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Schweiz Asyl-Hardliner Gerhard Pfister: «Das Boot ist nicht voll»

CVP-Nationalrat und Asyl-Politiker Gerhard Pfister bezeichnet die Anzahl der Flüchtlinge aus Syrien, die von der Schweiz direkt und ohne Verfahren aufgenommen wird, als «lächerlich». Er gesteht weiter ein, dass die aktuelle Flüchtlingssituation die Politik überfordere.

In der Schweiz leben 629 Syrerinnen und Syrer als anerkannte Flüchtlinge. 3023 Flüchtlinge warten noch auf ihren Asyl-Bescheid. Bis anhin sind erst 73 Personen aus Syrien auf Anfrage des Flüchtlingshilfswerks UNHCR direkt und ohne Verfahren aufgenommen worden.

Legende: Video Theke: G. Pfister abspielen. Laufzeit 8:29 Minuten.
Aus Rundschau vom 16.10.2013.

Auf die Frage an der Rundschau-Theke, ob diese Zahl nicht lächerlich sei, sagt Pfister überraschend: «Das ist gemessen an der Zahl jener, die Gründe haben aus Syrien zu flüchten, natürlich wenig. Es ist lächerlich – das kann man durchaus so sagen.» Es müsse aber auch festgehalten werden, dass die Schweiz pro Kopf am meisten Asylbewerber in ganz Europa zu bewältigen habe. Beim Familiennachzug für syrische Flüchtlinge müsse deshalb genau bedacht werden, wer noch als Familienmitglied bezeichnet werden könne. Zudem werde eine entscheidende Frage vergessen, so Pfister: «Wer geht wieder zurück, wenn der Krieg vorbei ist?»

Dublin-Abkommen für gescheitert erklärt

Der Zuger CVP-Politiker bekräftigt seine Haltung, dass es ein neues europäisches Asyl-System brauche. Das Dublin-Abkommen sei gescheitert, so Pfister: «Das funktioniert nicht». Laut dieser Verordnung ist jenes europäische Land, in das ein Asyl-Suchender einreist, bis zum Asyl-Entscheid für die Unterbringung des Gesuchstellers verantwortlich. «Es ist nicht nur für Italien ungerecht, sondern auch für die Schweiz, weil es nahe an Italien liegt», sagt Pfister. Die Schweiz trage die wesentlich grössere Last als beispielsweise Deutschland oder Frankreich.

«Wir können nicht die ganze Welt aufnehmen»

Bundesrätin Simonetta Sommaruga hatte sich bei einem Arbeitsbesuch in Italien bereit erklärt, über die unter anderem von Italien geforderte Dublin-Revision zu diskutieren. Pfister muss einräumen, dass die Politik bei der Bekämpfung der Ursachen der Flüchtlingsströme mitunter «überfordert» sei. Auf die Frage, ob er die «Boot ist voll»-Haltung teile, sagt Pfister: «Das Boot ist nicht voll – wir sind in der Lage, eine gewisse Anzahl Flüchtlinge zu bewältigen, aber wir sind nicht in der Lage, die ganze Welt bei uns aufzunehmen.»

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63 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz Binggeli, Solothurn
    Die Frage von S. Brotz wegen dem C in seiner Partei war sehr falsch. Die Frage müsste sein ist das Flüchtlings Drama nicht von den Führern der I zu verantworten!
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    «Das Boot ist nicht voll» ................... RICHTIG und wenn, werfen wir ein paar Schweizer ueber Bord.. ganz einfach!
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Naja, einen haben wir schon über Bord geworfen. Aber der träumt immer noch von einer Schweiz, die es längst nicht mehr gibt.
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    2. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Richtig...leider!
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  • Kommentar von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
    @Frau Zelger Sarnen. Sie haben meine Antwort an Herrn Starnberger Therwil falsch interpretiert. Bin der Meinung, dass in diesem Forum verschiedene Meinungen Platz haben dürfen. Auf Provokationen darf ich meine Meinung äussern. Ihre Drohung zeugt nicht gerade von grossem Selbstverständnis. Ich meinerseits betreue und lade immer wieder gerne Menschen aus aller Welt ein. Sie haben Recht wir sollten auch heute n.offen sein. Abschotten und verurteilen ist nicht meine Welt.Bin stolzer Schweizer(GR)
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    1. Antwort von Walter Starnberger, Therwil
      @Fadri Pitsch, Geld und Besitz scheinen eben doch zufrieden zu machen, sonst hätten wir ja nicht so eine Riesenmenge Wirtschaftsflüchtlinge bei uns, nicht wahr. Und das ist das Hauptproblem, das sind diejenigen die die Bevölkerung so sensibel gemacht haben. Ohne die vielen Wirtschaftsflüchtlinge würde es der Schweiz wahrscheinlich im Falle Syriens wesentlich leichter fallen Grosszügigkeit zu zeigen.
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Walter Starnberger, Therwi Das eigentliche Problem sind nicht die Asylanten sondern die Personenfreizügigkeit. Zu der Personenfreizügigkeit sagte damals der Blocher: "Wir können es wagen"
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    3. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Albert Planta: Schmeckt mir nicht besonders Ihre Interpretation in Bezug auf die Personenfreizügigkeit. Es war u. ist immerhin ein Eckpfeiler in den Bilateralen mit der EU. Somit konnte BR Blocher ja kaum dagegen sein, da ja der Gesamt-BR zu der Causa seine Zustimmung gab.
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    4. Antwort von Albert Planta, Chur
      Harald Girschweiler, 9500 Wil SG Natürlich lamentieren sie lieber über Asylanten aber überschwemmt werden wir vor allem von EU-Bürger. Die Schweiz hat eine Humanitäre Tradition und es würde uns schlecht anstehen, wenn an Leib und Leben gefährdete Leute vor unseren Toren abgewiesen würden. Dazu gehöhren auch Leute, die nichts zu essen haben, in ihren Kreisen "Wirtschaftsflüchtlinge" genannt.
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