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Schweiz BAG: «Keine weiteren Massnahmen gegen Ebola nötig»

Der Fall einer Ebola-Infektion in Spanien sorgt bei den Usern von SRF Online für Unruhe. Sie machen sich Sorgen, dass die Krankheit auch in der Schweiz ausbrechen könnte. Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit gibt Entwarnung.

Helfer messen Flugpassagieren mit digitalen Thermometern die Temperatur
Legende: In Abidjan (Côte d'Ivoire) messen Helfer mit digitalen Thermometern die Temperatur von Flugpassagieren (August 2014). Reuters

In Spanien ist ein Fall bekannt geworden, bei dem sich eine Krankenschwester mit Ebola angesteckt hat. Der erste Fall einer Ansteckung in Europa sorgt bei Usern von SRF Online für kritische Kommentare. «Wir haben alles im Griff, sagen die Behörden, in den USA, in Spanien, in der Schweiz: Bla-Bla-Bla», schreibt einer. Ein anderer findet: «Die Schweiz versteckt sich noch immer hinter den Empfehlungen der WHO und erst, wenn wir den ersten Ansteckungsfall in der Schweiz haben, werden unsere Behörden Massnahmen ergreifen.»

Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), kann die Ängste verstehen. Dennoch hält er den Vorwurf, der Bund unternähme zu wenig, nicht für gerechtfertigt. «Das Wichtigste ist nach wie vor, den Ausbruch in Westafrika zu bekämpfen, wo die Situation katastrophal ist.» Bisher habe die Schweiz dafür neun Millionen Franken ausgegeben.

Keine Screenings in Schweizer Flughäfen

Um zu verhindern, dass Ebola-Kranke in andere Länder reisten, führen die betroffenen Länder und Fluggesellschaften an den Flughäfen zudem Temperaturmessungen durch. In Schweizer Flughäfen machten solche Screenings allerdings wenig Sinn, da es keine Direktflüge in die betroffenen Länder gäbe, sagt Koch: «Im Moment ist es nicht nötig, weitere Massnahmen zu ergreifen.»

Zwar gäbe es keine Garantie dafür, dass in der Schweiz nicht auch Ebola-Fälle auftauchen könnten. «Es ist denkbar, dass jemand bei der Einreise das Virus in sich trägt, es aber noch nicht ausgebrochen ist.» In einem solchen Fall würden allerdings auch die Screenings wenig nützen, weil erst beim Ausbruch der Krankheit die entsprechenden Symptome auftreten. Gleichzeitig ist eine Person erst dann ansteckend, wenn die Krankheit ausgebrochen ist.

«Spitäler sind gerüstet»

Wie viele Personen aus Guinea, Liberia und Sierra Leone in die Schweiz einreisen, weiss man beim BAG nicht – wegen Schengen ist eine solche Erfassung nicht möglich. Gerade aus diesem Grund habe das BAG Staatsangehörige aus diesen Ländern angeschrieben und sie gewarnt, dass Reisen in die Heimat gefährlich sein können. «Ausserdem haben wir die betreffenden Personen informiert, wohin sie sich wenden müssten, wenn sie einen Verdacht auf eine Ebola-Infektion haben», so Koch.

Sollte es in der Schweiz trotz der Vorsichtsmassnahmen zu Ebola-Fällen kommen, so wären die Spitäler dafür gerüstet, sagt Koch. «Die meisten Spitäler können mögliche Ebola-Patienten isolieren und behandeln.» Selbst wenn mehrere Personen gleichzeitig an Ebola erkrankten, sei das deshalb kein Problem.

18 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Meier, 4153 Reinach
    Na klar. Die Behörden können aber nicht vorhersehen, ob ein unerkannter Fall, der noch in der Inkubationszeit in die Schweiz einreist. Nur eine dreiwöchige Quarantänestation wäre absolut sicher. Das machten einige Orte auch in der Pestzeit so. Mit dem aktuellen System nehmen unsere Behörden einige Einzelfälle als Opfer in der Bevölkerung in Kauf. Siehe Madrid: nun wurde der Hund der Familie getötet. Der Mann Der PFlegerin erkrankt vielleicht auch noch und wird vielleicht daran sterben..
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  • Kommentar von D. Forte, Luzern
    Danke für den Bericht. Aber das Thema Ebola beschäftigt mich und mein Umfeld sehr. Es ist nur ein "sich-damit-beschäftigen", es macht uns ernsthaft Sorgen. Es wäre schön mal in den Nachrichten zu hören, dass "echte" Massnahmen ergriffen werden. Klar gibt es keine Direktflüge von der Schweiz aus nach Westafrika, aber diese Personen können ja über andere Länder in die Schweiz einreisen?!
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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Schaut her, liebe BAG-Narkoleptiker: wir, die Bevölkerung, WOLLEN Massnahmen, egal oh IHR das für nötig haltet oder nicht. Also ergreift gefälligst welche. An der Einreisefront, bei Flugverbindungen, in Asylheimen, auf der Medikamentenversorgungsseite (Virostatika?) etc... Stattdessen kommt nur BlaBla von Euch.
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    1. Antwort von Peter Meier, 4153 Reinach
      "Unwahrscheinlich", ..". wir sind aber vorbereitet."....Wir Schweizer wollen aber nicht, dass die Behörden einige Einzelfälle in Betracht ziehen. Wer wird unter den Opfern sein? Die Kinderkrippen, Schulen, Familien, die Altersheime, so wie das auch beim Norovirus (auch fäkal-orale Infektion) ist. Es wird unter den Verantwortlichen immer erst gehandelt, wenn es bereits Opfer gab. Im Voraus handeln ist KEINE Übertriebene Angst sondern es ist Vorsicht, Weitsicht, Verantwortung und Klugheit....
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