Zum Inhalt springen

Schweiz Armee baut Immobilien im Wert von 7 Milliarden Franken ab

Zahlreiche Kantone müssen bei ihren Armee-Immobilien Federn lassen – rund ein Drittel der Bauten soll geschlossen werden. Das kündigen Verteidigungsminister Ueli Maurer und Armeechef André Blattmann bei der Medienkonferenz zum neuen Stationierungskonzept an.

Aderlass bei der Armee: Künftig muss sie auf über einen Drittel ihrer Immobilien verzichten. Grund sind die Reduktion der Armee auf 100'000 Personen sowie das Budget von fünf Milliarden Franken.

Zwei Flugplätze und fünf Waffenplätze geschlossen

Die Bilanz sieht so aus: Geschlossen wird der Militärflugplatz Sitten (VS), ebenso die Flugplätze in Buochs (NW) und Dübendorf (ZH), welche bereits heute nur reduziert betrieben werden. Dübendorf wird noch als Helikopterbasis weiterbestehen.

Ebenfalls verzichtet wird auf die Waffenplätze und Unterkünfte Freiburg, Genf, Moudon (VD), Lyss (BE) und St-Maurice (VS). Auch die Schiessplätze Glaubenberg (OW), Brigels (GR) und Gluringen (VS) werden geschlossen. Betroffen sind zudem die kleineren Standorte Schwarzsee (FR) und das Ausbildungszentrum Kreuzlingen (TG).

Die Waffenplätze Walenstadt(SG), Mels (SG) und St. Luzisteig (GR) werden zusammengelegt. Die Schliessung zwei weiterer Waffenplätze ist in Abklärung.

In Sitten werden neu die Ausbildung und das Kommando der Militärpolizei stationiert sein. Eine Liste sämtlicher betroffenen Standorte finden Sie hier, Link öffnet in einem neuen Fenster.

300 Arbeitsplätze gestrichen

Rund 300 Arbeitsplätze werden der Streichung zum Opfer fallen – doch könne die Reduktion über natürliche Abgänge erreicht werden, da sie über mehrere Jahre geplant ist. In Zürich fallen 80 Stellen weg, in Bern 115, in der Waadt 45, im Wallis 50 und in Genf 8.

Die Armeeführung betont wiederholt, dass die Militärstandorte weiterhin über die ganze Schweiz verteilt blieben. «Dies sieht man auch an der Verteilung der Arbeitsstellen», sagt der Verteidigungsminister. In Bern bleiben aufgrund der Verwaltung 3650, in der Deutschschweiz 3000, in der Westschweiz 1700 und im Tessin 460 Stellen.

Rotstift bei Einsatzinfrastruktur und Logistik

Auch die Investition von zwei Milliarden Franken in den nächsten fünf Jahren wird über die ganze Schweiz verteilt: So kommen 1250 Millionen auf die Deutschweiz, 538 Millionen auf die Romandie und 204 Millionen auf das Tessin.

Wie Bundesrat und Verteidigungsminister Ueli Maurer ausführt, wurden bei der Streichung nicht nur militärische und betriebswirtschaftliche Kriterien berücksichtigt, sondern auch auf die Bedürfnisse von Kantonen und der Zivilbevölkerung Rücksicht genommen.

«Wir reduzieren dort, wo wir auch weniger brauchen – primär bei der Einsatzinfrastruktur und der Logistikinfrastruktur», sagt Maurer. Beispielsweise seien dies unterirdische Anlagen, die man nicht betreiben könne und auch nicht mehr brauche. Weniger abgebaut werde bei der Ausbildung, da die Armee immer noch gleich viele Leute ausbilden müsse.

Bei der Schliessung von unterirdischen Anlagen ist es laut Armeechef André Blattmann nötig aufzuzeigen, «warum man diese aufheben kann.» Die Bedrohungen für die Schweiz haben sich laut Blattmann verändert. Darum müsse man die Armee – in der Form wie sie im Kalten Krieg strukturierte wurde – überdenken und neu ausrichten.

Eineinhalb Jahre mit Kantonen verhandelt

«Wir waren während eineinhalb Jahren in Kontakt mit Kantonen, haben diskutiert und verhandelt, um den Bedürfnissen Rechnung zu tragen», sagt Maurer. Die Kantone können nun bis Ende Januar 2014 zum aktuellen Entwurf des Stationierungskonzeptes Stellung nehmen.

Laut Maurer wird das Konzept nach den Parlamentsentscheiden ab 2017 umgesetzt. Bis es Realität sei, werde es einige Jahre dauern, sagte der Verteidigungsminister.

