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Schweiz Bär M13 abgeschossen – obwohl er nie aggressiv war

Der Braunbär, welcher sich im Puschlav (GR) herumtrieb, ist tot. Die Behörden stuften das Risiko für die Menschen als zu hoch ein. Zuletzt hatte das Aufeinandertreffen des Bären mit einem Mädchen für Schlagzeilen gesorgt.

Legende: Video «Der Bär wurde zum Risiko» abspielen. Laufzeit 1:07 Minuten.
Vom 20.02.2013.

Der Risikobär M13 ist am Dienstagmorgen im Puschlav abgeschossen worden, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Der Entscheid, den Bären zu erlegen, sei gestützt auf das Konzept Bär Schweiz gefällt worden.

Der Gemeindepräsident von Poschiavo, Alessandro Della Vedova (CVP), war zwar erleichtert. Er hätte allerdings eine Umsiedelung des Bären in einen Nationalpark bevorzugt, wie er zu Radio SRF 1 sagte. Aber für das Bündner Jagdinspektorat war das keine Option.

Der Bär hatte sich zwar nie aggressiv gegenüber Menschen verhalten. Jedoch schätzten die Behörden das Risiko eines Unfalls, bei dem ein Mensch ernstlich verletzt oder gar getötet wird, als unverantwortbar gross ein.

Vor dem Entscheid, M13 abzuschiessen, seien auch die italienischen Behörden kontaktiert worden, heisst es in einer Mitteilung des Bundesamtes für Umwelt (Bafu). Man vermutet, dass der Bärenjunge sein problematisches Verhalten im Trentino (Norditalien) angenommen hatte.

Bär erschreckte junge Frau

Zum letzten Mal machte der Bär Schlagzeilen, als er in Miralago eine 14Jährige erschreckte. Die junge Frau musste mit einem Schock ins Spital gebracht werden. Angegriffen wurde sie aber nicht.

Der Bär M13 streifte seit dem Frühling 2012 im Kanton Graubünden, vor allem im Puschlav, umher. Er kam immer wieder in Dörfer und Siedlungen und zeigte keinerlei Scheu mehr gegenüber Personen.

Zu nahe an Wohngebiete gekommen

Er wurde bereits im Oktober 2011 und nochmals im Juni 2012 mit einem Sender versehen. In den letzten Monaten war er regelmässig im Kanton Graubünden unterwegs.

Nachdem er anfangs Oktober 2012 vermehrt in geschlossene Wohngebiete eingedrungen war, beschlossen die Verantwortlichen des Bundes und des Kantons Graubünden, ihn als Problembär einzustufen und damit dem Sicherheitsrisiko besonders Rechnung zu tragen.

Immer wieder Bären aus dem Trentino

Die Behörden hatten immer wieder versucht, dem Bären mehr Scheu einzuflössen. Sie beschossen ihn in Vergrämungsaktionen etliche Male mit Gummischrot und Knallpetarden. Mit allen Mitteln sei versucht worden, ihn aus den Dörfern, Siedlungen und Weilern zu vertreiben, schreibt das Bafu. Ziel der Vergrämungen war, das Verhalten von M13 so zu ändern, dass er wieder scheuer würde und den Menschen und Siedlungen zu meiden lernte.

Im norditalienischen Trentino leben ungefähr 40 Bären. Seit 2005 streifen immer wieder Tiere aus dieser Population durch Graubünden. Das Bafu und die lokalen Jagdbehörden gehen davon aus, dass auch künftig Bären in die Schweiz einwandern werden.

148 Kommentare

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  • Kommentar von Regine Schöniger, FrankfurtM.
    Wir Menschen sind auf der Erde auch nur kleine Lebewesen,und die kleinen Lebewesen heißen eben nicht Tiere sondern "Mensch " ! Der Mensch ist aber leider den Tieren gegenüber das schlimmste Lebewesen ; "Der größte Feind der Tiere "! Wenn den Mensch etwas nicht passt, wird das Tier ; geqält vergiftet ausgesetzt getötet etc. Ein Tier greift nur dann an wenn ,wenn man es sich bedroht fühlt, Sonst tut ein Tier keinen etwas, nicht wie der Men...
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  • Kommentar von S. Macht, Bayern
    Für den Abschuss von Bär Bruno in Bayern habe ich mich damals geschämt und gehofft, dass man daraus lernen würde. Doch der Mensch ist wohl zu dämlich für Wildtiermanagement. Falls in der Schweiz zu wenig Platz ist, muss man eben grenzüberschreitende Wildtierreservate ausweisen! Bär M13 war offenbar gewitzt und mutig bei der Futterbeschaffung, also intelligent - und wurde künstlich wegselektioniert. Umgebracht dafür, dass er sich etwas einfallen ließ...
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    1. Antwort von S. Fellner, Schweiz
      Ja, und da fällt mir ein: Dort, wo die Bären herkommen und in die CH einwandern, da leben ja auch Menschen... Scheinbar ist es doch möglich, mit dem Bären oder anderen Wildtieren zu leben! Da sich der Lebensraum der Wildtiere verkleinert, müssen diese sich halt den Gegebenheiten anpassen und treffen halt eher auf Menschen, müssen sich eher bei der Wegwerfgesellschaft bedienen, es ist nicht verwunderlich! Lernt doch endlich, wieder mit der Natur zu leben statt gegen sie, sonst büssen wirs ...
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  • Kommentar von Fringeli Evelyne, 8306 Brüttisellen
    Skandal,einfach ein Tier abzuschiessen,obschon es Niemanden etwas zuleide getan hat!Das ist Mord.Der Mensch sollte zuerst lernen,wie man artgerecht m.einem Tier umgeht,so braucht er keine Angst v.dem Tier zu haben. In Nordschweden leben Menschen m.Bären zusammen ohne Angst.Warum?Weil man schon von Kindsbeinen an lernt, wie sich verhalten,wenn man einem Bären begegnet.Rat an den Bund:Gescheiter das Geld anstatt in Munition,in die Aufklärung invest.nämlich,wie der Mensch m.einem Tier umgehen s...
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    1. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      Nordschweden hat doch ein wenig mehr Platz als die CH. Mein Vorschlag: Die Stadt Zürich plattmachen und ein Reservat für Bären einrichten...;-) Der im Beton aufgewachsene Mensch ist das Problem, nicht die Bergler, die die Suppe auslöffeln müssen. Die wissen, was es heisst, mit der Natur zu leben!
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    2. Antwort von P. Engler, Saas
      Wie sollen unsere Touristen und "Naturfans" mit einem Bären umgehen, wenn es schon wegen einer Mutterkuh riesige Probleme gibt. Mutterkühe sind auch liebe und tun eigentlich niemandem etwas zu leid. Aber am Schluss sind immer die Leute schuld, die noch ein Warnschild mehr in einer anderen Sprache montieren hätte sollen... Es ist einfach, auszurufen wenn man selber keine Verantwortung trägt.
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    3. Antwort von Regine Schöniger, FrankfurtM.
      genau der Meinung bin ich auch !
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