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Die Schweizer Erfindung funktioniert bautechnisch – noch ist aber der Verkehrsfluss nicht ideal
Aus Rendez-vous vom 19.05.2022.
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Astra Bridge Neuartige Schweizer Baustellen-Brücke muss angepasst werden

Die Astra Bridge ist eine Hilfsbrücke, die auf der Autobahn A1 erstmals zum Einsatz kommt. Jetzt braucht es Anpassungen.

Sie ist ein Schweizer Pilotprojekt, das vor allem Stau während Strassensanierungen reduzieren soll: die Astra Bridge des Bundesamts für Strassen. Unter ihr wird gebaut, über ihr rollt der Verkehr. Auf einer Länge von 100 Metern kann so eine Autobahn saniert werden, ohne Verkehrsumleitung, ohne Spuren zu sperren, eine Weltneuheit. Auf der Gegenfahrbahn werden keine Spuren als Umleitung genutzt. Ist der Abschnitt saniert, lässt sich die Brücke verschieben. Die Superlösung gegen Baustellenstaus?

Seit dem 10. April steht die Astra Bridge auf der Autobahn A1 bei Luterbach (SO), und seither gab es in der Region vermehrt Verkehrsbehinderungen. Beim ersten Aufbau der Brücke im Winter war die Begeisterung noch gross, erste Tests verliefen gut. Aber kaum in Gebrauch, meldeten sich Lastwagenfahrer, die die mobile Hilfsbrücke kritisierten: Die Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde sei viel zu hoch, monierten sie. Man könne mit dieser Geschwindigkeit nicht auf die Brücke fahren, ohne dass sich die Ladung löse.

Mit niedrigerem Tempo auf die Brücke als einst geplant

Die Kritik und Beschwerden kam an, das Bundesamt für Strassen (Astra) reagierte. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 40 Kilometer pro Stunde reduziert. So wolle man abrupte Bremsmanöver verhindern, den Verkehr flüssig halten, hiess es beim Astra. Bei Tests habe man die Probleme mit der Rampe nicht feststellen können, erklärte das Astra.

Brücke
Legende: Die Auffahrt auf die Rampe lief anfangs nicht so problemlos wie gedacht: Vor allem Lastwagenfahrer konnten nicht so schnell über die Brücke fahren. Keystone

Nun zieht das Bundesamt nach einem Monat eine erste Bilanz. «Wir können sagen, dass die Astra Bridge als Maschine funktioniert, die Montage, die Verschiebungen, auch die Baustelle funktioniert.»

Positiv überrascht ist Bauführer Baris Acik: «Es ist nicht laut unter der Brücke und nicht windig», sagt er. Er meint damit, dass vorbeidonnernden LKW keine Windstösse verursachen. Aber klar, perfekt ist noch nicht alles: «Die Brücke ist ein Piloteinsatz, das gibt es immer neue Erfahrungen», sagt Samuel Hool, Mediensprecher des Astra.

Es ist ein ganz neues Element auf Schweizer Strassen.
Autor: Samuel Hool Mediensprecher Bundesamt für Strassen Astra

Der Verkehrsfluss habe sich etwas verbessert, meint Hool. Die Verkehrsteilnehmenden hätten sicherlich eine Eingewöhnungszeit gebraucht: «Es ist ein ganz neues Element auf Schweizer Strassen.»

Trotzdem sei das Stauproblem in Spitzenzeiten nicht gelöst. Das Astra will darum nun die Rampen verbessern. Die Temporeduktion sei eine Sofortmassnahme. Nach Abschluss der A1-Sanierung bei Luterbach wird die Brücke zur längerfristigen Problemlösung demontiert, die Rampen angepasst und noch mehr Fahrtests mit Lastwagen durchgeführt. Wenn alles stimmt, wird die Astra Bridge 2023 auf der A1-Überholspur in Richtung Zürich aufgestellt.

Ausweichverkehr in der Region

Nicht glücklich mit der neuen Erfindung sind Gemeindevertreterinnen und -vertreter in der Nähe der Baustelle. Man begrüsse zwar die Erfindung, trotzdem komme es «täglich zu massiver Stauentwicklung in der Region Gäu und zu erheblichem Ausweichverkehr in den Dörfern entlang der A1», schreibt Fabian Gloor, Kantonsrat der Partei Die Mitte. Die Region sei noch mehr durch Verkehr und Lärm belastet als sonst. Er verlangt von der Regierung in einem Vorstoss, dass sie den Nutzen der Brücke prüft. Zudem will er wissen, wie zufrieden der Kanton mit dem Einsatz der Brücke ist und ob Massnahmen geprüft werden, und den Stau weiter zu reduzieren.

Zahlen zur mobilen Baustellenbrücke

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Legende: Alex Moser/SRF
  • 17 fahrbare Pfeiler
  • 236 m lang (inkl. Rampen).
  • Auf- und Abfahrtsrampen mit 6.1 % Gefälle
  • Zweispurig
  • Baustellenlänge 1500 m, inkl. Vorsignalisation
  • Für die Montage der Brücke sind 16 Lastwagen nötig, die total 45 Fahrten machen, bis alle Teile der Brücke vor Ort sind.
  • Kosten: Rund 22 Millionen Franken

Rendez-Vous, 20.05.2022, 12:30 Uhr;

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26 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, herzlichen Dank für Ihre Erfahrungsberichte und Meinungen. Wir wünschen Ihnen noch einen erholsamen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Alfonso Tomazzoli  (altom)
    Seit diese Brücke steht, gibt es jeden Morgen Rückstau bis knapp Härkingen. Über Land als Ausweichroute sieht es nicht viel besser aus.
    LKW’s bremsen gezwungenermassen fast ganz ab und fahren im Schritttempo auf die Auffahrrampe. Ob die Arbeiten schneller vorankommen, wird nicht erwähnt. Ob Qualität und Nutzungsdauer des Belags vergleichbar ist, wird sich zeigen. Dass man nicht einfach hinstehen und sagen kann: Mist! Sorry, das haben wir uns anders vorgestellt. Teurer Versuch. Tut uns leid.
  • Kommentar von Lukas Schaub  (Lukas M. Schaub)
    Täglich fahre ich diese Strecke. Seit diese Brücke aufgestellt wurde hat es auch immer Stau. Die Verkehrsmeldungen teilen es ebenfalls in gewohnter Weise mit. Der Vorteil liegt vielleicht bei den Sanierer, für die Pendler ist es eine Katastrophe.