40 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von E.Waeden, H
    Wäre ja wie Ostern & Weihnachten an einem Tag, wenn einmal alles glatt über die Bühne gehen würde! Obwohl über Monate mit allen Betroffenen/Beteiligten diskutiert & richtig kommuniziert wurde:" Es ist die logische Folge!" In der freien Wirtschaft, muss man über Jahre gespart werden, trennt man sich dann auch zuerst von dem, was eben am wenigstens rentiert. Sicher ist tragisch, wenn Arbeitsstellen wegfallen. Aber man weiss es ja nicht erst seit gestern!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rainer Fauser, Augsburg
    In BRD werden Militärstützpunkte gestutzt,z.B. das Jagdbombergeschwader Lagerlechfeld.Wir werden in den Nationalstaaten von den eig. Regier. in die Wehrlosigkeit gezwungen.Stabile NS werden abgeschafft zugunsten einer instab. Schulden-EU.Was aber wenn Blattmann's Szenario vom Zusammenbruch zutrifft+es zum Aufstand in Danubien und Elbonia kommt,zum Bürgerkrieg gegen die EU,den die Eurostratfor bekämpft?Anzeichen gibt es bereits!Greift dies über in die CH, VS wäre wehrlos ohne Flugi ausgeliefert!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
      @Fauser D. Finde es schön wenn Sie aus der Distanz uns Ratschläge geben. Auch wenn kein Flugplatz in Sion von der Armee betrieben wird, sind unsere Flugzeuge innerhalb kürzester Zeit überall dort ,wo sie benötigt werden.Eine Landkarte der CH anzusehen würde Ihnen helfen.Sie denken etwas zu negativ. Wir werden nie der EU angehören und uns weiterhin Neutral verhalten, jedoch gerne alle EU Staaten die bezahlen können, beliefern.Unser Import ist ja sehr hoch, die EU profitiert gewaltig von uns.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von M. Keller, Thurgau
      F. Pitsch: R. Fauser hat recht! Die Zeit, welche F18 vom Start in Payerne brauchen um bsp. über Zürich zu kreisen, ist in etwa die selbe, wie ein Flugzeug braucht um von Schaffhausen nach Chiasso zu fliegen. Und was ist, wenn bsp. aus Wettergründen kein Flugzeug in Payern starten (oder schlimmer: landen (!) kann? je weniger Ausweichmöglichkeiten, desto schlimmer wirds... Sparen muss sein - aber zur Zeit wird tot gespart.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Sagt mal, Ihr glaubt doch hoffentlich nicht im Ernst, dass die CH sich mit ihren Fliegerlis gegen die Streitkräfte der Nato verteidigen müssen ??? Wenn Blattmann & Co solchen Seich verzählen, dann kann man ihnen das verzeihen - müssen ja ihre Pfründe und Posten verteidigen und sichern.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Rainer Fauser, Augsburg
      @M.Keller Meine Gedanken... .Danke für die Konkretisierung,auf die ich aufgrund der Zeichenbeschränkung nicht näher eingehen konnte.Sion wäre aus meteorologischen,geografischen Gründen der ideale strategische Standplatz für die Grenzverteidigung.Meist schönes Wetter,hohe Berge umher,ideale Steighöhe,wogegen ennet der Grenze Nebelsuppe herrscht... .Aber was schreib' ich das hier... .@F.Pitsch:Schon merkwürdige chamäleonartige Wendung! Es sind nur ca.20Mia CHF Handelsüberschuss der EU-Staaten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von M. Keller, Thurgau
      L. Kunz: ev. nicht der Nato.. Erinnern Sie sich als zwei Schweizer in Lybien festgehalten wurden? Frankreich und Italien wollten der Schweiz KEINE Überfluggenehmigung für Hubschrauber (eine Befreiungsaktion) geben, aber die lybische Luftwaffe (damals noch existent) hatte von F. und I das ok, über deren Gebiet zur Schweiz zu fliegen... (natürlich hätte Ghaddafi seine Piloten geschickt um hier Ski zu fahren, gell) Deutschland probt auch schon den Einmarsch in andere Länder ("Obsidia").. J
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    6. Antwort von M. Keller, Thurgau
      R. Fauser: ja leider... Irgendwie scheint jede Diskussion überflüssig, die Linken nutzen alles, um der SVP ein's reinzuwürgen; erst streicht man das Budget auf "unter das unterste Minimum", dann motzt man wenn Unterkünfte verrotten, zwingt das VBS zu sparen, wenn es das macht war's falsches Haushalten etc... Aber so läufts eben, wenn da einige 0 Verbindung zur Armee haben (weder selber, noch Kinder od. Verwandte die im Dienst sind/waren; so sind Soldaten und Armee "abstrakte Dinge")...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rainer Fauser, Augsburg
    Analog zu der von 6 Bundesrät(inn)en betriebenen allmählichen Auflösung der CHSouveränität passt der Abbau der Armeestandorte. Sowas nennt man Selbstaufgabe. Aber in jeden Mist, den das Ausland verbockt, wird Geld gleich haufenweise hinterher geworfen (Auflistung siehe M.Keller unten). Für dieses fehlinvestierte Kapital hätte man x-Standplätze zusätzlich finanzieren können, plus AHV, IV, ALG, KK und sogar noch Steuersenkungen dazu. Aber es regiert eben Mitte-Links die CH in den Untergang!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Es ist keine Selbstaufgabe sondern die Anpassung an die heutige militärische Lage in Europa. Der Kalte Krieg ist schon lange beendet. Wir brauchen deshalb nicht mehr eine so riesige Armee wie dazumals.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Rainer Fauser, Augsburg
      @A.Planta Der kalte Krieg zwischen West u. Ost hat sich nur verlagert zum Finanzkrieg der Zentraldiktatur in Brüssel im Namen der staatsfinanzierenden Banken gegen die europäischen Bürger und deren Nationalstaaten. Die Gleichmacherei wird scheitern, Bürgeraufstände werden folgen, die Begehrlichkeiten gegen reiche Staaten steigen schon heute, um die Masse mit deren Geld ruhig zu stellen. Dieser Bedrohung ohne funktionierende Armee entgegenzusehen, wäre politischer Selbstmord.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen