Zum Inhalt springen

Schweiz Autofahrer zahlen in vielen Kantonen zu viel

Der Preisüberwacher hat herausgefunden: Die Mehrzahl der Kantone verlangen von den Autofahrern zu viel Geld. Spitzenreiter ist Genf. Es gibt aber auch Kantone, die nicht genügend Gebühren eintreiben.

Eigentlich sollten die Gebühren der kantonalen Strassenverkehrsämter genau so hoch sein, dass die Gebührenkosten gedeckt werden. Doch: Die Höhe der Gebühren in den Kantonen schwankt enorm. Preisüberwacher Stefan Meierhans hält fest: «Der Vergleich deckt markante interkantonale Gebührenunterschiede auf.»

Ein krasses Beispiel ist dabei der Kanton Genf. Im Vergleich zu den anderen Kantonen verlangt Genf am meisten Gebühren – und weist eine Kosten-Überdeckung von 161 Prozent auf. In anderen Worten: Der Kanton Genf macht 61 Prozent Gewinn bei den untersuchten Abgaben.

Bei den Gebühren wurden unter anderem folgende Kategorien berücksichtigt: Fahrzeug- und Lernfahrausweise, periodische Fahrzeugprüfung und die praktische Fahrprüfung der Kategorie B.

Um die kantonalen Gebühren zu vergleichen, hat der Preisüberwacher zwei Varianten eines «vereinfachten Lebensdauer-Modells» hinzugezogen. Hierbei handelt es sich um ein Modell, wie viel ein durchschnittlicher Autofahrer während 60 Jahren zu entrichten hat (siehe Box).

Besonders grossen Handlungsbedarf erkennt der Preisüberwacher bei den Kantonen, die nicht nur hohe Gebühren verlangen, sondern auch ein offensichtliches Missverhältnis zwischen Einnahmen und Kosten aufweisen. Dies ist bei den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft, Glarus, Wallis, Graubünden und vor allem Genf der Fall.

Ein Beispiel: Der Kanton Basel-Stadt erhebt eine Totalgebühr von 1745 Franken. Die effektiven Kosten belaufen sich aber nur auf 1140 Franken. Es handelt sich hier also um eine Kosten-Überdeckung von 153 Prozent. Für Preisüberwacher Meierhans ist damit klar: «Teure Kantone sind gefordert, Massnahmen einzuleiten, um dank verbesserter Effizienz in künftigen Vergleichen besser dazustehen»

Es gibt aber auch das Gegenteil: Die Kantone Neuenburg und Thurgau haben eine Kosten-Unterdeckung von 80 beziehungsweise 84 Prozent. Sie verlangen also nicht genug Gebühren, um ihre Kosten zu decken.

Interessant sind auch die Fälle Aargau und Appenzell Innerrhoden. Obwohl sie im Vergleich zu den anderen Kantonen sehr tiefe Gebühren verlangen, weisen beide eine Kosten-Überdeckung auf.

Die beiden Lebensdauer-Modelle

Neuwagen-Modell: Der Fahrzeuglenker kauft viermal im Leben einen neuen Personenwagen. 4 Fahrzeugausweise werden benötigt und total 20 Fahrzeugprüfungen

Occasionswagen-Modell: Der Fahrzeuglenker kauft achtmal im Leben einen Occasionswagen. 8 Fahrzeugausweise werden benötigt und total 32 Fahrzeugprüfungen.

14 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von H. Frühling, Bern / Zürich
    Jetzt fragt sich nur noch, was er beurteilt und berechnet hat. Etwa die beiden Lebensdauermodelle und fertig? Das wäre dann ein grosser Unterschied zu dem was kommentiert wird. Die meinen nämlich, mit diesen Gebühren seien die Strassen bezahlt! ud was noch so alles zu einem funktionierenden Verkehrssystem gehört.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Brigitte Müller, Sissach
    Als ich vor 10 Jahren vom Kt. Aargau in den Kt. Baselland zügelte, bezahlte ich für dasselbe Auto 50 % mehr. Da läuft doch was falsch.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Charles Dupond, Vivis
    Wie die Steuern - mit Geschenken fuer die Reichlinge und Auspluenderung der in Ausbildung und Beruf zu Fleissigen - ist auch das Gebuehrenunwesen neofeudalisiert: Schon um die Quaelensteuern abgezockten Auslandrentnern werden fuer jede konsularische Fingerkruemmung horrende Gebuehren abgezockt. Derweil Botschaften fuer Firmenfeiern von Exportkonzernen gratis ver"mietet" werden....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen