Lärmschutz dank Teilüberbauung Autobahn A2 soll bei Airolo unters Dach

Eine Kuh steht nahe der Autobahn. Die Autos stehen im Stau.

Bildlegende: Noch schaut die Kuh auf Autos, bald könnte sie auf ein Dach blicken. Keystone

Das Wichtigste in Kürze:

  • Airolo, der Kanton Tessin und das Bundesamt für Strassen (Astra) haben einen Plan zur Teilüberdeckung der Autobahn A2 ausgearbeitet.
  • Ziel ist der verbesserte Lärmschutz und eine bessere Integration der A2 in die Landschaft.
  • Für das Bauprojekt soll der Schutt verwendet werden, den der Bau der zweiten Gotthardröhre abgibt.

Wenn 2020 mit den Arbeiten für die zweite Gotthardröhre begonnen wird, sollen auch in Airolo die Bagger anrollen. Die am Tunnelportal gelegene Gemeinde plant eine Teilüberbauung der Autobahn A2. Dafür solle das Aushubmaterial für die zweite Röhre direkt auf Tessiner Seite verbaut werden, sagte Marco Fioroni, Chef der Astra-Filiale Bellinzona.

Mit der Landschaft harmonieren

Ziel der «100 bis 150 Millionen» Franken teuren Variante sei der verbesserte Lärmschutz und die bessere Integration der Autobahn A2 in die umliegende Landschaft. Dafür soll ein Abschnitt an der Eisenbahnstrecke in der Gemeinde Airolo teilüberbaut werden und auch die Ein- und Ausfahrten neu strukturiert werden.

So könne ein Teil des Talbodens für die Gemeinde zurückgewonnen werden, sagte Fioroni. Angehört werden müssten aber noch Akteure des Landschafts- und Gewässerschutzes.

Keine Verlängerung des Strassentunnels

Anfang des Jahres kursierten noch Berichte, nach denen eine komplette Überdachung eines zwei Kilometer langen Abschnitts vom Ausgang des Gotthard-Strassentunnels bis zum Tunnel Stalvedro geplant sei. Diese Variante sei jedoch zu teuer gewesen und hätte die ohnehin schon schwierige Belüftung des Strassentunnels zu einer noch grösseren Herausforderung gemacht, sagte Fioroni.

Seine Gemeinde sei durch frühere Baustellen und den Verkehr genug «gestraft» worden – deshalb begrüsse er jetzt die Hilfe von Bund und Kanton für den Landschaftsschutz in Airolo, hielt der Gemeindepräsident Franco Pedrini (CVP) fest.

Zusatzkosten noch offen

Auch der Tessiner Staatsrat Claudio Zali (Lega) zeigte sich mit der noch nicht spruchreifen Variante zufrieden: Das Aushubmaterial müsste nämlich nicht mehr kostspielig bis zu einer Deponie nach Biasca transportiert werden. Die frei werdenden Gelder sollen dann direkt in das Projekt in Airolo fliessen.

Hier offenbart sich auch noch das einzige mögliche Konfliktpotential: Über die Verteilung möglicher Zusatzkosten wollen Astra, Kanton und Gemeinde bis April entscheiden. Anschliessend soll die «B1» getaufte Variante dem Bundesrat nach dem Sommer in einem Generalprojekt unterbreitet werden.