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Schweiz Aserbaidschanischer Regimekritiker Huseynov in Schweiz gelandet

Seit August 2014 sass Emin Huseynov in der Schweizer Botschaft in Baku fest. Er hatte dort Zuflucht gesucht, weil der Regimekritiker um sein Leben fürchtete. Nun durfte er in die Schweiz ausreisen. In der Nacht landete er auf dem Flughafen Belp bei Bern.

Legende: Video Aserbaidschanischer Regimekritiker in der Schweiz angekommen abspielen. Laufzeit 1:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.06.2015.

Vor zehn Monaten ist der aserbaidschanische Journalist und Menschenrechtsaktivist Emin Huseynov in die Schweizer Botschaft in Baku geflüchtet. Nun durfte er Aserbaidschan verlassen.

In Begleitung von Aussenminister Didier Burkhalter kam er in der Nacht auf heute Samstag auf dem Flughafen Belp bei Bern an, wo sich EDA-Mitarbeiter um Huseynov kümmerten. Burkhalter war zur Eröffnung der Europaspiele nach Aserbaidschan gereist.

Angst um sein Leben

Laut Menschenrechtsaktivisten fürchtete Huseynov um sein Leben, weil er das Regime des autokratischen Präsidenten Ilham Alijew kritisiert hatte. Huseynov sollte aufgrund konstruierter Vorwürfe von Steuerhinterziehungen verhaftet werden, wie Amnesty International berichtete.

Deshalb suchte Huseynov in der Schweizer Botschaft Zuflucht, wo er sich an der Pforte als Schweizer ausgab. Er durfte aus humanitären Gründen dort bleiben. Der Fall war durch einen Beitrag der «Rundschau» bekannt geworden.

Nun ist es zu einer Lösung seiner Situation gekommen. Wie EDA-Sprecher Jean-Marc Crevoisier erklärt, hätten zahlreiche Gespräche mit den aserbaidschanischen Behörden stattgefunden. Bundesrat Burkhalter habe unter anderem Kontakt mit Präsident Alijew gehabt.

Asylantrag steht noch aus

Huseynov reiste laut Crevoisier mit einem Visum aus humanitären Gründen ein. Bis im September kann er sich entscheiden, ob er einen Asylantrag stellt oder in ein anderes Land ausreist. Huseynov sei bei guter Gesundheit und erleichtert, sagte Crevoisier. Er stehe für die Medien nicht zur Verfügung.

Aserbaidschan wurde seit 1993 von Präsident Gaidar Alijew mit harter Hand regiert. Seit dessen Tod 2003 ist sein Sohn Ilham Alijew im Amt. Amnesty International hatte das Regime erst diese Woche wegen seines harten Vorgehens mit Regimekritikern gerügt. Kritische Stimmen seien «effektiv zum Schweigen gebracht worden», hiess es in einem Bericht der Nichtregierungsorganisation.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von p.keller, kirchberg
    Jetzt wissen die restlichen Aserbaidschaner, wie man es machen muss.
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  • Kommentar von CHRISTIAN ALEXANDER STAUB, CH-3613 STEFFISBURG
    Und bitte, was geht das die Amis an? Wieso mischen sich die USA erneut in unsere CH-Internas? Soll das nun das Zuckerbrot für die devot erfolgten, pressewirksam inszenierte Echtzeit Verhaftungen der ausländischen FIFA-Funktionäre durch unsere USA-gläubigen, aber stets neutralen, souveränen CH-Behörden in Zürich?
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    1. Antwort von marco berger, nidau
      genau! unverständlich das man koruption hier dermassen bestraft! wo sind wir den??!!! Ich meine schauen wir uns doch unsere SVP an! da würde ohne Vetternwirtschaft und mauscheleien,ohne geldflüsse auf dubiosen Kanälen nichts funktionieren! ...wahrscheinlich ist die ganze FIFA Verhaftungswelle nur SVP-Bashing im grossen!
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  • Kommentar von Charles Dupond, Vivis
    Er hat wenigstens nur einen Auslaender mit Visum mitgenommen und nicht wie die Dreyfuss eine ganze Flugzeugladung samt einem mit Einreisesperre! Schweizer werden nie von einem Bundesrat rausgeholt, sondern im Gast- oder Gewahrsamsstaat in illegaler Kollaboration mit diesem oder Missachtung dessen Suveraenitaet von der Konsularbuerokratie auch fuer nicht auslieferungsfaehige Straftaten und gar zivile Geldforerungen verfolgt....
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