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Ausländer der 3. Generation Kein Ansturm auf Gesuche um erleichterte Einbürgerung

Legende: Audio Erleichterte Einbürgerung sorgt nicht für Ansturm auf Schweizer Pässe abspielen. Laufzeit 01:15 Minuten.
01:15 min, aus HeuteMorgen vom 11.05.2018.
  • Von 25'000 Personen, die für eine erleichterte Einbürgerung in Frage kommen, habe innert drei Monaten 185 ein Gesuch eingereicht.
  • Das Staatssekretariat für Migration weist allerdings darauf hin, dass erfahrungsgemäss «nur ein verhältnismässig kleiner Teil der ausländischen Personen, die eigentlich die formellen Voraussetzungen erfüllen», auch ein Gesuch stellen.
  • SVP-Politiker Andreas Glarner bleibt allerdings alarmiert und rechnet mit ansteigenden Zahlen von Gesuchen.

Die Zahl von Gesuchen um erleichterte Einbürgerung liegt deutlich unter den Erwartungen. Zu einer unkontrollierten Einbürgerung, vor der im Abstimmungskampf gewarnt worden war, ist es mithin bisher nicht gekommen.

185 Gesuche wurden bisher eingereicht. Diese Zahl liegt deutlich unter den Erwartungen. Denn insgesamt kämen rund 25'000 Personen für die erleichterte Einbürgerung in Frage.

Geringe Zahl der Gesuche «nicht erstaunlich»

Die geringe Nachfrage sei jedoch nicht erstaunlich, sagt Lukas Rieder vom Staatssekretariat für Migration: «Es lässt sich eigentlich seit längerem beobachten, dass jeweils nur ein verhältnismässig kleiner Teil der ausländischen Personen, die eigentlich die formellen Voraussetzungen erfüllen würden, dann auch tatsächlich ein Einbürgerungsgesuch stellen. Die 185 Gesuche die seit Mitte Februar eingegangen sind, erstaunen deshalb nicht wirklich.»

Der grösste Teil der bisher eingereichten Gesuche stammt von Italienerinnen oder Italienern. Dahinter folgen türkische Staatsangehörige sowie portugiesische.

SVP-Politiker bleibt alarmiert

Zu einer «unkontrollierten Einbürgerung» oder zu einem «Ausverkauf der Heimat» – davor wurde damals im Abstimmungskampf gewarnt – ist es bisher also nicht gekommen.

Er sei jedoch weiterhin alarmiert, sagt SVP-Politiker Andreas Glarner. «Das ist unter den Erwartungen, aber aufgrund der kurzen Dauer auch nicht überraschend. Das wird sich jetzt erst richtig herumsprechen und die entsprechenden Gremien und Gruppierungen werden alles dafür tun, damit das mehr wird. Da sind wir überzeugt davon.»

Stimmvolk votierte mit über 60 Prozent dafür

Das Schweizer Stimmvolk hatte die Erleichterte Einbürgerung letztes Jahr mit über 60 Prozent Ja-Stimmen angenommen. In Frage kommen für das erleichterte Verfahren nur Personen, die unter anderem, Link öffnet in einem neuen Fenster in der Schweiz geboren worden sind, während mindestens fünf Jahren die Schule besucht haben und eine Niederlassungsbewilligung C besitzen. Voraussetzung ist auch, dass sie gut integriert sind. Zudem muss auch mindestens ein Elternteil mindestens fünf Jahre die obligatorische Schule in der Schweiz besucht haben.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
    An Herrn Glarner: Was hat die Einbürgerung III. Generation mit «Ausverkauf der Heimat» zu tun? Wer verkauft die Heimat? Ja, insbesondere Ihr von der SVP mit euren Bauern und Baulöwen. Weshalb spielen Sie den Alarmierten, wenn jene die gesetzlichen Kriterien erfüllen? Es stellten bislang weniger als 1% ein Gesuch, und da sind Sie bereits «alarmiert» ?
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    1. Antwort von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
      @Kunz: Bin ganz einverstanden mit ihrem Kommentar aber bitte lassen Sie die Bauern aus dem Spiel. Das finde ich unangebracht und vorallem ungerecht. Die allermeisten leisten nämlich einen unbezahlbaren Beitrag zum Schutz der Heimat, abgesehen davon, dass sie auch Nahrungsmittel für uns bereitstellen.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Mal sehen wie es in 6 Monaten aussieht...
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Nicht anders. Aber das Eingeständnis fälschlicherweise auf Panik gemacht zu haben und bei der Abstimmung verloren zu haben scheint schwierig zu sein.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    25'000 könnten und bis jetzt taten es erst 185 der AusländerInnen (3.Generation!). Nun, nach so kurzer Zeit kann diese Zahl noch kaum vieles aussagen. Aber ein Faktum ist als scharfer Politbeobachter gut feststellbar: Für diese jungen Ausländer(innen) ist es halt schon "chaibe gäbig": Einen Pass ihrer Heimat zu haben und daneben in der Schweiz alle Annehmlichkeiten, Vorteile und gesetzliche Humanität zu geniessen! Das gibt keiner gerne auf! Ein Fakt für beide Seiten der "CH(oder nicht)macher"!
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Diese Menschen sind hier geboren, sind hier aufgewachsen, sind hier in die Schule gegangen, haben hier ihre Familie und Freunde und Kollegen. Wenn sie Schweizer werden wollen ist es nicht recht, weiles heisst, das seien keine richtigen Schweizer und der Pass werde zu leichtfertig vergeben. Wenn sie nicht Schweizer werden wollen weil es viel kostet und nicht viel ändert ist es nicht recht, weil sie einen ausländischen Pass haben. Diese Menschen können es Ihnen offensichtlich nicht recht machen.
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    2. Antwort von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
      Herr Bolliger, von welchen «Annehmlichkeiten» sprechen Sie, ausser dass man wählen darf? Steuern, KK, ... all das ist bei allen gleich. «Gesetzliche Humanität»? Also, wenn Sie im Ausland in Schwierigkeiten geraten, dann ist der CH-Staat gegenüber den anderen Nachbarn recht restriktiv, teuer und knausrig. Sonst: Seid es nicht gerade Ihr, die aus der Europäischen Menschenrechtskonvention austreten wollt?
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    3. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Anstatt eine andere Meinung sachlich und emotionslos zu lesen, werden wieder Belehrungen und persönliche Angriffe gegen meine Person abgefeuert! Nur noch dies: Wenn sich ein(e) 3. Generatiöner(in) gut in unsere Lebenskultur integriert hat, hatte ich noch nie mit einer Einbürgerung ein Problem, im Gegenteil!
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    4. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Herr Bolliger, klären Sie uns bitte auf, welche der Aeusserungen Sie als Belehrung und persönlichen Angriff gegen Sie interpretieren. Ich bin sicher nicht der einzige, der nur Gegenargumente gegen Ihre Meinung sieht, aber keinen Angriff auf die Person.
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