Atomausstieg: Doch noch eine einvernehmliche Lösung?

Greenpeace ist unter bestimmten Bedingungen bereit, auf eine sogenannte Verständigungslösung einzutreten. Damit würde das Abschalten der Schweizer AKW genauer geregelt werden. Doch die Umweltorganisation stellt Bedingungen.

Wie soll man die Schweizer Atomkraftwerke vom Netz nehmen, ohne dass die Betreibergesellschaften hohe Entschädigungsforderungen stellen? Ein Vorschlag aus der politischen Mitte ist die sogenannte Verständigungslösung.

Diese sieht vor, dass die Atomkraftwerkbetreiber nach 40 Jahren Betriebszeit das Werk genau überprüfen lassen. Wenn sie strenge Sicherheitskriterien beachten, die sie mit den Behörden ausgehandelt haben, dürfen sie das Werk für weitere zehn Jahre am Netz lassen.

Bisher war dieser Vorschlag auf linker Seite in der Politik nicht mehrheitsfähig. Aber jetzt zeigt sich Kaspar Schuler, Energieexperte von Greenpeace Schweiz, gesprächsbereit: «Wenn man eine Lösung findet, die sogar ohne Jahreszahlen wäre, aber trotzdem die Sicherheitsbestimmungen so klar macht, dass man sich nicht mehr herauswinden kann – wie die BKW dies jetzt versucht – dann wären wir durchaus bereit, darüber zu sprechen.»

Erst ein vages Entgegenkommen

Bedingung sei aber, dass die Nuklearaufsichtsbehörde Ensi mehr Macht bekomme und die Sicherheitsauflagen transparenter verhandelt würden. In diesem Fall würde auch ein Rückzug der Atomausstiegsinitiative möglich, bestätigt Schuler.

Wirklich konkret ist dieses Entgegenkommen von Greenpeace noch nicht. Aber es könnte ein erster Schritt sein auf dem Weg zu einem geordneten Ausstieg aus der Kernenergie in der Schweiz.

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