Zum Inhalt springen

Schweiz Asylreform wirft noch viele Fragen auf

Das ganze Asylwesen wird neu strukturiert. Das Projekt sei auf gutem Weg, teilte der Bundesrat dazu mit. Bis Ende 2014 werde man mit den Kantonen ein konkretes Standort-Konzept ausarbeiten. Doch stimmt das auch?

Legende: Video Überzeugungsarbeit bei der Reform des Asylwesens vonnöten abspielen. Laufzeit 2:14 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.09.2014.

Das heutige Asylverfahren in der Schweiz ist ineffizient, teuer und unmenschlich. In diesem Punkt herrscht politisch Einigkeit. Mit der Neustrukturierung soll das Asylverfahren rascher und fairer ablaufen. Der ganze Asylbereich soll neu strukturiert werden. Am Mittwoch stellte Justizministerin Simonetta Sommaruga dazu die entsprechende Botschaft des Bundesrats vor. Man sei gut unterwegs und werde bis Ende Jahr mit den Kantonen zusammen ein konkretes Standort-Konzept ausarbeiten, sagte sie.

Doch das stimmt nicht ganz. Denn die Standort-Gemeinden liegen zu einem grossen Teil noch gar nicht fest. Viele betroffene Gemeinden müssen erst noch informiert und überzeugt werden.

Regierungsrat Lauber: «Das Ziel ist sehr ehrgeizig»

In der Schweiz sind sechs verschiedene Asyl-Regionen geplant. Eine davon ist der Kanton Bern. Hier sollen zwei mittelgrosse Bundeszentren entstehen.

Eine Karte der künftigen sechs Asylregionen in der Schweiz.
Legende: Die sechs Asyl-Regionen in der Schweiz. SRF

«Ich weiss, wo die beiden Standorte sein könnten. Aber sonst weiss das im Kanton Bern niemand», sagt der Berner Regierungsrat Hans-Jürg Käser in der «Tagesschau». «Ich möchte zuerst die Grundlagen sehen, die das Bundesamt für Migration erarbeitet hat.»

Auch im Kanton Basellandschaft läuft die Standortsuche noch. Das sei gar nicht so einfach, erklärt der Baselbieter Regierungsrat Anton Lauber. «Wir sind zurzeit im Evaluationsprozess. Ich hatte bereits erste Kontakte mit Gemeinden, die als Standorte in Frage kommen könnten», sagt Lauber. Eines sei klar: «Das Ziel ist sehr ehrgeizig. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt.»

In allen Asyl-Regionen wird zurzeit noch nach Standorten gesucht. Gemäss Recherchen der «Tagesschau» sind sieben Empfangs- und Verfahrenszentren geplant. Hinzu kommen 12 bis 14 Ausreisezentren sowie zwei Zentren für renitente Asylbewerber. Die genaue Anzahl steht laut «Tagesschau» aber noch nicht fest, auch nicht, wie gross die Zentren jeweils werden.

Bis dies fest stehe, wird es zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden noch viele intensive Gespräche brauchen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Th. Widmer, Basel
    Warum ist das schnellere Verfahren wie in Holland nicht schon angewant worden? Dann würde es weniger Unterkünfte benötigen und die Asyl suchende würden viel schneller eine Antwort haben und müssen nicht warten, was auch wieder Menschlicher ist. Eine beurteilung in der Schweiz geht viel zu lange, da man viel zu viele Rechte (Anwalt, etc.) den Asyl suchenden geben, was ABSOLUT KEIN ANDERES LAND so macht! Das dies mal kommuniziert wurde. Die Schweizer Asyl-Politik ist nur noch Peinlich...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    .... Doch stimmt das auch?.... Nun.... die Hoffnung stirbt zuletzt dass der BR endliich den Volkswillen umsetzt!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von W.Ineichen, Luzern
      ... die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie wird eben doch sterben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Theo Widmer, Lugano
    Würde der Bundesrat endlich die vom Volk angenommene Ausschaffungsintiative umsetzen, bräuchten wir wohl sehr viel weniger Asylzentren und Gefängnisse. Aber der Volkswille wird je länger desto weniger umgesetzt, sondern ganz einfach so lange verschleppt, bis niemand mehr davon redet. Das ist politische Taktik höchster Stufe.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen