Armee: Jeder zweite Jurassier ist untauglich

Knapp zwei Drittel der Stellungspflichtigen sind tauglich für die Schweizer Armee. Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind aber frappant. Die Werte liegen zwischen knapp 82 und unter 50 Prozent.

Legende:
Tauglichkeit in Prozent
< 50 %
50 bis 60 %
61 bis 70 %
71 bis 80 %
> 80 %

Im Jahr 2012 wurden in den Rekrutierungszentren der Schweizer Armee insgesamt 40‘082 stellungspflichtige Schweizer beurteilt. 24‘814 von ihnen sind tauglich für den Militärdienst und 5‘870 für den Zivilschutzdienst. Dies berichtet das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).

Kantonale Unterschiede

Damit liegt die Tauglichkeitsrate leicht tiefer als in den Vorjahren und beträgt für den Militärdienst 62 Prozent und für den Zivilschutz 14,5 Prozent.

Der Vergleich der Kantone weist grosse Unterschiede auf: Die höchste Militärdiensttauglichkeit weisen die Kantone Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden, Ob- und Nidwalden und Luzern mit Werten zwischen 81,8 und 73,1 Prozent auf. Die tiefste Militärdiensttauglichkeit weist der Kanton Jura mit nur 49,6 Prozent aus.

1000 zu gefährlich für Waffenbesitz

Erstmals wurden im Jahr 2012 alle Stellungspflichtigen eines Jahrgangs einer umfassenden Personensicherheitsprüfung unterzogen. Aus Sicherheitsgründen nicht zum Dienst zugelassen wurden 989 Personen oder 2,5 Prozent.  «Das sind Leute, von denen die Armee befürchten muss, dass sie für sich oder für Dritte ein Risiko darstellen», sagt dazu Armeesprecher Christoph Brunner. «Wir wollen solche Leute nicht in der Armee haben.» Zur Beurteilung stütze man sich auf Einträge im Strafregister, auf Polizeirapporte, auf Verurteilungen oder auf laufende Verfahren. Dabei gehe es nicht um Bagatellen, sondern um «massive, bis massivste Delikte», so Brunner.

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Schweizer Armee baut ab

2:16 min, aus Tagesschau vom 13.5.2013

Rücken, Gelenke, Belastbarkeit

Bei den körperlichen Ursachen für Untauglichkeit stehen Probleme im Bereich des Rückens und der Gelenke sowie der allgemeinen Konstitution im Vordergrund. Im psychischen Bereich sind Defizite bei der Belastbarkeit sowie Drogenkonsum und depressive Verstimmungen und Ängste die vorwiegenden Ausschlussgründe.