums im engen Ring und das Argumentieren auch aus der zweiten Reihe heraus. Der Politiloge streicht zugleich die Bedeutung der «Arena» als Informationssendung vor Abstimmungen heraus: «Es ist einzigartig schweizerisch, wie dort wirklich klar über politische konkrete Sachfragen und Gesetzte gesprochen werden kann.

Medienwissenschaftler Schade: Wichtiger Blick auf die Köpfe

Der in Chur tätige Medienwissenschaftler Edzard Schade erinnert, dass es politische Diskussionsendungen im Radio und TV bereits lange vor der «Arena» gegeben habe. Erstmals sei aber mit der «Arena» das Vereinfachende und Zuspitzende wirklich in den Vordergrund gestellt worden.

Der oft gehörten Kritik, die Diskussionen gingen im Schlagabtausch unter, kann Schade nichts abgewinnen. Aufmerksamkeit erregen sei die Kernkompetenz der Medien wie auch der Politik. Die «Arena» sei insofern direkt meinungsbildend, indem sie Themen setze. Indirekt, indem sich die Politik auch auf solche Formate ausrichte.

Besonders spannend findet Schade an der «Arena» das Mitteilungsverhalten der Teilnehmenden: Kann jemand etwas ruhig darlegen oder verliert er die Contenance? Hier gebe es viel Überraschendes, während die Statements meist bekannt seien. «Das sind wichtige Botschaften für die Meinungsbildung und letztendlich für die Bevölkerung», sagt Schade.

Diskutieren Sie mit!

Sagen Sie uns ihre Meinung zum Jubiläum der «Arena» – direkt auf der Website der Sendung.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von B. Bedi, Alpnach
    Arena? Seit De Weck das Sagen hat, sollte sich diese Sendung umbennen. Wie wärs mit ein wenig Meinungsaustauschen. In zehn Jahren wird in der Arena nicht mehr geredet, dann wird seine Meinung getanzt. Seit der Zensur, schaue ich mir die Arena nur mehr selten an.
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  • Kommentar von Theodor Kugler, 8413 Neftenbach
    Ich weiss nach einer Arena nicht mehr als vorher. Der Schwerpunkt ist "Hickhack". Schade sagt dem unauffälliger "Aufmerksamkeit erregen". Die Wahrheit scheint niemanden zu interessieren. Weiss denn noch jemand, was Wahrheit ist? Professioneller Unsinn wie "Sprechzeiten verteilen", "nicht ausreden lassen", "ja nicht einer Sache auf den Grund gehen", usw. verhindern das Auffinden von Wahrheit. Diese Mechanismen sind schon so stark eingespielt, dass Hopfen und Malz verloren sind. Wie "Schade"!
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  • Kommentar von Urs Rösli, Zürich
    Etwas Gratiswerbung für Filippo Leutenegger, der sich in Zürich ja als Stadtrat bewirbt, möglicherweise sogar für's Stadtpräsidentenamt......
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