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Armut in der Schweiz Jeder Achte bereits einmal betroffen

  • In 2016 waren in der Schweiz 615'000 Personen von Armut betroffen. Das hat das Bundesamt für Statistik (BfS) bekannt gegeben.
  • Verglichen mit 2015 hat die Armut von 7 auf 7,5 Prozent der Bevölkerung zugenommen.
  • Trotz guter wirtschaftlicher Konjunktur steigt damit die Zahl der von Armut Betroffenen bereits das zweite Mal in Folge.
Legende: Video Zunahme der Armutsquote abspielen. Laufzeit 21:07 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.04.2018.

140'000 Männer und Frauen sind arm, obwohl sie einer Arbeit nachgehen. Mangelnde Bildung, Verlust der Arbeitsstelle sowie Trennung und Scheidung sind die grössten Armutsrisiken in der Schweiz.

Mit einer über vier Jahre dauernden Erhebung hat das BfS erstmals untersucht, wie lange einzelne Menschen von Armut betroffen sind: Von 2013 bis 2016 wurde demnach gut jede achte Person (12,3 Prozent) in mindestens einem Jahr als arm bewertet – also deutlich mehr Personen, als die jährlichen Armutsquoten aufzeigen.

Landesweite Strategie notwendig

Der grösste Teil dieser Armutsbetroffenen verfügte allerdings laut BfS relativ rasch wieder über ein Einkommen oberhalb der Armutsgrenze. Über den ganzen Zeitraum hinweg litten lediglich 0,9 Prozent der Bevölkerung dauerhaft unter Armut.

Legende:
Armutsbetroffene Personen im Zeitraum von vier Jahren Längsschnittdaten 2013–2016 (Version vom 24.01.2018) BFS - Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen

Für das Hilfswerk Caritas Schweiz ist die Armut hierzulande kein marginales Problem mehr. Vielmehr sei es eine neue sozialpolitische Herausforderung. Armutsrisiken wie Aussteuerung, Langzeitarbeitslosigkeit oder Scheidung seien nicht abgesichert. «Es braucht deshalb eine landesweite Armutsstrategie, die Bund, Kantone und Gemeinden gemeinsam erarbeiten», fordert Caritas Schweiz.

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    An alle "Ausgesteuerten"... na ja wenn Mann sich zu schade ist was Anderes zu tun als gewohnt, etwas weniger Anspruchvolles.. dann halt! Ich war 2 mal am Boden... ich habe mich immer aufgerafft und bin heute Besitzer von 65 ha Land, mehreren Haeusern.. alles aus meiner Haende Arbeit.. Wo ein Wille ist ein Weg! Ich werde oft angebettelt, und wenn ich Arbeit offeriere wie Gras schneiden oder Nuesse auflesen... dann laufen sie weg..so ist Realitaet. Wenn ich MEIN Z'nueni anbiete, beleidigtes nein
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    1. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Herr Nanni, in CH 65 ha Land zu erwerben mit mehreren Häusern... insb. wenn man zuvor am Boden ist... - schon da ahnen Sie, wie Ihre Geschichte auf die Schweiz nicht anwendbar ist. Auch im Angestelltenverhältnis ist ein Turn around der Karriere eine sehr brenzlige Angelegenheit. Den CH-Arbeitsmarkt beherrscht das Profildenken. Abweichungen werden nicht akzeptiert, bzw. in einem sehr kleinen, speziellen Segment. Ich kann diese "sich zu schade was anderes machen" deswegen nicht mehr hören.
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    2. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      Ich habe in meiner Verwandtschaft Ausgesteuerte.. ich weis wovon ich spreche.. natuerlich ist das nicht fuer alle gueltig, dieser Generalvorwurf oben, und natuerlich ist einem aelteren Ausgestuerten gewisse Arbeit einfach nicht zuzumuten (Koerperkraft zB) aber modo grosso habe ich recht! Und die Bettler... jung und schlank.. junkie-schlank. die wollen Geld, fuer den naechsten Kick..!
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Gängige Strategien beruhen darauf besser zu verteilen, da und dort etwas herausholen. Doch das System, das diese Form von ökonomischer Ungleichheit am Laufband produziert bleibt unangetastet. Da würde auch Grundeinkommen nichts ändern. Ob ökonomisch arm/reich, ob stellenlos, ob jungendlich/alt alle Menschen sind aktiv, sind tätig DOCH nach den geltenden Logik des 'liberalen Marktes‘ ‚arbeiten‘ nicht alle. Wer ist er denn dieser Markt, dass er bestimmt, wer tut oder wer nicht tut?
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  • Kommentar von Andrea Esslinger (weiterdenken)
    Sorry, aber in der Schweiz ist niemand wirklich arm. Selbst der ärmste Schweizer gehört noch zu den 20% reichsten Menschen dieser Welt. Wer genug zu essen hat, Kleidung, ein Dach über dem Kopf und Zugang zu medizinischen Behandlungen, ist meines Erachtens nicht wirklich arm. Klar, es ist eine Definitionsfrage. Aber wer echte Armut in der Welt gesehen hat, definiert sie ziemlich sicher anders. Heisst aber nicht, dass es in der reichen Svhweiz der untersten Schicht nicht besser gehen sollte.
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    1. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Was nützt es den Schweizer Armen, dass ich in afrikanischen oder tiefasiatischen Verhältnissen viel Geld haben, wenn sie davon hierzulande ihr Wohnen, KK usw. nicht bezahlen können? Oder sollen Sie alle auswandern dorthin, wo sie von ihrer CH-Soz. besser leben könnten? Ist es wirklich die Lösung? Frau Esslinger, Sie propagieren immer weiterdenken und Sie haben Recht: ein wenig mehr Differenziertheit würde der Diskussion schon gut tun.
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