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Schweiz Ausgewogene Gripen-Berichterstattung in der Rundschau

Das Schweizer Fernsehen hat in seiner umstrittenen Rundschau-Sendung über den Gripen korrekt berichtet und nicht gegen die Konzession verstossen. Das hat nun in zweiter Instanz die Unabhängige Beschwerdeinstanz (UBI) entschieden.

Einen Monat vor der Abstimmung über den Gripen-Kampfjet, in diesem Frühling, widmete sich auch die Rundschau des Schweizer Fernsehens der heftigen Debatte über die Beschaffung der Kampfflugzeuge.

Zu Beginn strahlte die Rundschau einen kontroversen Filmbericht aus und sprach danach in einem Interview mit Verteidigungsminister Ueli Maurer als Studiogast. Maurer reagierte in dem Interview zunehmend emotional und verärgert über den Film und griff den Moderator an, der seiner Meinung nach einseitig die Sichtweise der Gripen-Gegner vertrete.

Sandro Brotz
Legende: Der Rundschau-Moderator habe seinem Gast den nötigen Respekt entgegengebracht, meint die Ubi. Keystone/Archiv

Beide Seiten zum Zug gekommen

Die Sendung führte zu einer grossen Zahl von Beschwerden; über hundert Zuschauerinnen und Zuschauer meldeten sich beim SRG-Ombudsmann. Dieser wies die Beschwerden aber ab, mit der Begründung, die Sendung als Ganzes sei sachgerecht und nicht einseitig gewesen.

Dieser Meinung hat sich nun auch die Unabhängige Beschwerdeinstanz (UBI) angeschlossen. Sie war mehrheitlich der Meinung, die Sendung habe auch den erhöhten Sorgfaltspflichten entsprochen, wie sie für die SRG vor Wahlen und Abstimmungen gelten. Beide Lager seien zum Zug gekommen.

Legende: Video Rundschau vom 16.4.2014: Ueli Maurer im Interview abspielen. Laufzeit 9:18 Minuten.
Aus Rundschau vom 16.04.2014.

Das Interview mit Bundesrat Maurer sei zwar konfrontativ, aber korrekt geführt worden. Denn im Unterschied zu einem Streitgespräch, wo der Moderator als neutraler Vermittler auftrete, müsse er in einem Interview mit einem Gast die Argumente der Seite vertreten, welche nicht anwesend sei.

Kritik am Filmbericht

Demgegenüber kritisierten zwei UBI-Mitglieder den Filmbericht: Der auftretende deutsche Experte sei kein Fachmann für Rüstung, sondern für Abrüstung. Also sei er nicht neutral, sondern klar ein Kampfjet-Gegner.

Legende: Video Rundschau-Beitrag vom 16.4.2014: Kampf um den Gripen abspielen. Laufzeit 13:00 Minuten.
Aus Rundschau vom 16.04.2014.

Und auch der in dem Film gezogene Vergleich mit den kleineren Luftwaffen von Ungarn, Tschechien und Österreich sei einseitig gewählt worden: Es gebe auch andere kleine Länder wie die Niederlande, welche grössere Luftwaffen als die Schweiz hätten.

Die Mehrheit der UBI-Mitglieder folgte dieser Argumentation aber nicht und wies die Beschwerde mit 7:2 Stimmen ab. Das Urteil kann nun noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Katharina Müller, 8400 Winterthur
    Egal, wie die UBI die betreffende Gripen-Rundschau beurteilt. Wer die Sendung gesehen hat, hat auch mitbekommen, wie Herr Brotz seine Fragen gestellt hat. Ob das objektiv war, ob das beleidigend war oder völlig korrekt, kann sich jeder selber ein Urteil bilden. Das Fatale bei der Beurteilung durch die UBI ist, dass sich Herr Brotz jetzt bestimmt bestärkt fühlt in seinem journalistischen Verhalten und in Zukunft diesen Stil weiter ausbaut...
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    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Mir gibt da weniger Herr Brotz, als die Chefs von Herr Brotz zu denken.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Wenn in der "Rundschau" ein SVP-Politiker durch den (oder die) Moderator(in) so richtig in "Pfanne gehauen" wird, ist jede Beschwerde bei der UBI zweck (erfolg) los! Geht es dann noch um den Armee-Chef Ueli Maurer, sinken jegliche Chancen "auf Null"! Wir Zuschauer müssen uns wegen Bundesrat Maurer keine Sorgen machen: Er kann sich in jeder Situation sehr gut "verhalten" und lässt sich nie in eine "unkontrollierbare" Ecke drängen! Die "Anti-SVP-Art" der "Rundschau" ist längst gut durchschaubar!
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    1. Antwort von P.Bürger, Schaffhausen
      Wir mussten nicht lange darauf warten.Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los,dass sie einfach nicht akzeptieren wollen,dass die Beschwerde sicherlich seriös behandelt wurde.SRF hat den UM nicht schlecht behandelt,vielmehr verhielt dieser sich wenig staatsmännisch.Versuchen sie zu akzeptieren,dass das SRF auch provokant nachfragen darf.Der BR wusste,dass die Rundschau kein «Spührst-mich-Club» ist, oder?P.S.Es ist immer wieder festzustellen,dass Huldiger den Blick für die Realitäten verlieren
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    2. Antwort von m.marty, buch
      P.Bürger, Schaffhausen. Niemand zweifelt den UBI-Entscheid an! Der ist akzeptiert! Da brauchen wir keine Nachhilfestunden von Ihnen. Und dennoch ist es erlaubt, die Rundschau-Gripen-Berichterstattung als katastrophal empfunden zu haben!!! Für mich war diese Sendung nicht o.k.
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    3. Antwort von Josip Cerdan, Frauenfeld
      Ja, Marty, Buch. Frau Bürger will eben keine anderen Meinungen als die links-Rote! Sie will alle SVPler Mundtod machen. Darum lieben ja alle SP-Anhänger die sozialistischen Staaten wie NordKorea. So träumen sie sich auch die Schweiz.
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    4. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      B.Bürger, es geht nicht um die provokanten Fragen im Interview, sondern um den amateurhaften Filmbeitrag, wo wichtige Fakten einfach unterschlagen werden und der Deutsche ideologisch befangen ist, da Armeegegner. Da wäre das gleiche wie wenn ein Veganer dem Metzgermeisterverband vorsteht.
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  • Kommentar von P.Bürger, Schaffhausen
    uod erat demonstrandum….
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