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Ausländische Spione Sorge über wachsende Zahl «falscher» Diplomaten in der Schweiz

Jeder vierte Diplomat in den Diensten eines bestimmten Staates ist laut dem Bundesrat in Tat und Wahrheit für einen ausländischen Nachrichtendienst tätig.

Legende: Audio Ausländische Spione als Diplomaten getarnt abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
01:48 min, aus HeuteMorgen vom 10.03.2018.

Eine «erhebliche Zahl von Nachrichtendienstoffizieren unter diplomatischer Tarnung» lasse sich in der Schweiz feststellen. Dies schreibt der Bundesrat in seinem neuesten Bericht über die Bedrohungslage im Jahr 2017, der als Teil des Geschäftsberichtes der Landesregierung diese Woche veröffentlicht worden ist. Das bereitet Verteidigungsminister Guy Parmelin zunehmend Sorgen.

Die Spannungen weltweit würden steigen, die wirtschaftlichen Probleme immer grösser, sagt der Verteidigungsminister. Die Zunahme der Spionage in der Schweiz, wo viele internationale Organisationen ihren Sitz hätten, sei eine Folge davon. «Man sieht, dass einige Länder versuchen, ihre eigenen Interessen besser zu verteidigen. Aber in unserem Land muss man das nicht erlauben.»

Besonders in einem Fall hat die Spionagetätigkeit ein bedenkliches Ausmass angenommen, rapportiert der Bundesrat in seinem Bericht: Zitat: «So besteht bei einem Staat der begründete Verdacht, dass mehr als ein Viertel des diplomatischen Personals nachrichtendienstlich tätig ist.»

Nachrichtendienst gefordert

Jeder vierte Diplomat in den Diensten eines Staates in Tat und Wahrheit ein Spion! Das lasse man sich nicht bieten, hält Bundesrat Parmelin fest: «Der Nachrichtendienst analysiert das. Und wenn nötig ist es nachher die Justiz, die interveniert. Die Bundesanwaltschaft macht ihren Job.»

Die Bundesanwaltschaft macht ihren Job.
Autor: Guy ParmelinVorsteher VBS

Um welchen Staat es sich handelt, will Parmelin nicht verraten. Und auch zu den konkreten Gegenmassnahmen sagt er nichts. «Wir haben mehrere Möglichkeiten. Aber zu diesen mehreren Varianten will ich nichts sagen.»

Mit dem neuen Nachrichtendienstgesetz, das seit letzten September in Kraft ist, habe man jetzt mehr Mittel in der Hand, um Spionagefälle aufzudecken, hält der Verteidigungsminister einzig fest.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Dass sich Diplomaten in den jeweiligen Ländern umsehen +umhören, ist doch klar + gehört genau so dazu, wie allerlei Handelsbeziehungen zu fördern. Ob sie ihre Feststellungen dem Präsidenten direkt rapportieren ist eher unrealistisch, da könnte sich der "Geheimdienst" schon eher als Berichtsempfänger darbieten. Ich darf doch annehmen, dass sich unsere Schweizer Diplomaten, neben ihren traditionellen "Diplomatischen Aufgaben" auch Gedanken machen über das was in den verschiedenen Ländern vorgeht.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Wir sind das Eldorado des Spionagepack der gesamten Welt. Hier sind alle die willkommen, die von den Machthabern frech als Edelmänner deklariert, bei uns aus und ein gehen - weil sie sonst keinen so extrem gesicherten Platz finden, wie in unserem hochgeschützten Staat.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Auf Zypern und Malta kaufen sich Russen und viele andere EU-Pässe – ganz legal. Wer mindestens eine Million Euro in dem Inselstaat investiert, kann Staatsbürger werden - und muss nicht einmal dort leben. Ist es Schwarz- Drogengeld? Wer einmal Bürger der Union ist, kann sich innerhalb des Schengen-Raums frei bewegen und darf überall wohnen und arbeiten. Wer kann schon kontrollieren wer sich auch in der Schweiz herum tummelt und spioniert? Alles gerät ausser Kontrolle. Offene Grenzen!
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    1. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Hat das nicht eher, Herr Keller, mit Geldkriminalität als mit 'offenen Grenzen' zu tun. Auch in den USA kann sich jeder, der entsprechend 'investiert' den US-Pass kaufen. Hören wir einfach auf, Menschen, Zeit und alles was uns wichtig und kostbar zum Leben ist als Ware malträtieren zu lassen. Hören wir einfach auf uns von ein paar Wichtlingen vorschreiben zu lassen, was Wert hat und was nicht.
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